Von der Ley­en macht es noch schlim­mer

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Was für ein Fi­as­ko. Es meh­ren sich die Hin­wei­se auf rechts­ex­tre­me Um­trie­be in der Bun­des­wehr. Au­ßer­dem gibt es im­mer wie­der Fäl­le von Macht­miss­brauch und se­xu­el­ler Er­nied­ri­gung. Und was tut Ur­su­la von der Ley­en? Die Mi­nis­te­rin macht es noch schlim­mer, in­dem sie der Trup­pe oh­ne nä­he­re Er­läu­te­run­gen ein Hal­tungs­pro­blem, Füh­rungs­schwä­che und falsch ver­stan­de­nen

Korps­geist un­ter­stellt. So darf es nicht wei­ter­ge­hen.

Auch wenn die Bun­des­wehr ei­ne Rei­he schwe­rer Pro­ble­me hat – solch pau­scha­le Kri­tik ist un­fair. Denn die al­ler­meis­ten Sol­da­ten ma­chen ei­nen an­stän­di­gen Job. Zu­dem soll­te von der Ley­en nicht ver­ges­sen, dass sie seit über drei Jah­ren an der Spit­ze der Trup­pe steht. Der Vor­wurf der Füh­rungs­schwä­che fällt da­mit auch auf sie selbst zu­rück.

Die Mi­nis­te­rin steht nun vor ih­rer bis­lang größ­ten Be­wäh­rungs­pro­be. Sie muss das Ver­trau­en der Sol­da­ten zu­rück­ge­win­nen, die sich dif­fa­miert füh­len. Sie steht zu­dem in der Pflicht, die Auf­klä­rung al­ler Vor­wür­fe vor­an­zu­trei­ben. Und sie hat die Auf­ga­be, wei­te­ren Skan­da­len vor­zu­beu­gen, in­dem sie die rich­ti­gen Kon­se­quen­zen zieht.

Am bes­ten ist, sie be­ginnt bei sich selbst. Denn Füh­rung fängt oben an. Da hat der Wehr­be­auf­trag­te völ­lig recht. Leicht­fer­ti­ge Pau­schal­kri­tik ist fehl am Platz. Statt­des­sen braucht es schar­fe Ana­ly­se und den Mut zu ei­nem Neu­an­fang.

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