Re­spekt, aber kein Ver­trau­en

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Einblicke - Von Burk­hard Ewert b.ewert@noz.de

So schnell wird sich nichts än­dern im Ver­hält­nis zu Russ­land. Deutsch­land mag ja wich­tig sein und An­ge­la Mer­kel ei­ne Ver­mitt­ler­rol­le zwi­schen dem Wes­ten und Wla­di­mir Pu­tin zu­kom­men. Und doch: Ei­ne be­son­de­re Be­zie­hung ha­ben Russ­lands Prä­si­dent und die Kanz­le­rin nicht zu ent­wi­ckeln ver­mocht. Da mö­gen sie ein­an­der noch so sehr ih­ren Re­spekt be­kun­den und die Spra­che des je-

weils an­de­ren spre­chen: Ver­trau­en, ge­schwei­ge denn Nä­he ist nicht ent­stan­den.

Auf rus­si­scher Sei­te liegt das auch dar­an, dass Mos­kau Mer­kels Ein­fluss als ge­rin­ger er­ach­tet, als es die Deut­schen tun. Die CDUVor­sit­zen­de hat ei­ne Füh­rungs­rol­le in EU und We­st­eu­ro­pa in­ne – nur dass ihr dort ge­gen­wär­tig kaum je­mand folgt. Statt­des­sen ge­ben die USA wei­ter­hin den Ton an, auch wenn sie Mer­kel et­wa in der Ukrai­ne-Fra­ge schein­bar die Füh­rung über­las­sen.

Do­mi­nie­ren in Wa­shing­ton die Fal­ken, füh­len sich auch in der EU russo­pho­be Kräf­te er­mu­tigt, in hy­po­chon­dri­schen Tö­nen ih­re Feind­schaft zu pfle­gen. So­lan­ge hin­ge­gen von ei­ner ge­wis­sen Nä­he der Trump-Ad­mi­nis­tra­ti­on zu Russ­land aus­ge­gan­gen wer­den konn­te, tauch­ten prompt Ent­span­nungs­si­gna­le auf wirt­schaft­li­chen so­wie au­ßen­po­li­ti­schen Fel­dern auf. Dies war kei­ne schlech­te Fa­cet­te der Amts­über­nah­me des neu­en ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten – viel­leicht hält Trump hier ja ein­mal Kurs.

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