Ve­ga­ne Er­näh­rung von Kat­zen ist „Un­sinn“

Ex­per­te: Fleisch­lo­se Kost kann für Vier­bei­ner schäd­lich sein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Ei­ni­ge Ve­ge­ta­ri­er und Ve­ga­ner wol­len auch ih­re Fleisch fres­sen­den Haus­tie­re ve­ge­ta­risch oder ve­gan er­näh­ren. Wie ge­fähr­lich dies be­son­ders für Kat­zen sein kann, er­klärt Jo­sef Kam­phu­es, Di­rek­tor des In­sti­tuts für Tie­rernäh­rung der Tier­ärzt­li­chen Hoch­schu­le Han­no­ver, im In­ter­view.

Von Co­rin­na Berg­h­ahn

Herr Pro­fes­sor Kam­phu­es, ist es schäd­lich, sei­nen Hund ve­ge­ta­risch zu er­näh­ren? Nein, es ist nicht schäd­lich. Hun­de sind Al­les­fres­ser. Sie kön­nen die Stär­ke aus ge­koch­ten Kar­tof­feln, Reis und an­de­ren Nah­rungs­mit­teln gut ver­wer­ten und sind auch in der La­ge, pflanz­li­ches Pro­te­in aus Ge­trei­de zu ver­dau­en. Aber: Man muss sich als Hun­de­hal­ter mit dem Nähr­stoff­be­darf des Hun­des aus­ken­nen, al­so viel Fach­lek­tü­re le­sen und dann rech­nen.

Was be­deu­tet das?

Ein Bei­spiel: Der Kal­zi­um­be­darf des Tie­res kann nicht al­lein über rei­ne Pflan­zen­nah­rung ab­ge­deckt wer­den. Zu­dem ver­wer­tet der Stoff­wech­sel des Hun­des Kal­zi­um schlech­ter als der ei­nes Men­schen.

Wie äu­ßert sich die­ser Kal­zium­man­gel? Ganz klas­sisch in brü­chi­gen Kno­chen. Be­son­ders bei Wel­pen und jun­gen Hun­den kann der Man­gel ge­fähr­lich wer­den und zu Ent­wick­lungs­stö­run­gen an den Glied­ma­ßen füh­ren. Um das zu ver­hin­dern, könn­ten die Hal­ter pul­ve­ri­sier­te Eier­scha­len un­ter die Nah­rung ih­res Tie­res mi­schen.

Wer sei­nen Hund ve­gan er­näh­ren will, dürf­te das na­tür­lich nicht ma­chen, denn Eier sind dann ja auch ta­bu… Hier ra­te ich zu Fut­ter­kalk. Aber man soll­te sich des Ri­si­kos ei­nes Nähr­stoff­man­gels bei die­ser Art der Füt­te­rung im­mer be­wusst sein und ei­ne sol­che Er­näh­rungs­wei­se nur un­ter tier­ärzt­li­cher Auf­sicht durch­füh­ren.

Pe­ta schreibt, dass ve­ge­ta­risch er­nähr­te Hun­de ge­sün­der sei­en. Stimmt das? Nein.

Ist ve­ge­ta­ri­sche Kost bei Kat­zen sinn­voll? Auf kei­nen Fall! Der Stoff­wech­sel von Kat­zen ist kom­plett an­ders als der von Hun­den; sie sind auch nicht so lan­ge kon­di­tio­nier­te Haus­tie­re wie der Hund. Kat­zen sind dar­auf an­ge­wie­sen, ih­ren Vit­amin-A-Be­darf über ih­re Nah­rung auf­zu­neh­men. Sie kön­nen die­ses bei­spiels­wei­se aus dem Ca­ro­tin von Möh­ren nicht bil­den. Pflan­zen ent­hal­ten auch kein Tau­rin, das es­sen­zi­ell wich­tig für Kat­zen ist, da sie oh­ne es er­blin­den oder am Her­zen er­kran­ken kön­nen.

Die Fra­ge, ob sich ve­ga­ne Nah­rung für Kat­zen eig­net, er­üb­rigt sich al­so… Das ist Un­sinn hoch drei! So hart das klingt: Als Nah­rung für Kat­zen eig­nen sich am bes­ten jun­ge Mäu­se oder frisch ge­schlüpf­te Vö­gel. Oder eben ei­ne Nah­rung mit Flei­sch­an­teil.

Was hal­ten Sie von Tier­be­sit­zern, die ih­re ei­gent­lich fleisch­fres­sen­den Haus­tie­re ve­ge­ta­risch oder gar ve­gan er­näh­ren wol­len? Die­se Men­schen soll­ten ei­ne an­de­re Spe­zie als Haus­tier hal­ten. Ei­ne, die kein Fleisch braucht. Es gibt doch so nied­li­che Pflan­zen­fres­ser, bei­spiels­wei­se Ka­nin­chen.

Kat­zen­gras ist gut für Kat­zen, aber an­sons­ten soll­te es auch ger­ne ein Stück­chen Fleisch sein. Fo­to: co­lour­box.de

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