Ef­fekt­vol­ler Nach­mit­tag

Die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Westerkappeln stellt sich vor

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost -

Vor­sicht beim Flam­bie­ren! Wer beim Ko­chen da­mit sei­ne Gäs­te be­ein­dru­cken will, spielt im wört­li­chen Sin­ne mit dem Feu­er. Wie klei­ne Flam­men auf dem Herd völ­lig au­ßer Kon­trol­le ge­ra­ten kön­nen, war am Sonn­tag ein­drucks­voll auf dem Park­platz am Bul­ler­teich zu be­ob­ach­ten.

Von Frank Klaus­mey­er

Dort führ­te die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Westerkappeln an­läss­lich ih­res Ta­ges der of­fe­nen Tür ein paar Fett­ex­plo­sio­nen her­bei. Wer ei­nen bren­nen­den Topf mit Was­ser lö­schen will, macht al­les falsch. Schon ein Schnaps­glas voll sorgt für ei­ne ver­häng­nis­vol­le Ver­puf­fung. „Das Vo­lu­men steigt um das 1700-Fa­che“, er­läu­ter­te der stell­ver­tre­ten­de Wehr­füh­rer Wer­ner Ra­mat­schi. Aus zwei Zen­ti­li­tern wür­den 34 Li­ter – mit fa­ta­len Fol­gen. Da kann sich ein Laie aus­ma­len, was bei ei­nem Ei­mer voll Was­ser ge­schä­he. „Am bes­ten den De­ckel drauf, das er­stickt die Flam­men“, riet Ra­mat­schi. Und die Feu­er­wehr zu ru­fen ist si­cher kein schlech­ter Tipp.

Auch mit lee­ren Spray­do­sen soll­ten Ver­brau­cher vor­sich­tig han­tie­ren. Die ge­hö­ren in den Gel­ben Sack oder den Rest­müll, aber nicht in den Ofen. Sonst flie­gen ei­nem die Be­häl­ter mit ei­nem lau­ten Knall um die Oh­ren.

Beim Tag der of­fe­nen Tür, bei dem sich auch der Ret­tungs­dienst vor­stell­te, gab es na­tür­lich nicht nur solch ef­fekt­vol­le Ein­la­gen, son­dern die Feu­er­wehr­leu­te stell­ten sich und ih­ren Fuhr­park mit ge­ball­ten In­for­ma­tio­nen vor. 76 Frau­en und Män­ner set­zen sich zur­zeit bei Un­fäl­len, Brän­den und an­de­ren Not­fäl­len eh­ren­amt­lich für die Si­cher­heit der Be­völ­ke­rung ein. Hin­zu kom­men 22 jun­ge Leu­te in der Ju­gend­feu­er­wehr.

Elf Fahr­zeu­ge ste­hen der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Westerkappeln zur Ver­fü­gung. Im kom­men­den Jahr hofft die­se, ei­nen neu­en Ein­satz­leit­wa­gen an­schaf­fen zu kön­nen.

Wie die ört­li­che Feu­er­wehr auf­ge­stellt ist und was sie mit ih­rem Fuhr­park und Ge­rät­schaf­ten leis­ten kann, konn­ten die Be­su­cher nicht nur li­ve er­le­ben, son­dern auch selbst aus­pro­bie­ren. Es gab ei­nen Par­cours mit sechs Sta­tio­nen, die Jung und Alt ab­sol­vie­ren durf­ten. So galt es an ei­ner Stel­le, mit ei­ner Spreiz­zan­ge Fein­ge­fühl zu be­wei­sen. Mit dem Ge­rät, das sonst beim Ber­gen von Un­fall­op­fern zum Ein­satz kommt, muss­te ein Ten­nis­ball auf­ge­nom­men wer­den, oh­ne die­sen zu zer­quet­schen. Na­tür­lich durf­ten die Kin­der auch selbst ei­nen klei­nen Lösch­an­griff si­mu­lie­ren und ein­mal das Füh­rer­haus ei­nes Tank­lösch­wa­gens er­obern.

An je­der Sta­ti­on gab es ei­nen Stem­pel. Wenn der Lauf­zet­tel voll war, war­te­te ein Frei­ge­tränk auf Ab­ho­lung. Au­ßer­dem wan­der­ten die Zet­tel in die Verlosung. Haupt­preis war ei­ne Fa­mi­li­en­sai­son­kar­te fürs Frei­bad.

Der al­le zwei Jah­re statt­fin­den­de Tag der of­fe­nen Tür ging am Abend in die Ver­län­ge­rung. Die Feu­er­wehr stell­te ei­nen Mai­baum am Ge­rä­te­haus auf und lud an­schlie­ßend zum Tanz in den Mai. Mit da­bei wa­ren die „Ro­sen­in­sel­mu­si­kan­ten“, die be­reits am Nach­mit­tag für Un­ter­hal­tung ge­sorgt hat­ten.

Mög­li­cher­wei­se war es der letz­te Tag der of­fe­nen Tür an der Bul­ler­teich­stra­ße. „Wir hof­fen, die Gäs­te beim nächs­ten Mal an der Met­tin­ger Stra­ße be­grü­ßen zu kön­nen“, sag­te Wer­ner Ra­mat­schi. Denn dort soll ein neu­es Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus ge­baut wer­den.

Wei­te­re Bil­der

Ei­ne Fett­ex­plo­si­on ist nur dann un­ge­fähr­lich, wenn die Feu­er­wehr sie kon­trol­liert her­bei­führt. Schon ein klei­nes Glas Was­ser sorgt für ei­ne ge­wal­ti­ge Ver­puf­fung. Fo­to: Frank Klaus­mey­er

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