Tricks an der Tas­ta­tur

Jo­ja Wendt lässt in der Os­na­brück-Hal­le die Tas­ten heiß lau­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Von Tom Bull­mann

Der Pia­nist be­tritt die Büh­ne der Os­na­brück-Hal­le, setzt sich an den Kon­zert­flü­gel. Schon öff­net sich, wie von Geis­ter­hand be­wegt, der De­ckel des In­stru­ments.

Der Show­ef­fekt si­gna­li­siert: Hier tritt ein Künst­ler ins Ram­pen­licht, der von der Idee ge­trie­ben ist, dem Pu­bli­kum mehr als ein her­kömm­li­ches Kla­vier­kon­zert zu bie­ten. Show, un­ter­halt­sa­me Mo­de­ra­tio­nen und die Ein­be­zie­hung des Pu­bli­kums wür­den aber kaum funk­tio­nie­ren, wenn Jo­ja Wendt nicht ein aus­ge­zeich­ne­ter In­stru­men­ta­list wä­re.

Sei­ne Vir­tuo­si­tät be­weist er zu­nächst mit klas­si­scher Mu­sik. Ed­vards Griegs „Mor­gen­stim­mung“, der ers­te Satz aus der Peer-Gynt-Sui­te so­wie die „Re­vo­lu­ti­on­s­e­tü­de“von Frédé­ric Cho­pin las­sen kei­nen Zwei­fel dar­an auf­kom­men, dass hier ein her­vor­ra­gen­der Pia­nist am Werk ist. Schon bald lan­det Wendt bei sei­ner be­son­de­ren Lie­be, dem Boo­gie-Woo­gie. Hier kann er, be­glei­tet von ei­nem enorm rol­len­den Wal­kin­gBass, all die amü­san­ten Tricks zei­gen, die das Pu­bli­kum er­hei­tern.

Per Ka­me­ra auf ei­ne Lein­wand ge­beamt, kann man bis in die letz­te Ecke des Eu­ro­pa­saals die Fin­ger be­ob­ach­ten, die auf der Tas­ta­tur Gym­nas­tik trei­ben oder am Flü­gel­rah­men ent­lang­flit­zen, weil sie noch hö­he­re Tö­ne spie­len wol­len.

Vir­tuo­ser Wendt. Jo­ja Fo­to: Her­mann Pen­ter­mann Pia­nist:

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