Ab­ga­ben­last bei nied­ri­gem Ein­kom­men ist zu hoch

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Dialog -

Zum Ar­ti­kel „For­scher kri­ti­sie­ren ho­he Ab­ga­ben­last“(Aus­ga­be vom 19. April) und die dar­an an­schlie­ßen­de Dis­kus­si­on un­se­rer Le­ser, u. a. zum Bei­trag von Heinz Scher­mann „Fal­sche Zah­len sor­gen für Ver­wir­rung“(Aus­ga­be vom 26. April).

„Ich bin et­was er­staunt, wie die Le­ser­brief­schrei­ber die ho­he Ab­ga­ben­last ge­ra­de für nied­ri­ge und mitt­le­re Ein­kom­men zu re­la­ti­vie­ren ver­su­chen. Dass die pro­zen­tua­le Ab­ga­ben­last bei nied­ri­gen Ein­kom­men ge­rin­ger ist, liegt nur an der Ein­rech­nung des Gr­und­frei­be­tra­ges, der für al­le gleich ist, bei nied­ri­ge­ren Ein­kom­men aber den An­schein ei­ner ge­rin­ge­ren Be­las­tung er­weckt.

Wenn der be­schrie­be­ne so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig be­schäf­tig­te Sing­le mit mo­nat­lich 1940 Eu­ro brut­to 100 Eu­ro brut­to zu­sätz­lich ver­dient, sind sei­ne ge­setz­li­chen Ab­ga­ben auf die­se zu­sätz­li­chen 100 Eu­ro so hoch, dass nur 57 Eu­ro bei ihm an­kom­men. Da­zu kom­men die Ar­beit­ge­ber­an­tei­le, die ja auch Lohn- be­zie­hungs­wei­se Lohn­kos­ten­be­stand­tei­le sind. Wenn der Ar­beit­ge­ber 100 Eu­ro Lohn­kos­ten mehr auf­wen­det, kom­men beim Ar­beit­neh­mer da­von nur 45 Eu­ro an, al­so weit we­ni­ger als die Hälf­te. Dann kom­men Mehr­wert­steu­er, Ener­gie­steu­er, Kfz-Steu­er, Mi­ne­ral­öl­steu­er, über Mie­te um­ge­leg­te Grund­steu­er, EEG-Um­la­ge und so wei­ter und wenn al­le fer­tig sind, die GEZ.

Be­son­ders dras­tisch ist der Sprung beim Über­gang von ei­ner ge­ring­fü­gi­gen auf ei­ne nor­ma­le so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung, zum Bei­spiel für Men­schen nach ei­ner Fa­mi­li­en­pau­se. Wo blei­ben da die Leis­tungs­an­rei­ze?“Ger­hard W. Bar­mei­er Mel­le

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