Im Na­men des Vol­kes

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Ma­ri­on Trim­born m.trim­born@noz.de

Es ist ein Déjà-vu: Grie­chen­land ist mal wie­der ge­ret­tet, und al­les ist gut. Wirk­lich? Gut ist es für Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel und ih­ren Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le. Die kön­nen näm­lich das lei­di­ge The­ma Grie­chen­land aus dem Bun­des­tags­wahl­kampf her­aus­hal­ten, der in den kom­men­den Wo­chen in die hei­ße Pha­se geht. Ne­ga­tiv­schlag­zei­len über un­wil­li­ge Grie­chen und ver­lo­re­ne Mil­li­ar­den der Steu­er­zah­ler kä­men da gar nicht recht.

Aber genau dar­um geht es. Nie­mand darf so na­iv sein zu glau­ben, dass Grie-

chen­land mit den neu­en Kre­di­ten vor der Plei­te be­wahrt ist. Das Land sitzt auf 300 Mil­li­ar­den Eu­ro Schul­den, das sind mehr als vor der Ret­tungs-Arie. Sieht so Er­folg aus?

Es war die Kanz­le­rin, die den Kurs in der Eu­ro­kri­se be­stimm­te. Lan­ge blieb sie un­tä­tig, dann kämpf­te sie ein Spar­pa­ket nach dem an­de­ren in Eu­ro­pa durch. Das Er­geb­nis: Wei­te Tei­le der grie­chi­schen Be­völ­ke­rung sind ver­armt.

Seit Aus­bruch der Kri­se macht die Bun­des­re­gie­rung den Steu­er­zah­lern et­was vor und zö­gert das Pro­blem hin­aus. Der wah­re Zahl­tag liegt noch in wei­ter Fer­ne. Selbst der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds IWF glaubt nicht, dass Grie­chen­land bald auf die Fü­ße kommt. Der Kanz­le­rin scheint das egal zu sein, sie blickt auf die Um­fra­gen. Haupt­sa­che, sie muss am Wahl­tag im Sep­tem­ber nicht den Volks­zorn fürch­ten.

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