Vier „Cro­co­di­les“lö­sen DM-Ti­cket

Os­na­brü­cker Ju-Juts­u­kas über­zeu­gen bei den „Nord­deut­schen“in Sch­le­de­hau­sen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Lokalsport -

Ei­ne Wer­bung für den viel­seits noch un­be­kann­ten Ju-Jutsu-Kampf­sport war die Nord­deut­sche Meis­ter­schaft in der Sch­le­de­hau­ser Wald­sport­hal­le. Or­ga­ni­sa­tor Mar­tin Men­ge (Cro­co­di­les Osnabrück) zog ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz: „Ein sport­lich und in der Durch­füh­rung sehr ge­lun­ge­nes Tur­nier.“

Von Pe­ter Vor­berg

BISSENDORF. „Ju... was? – die Sport­art Ju-Jutsu ist hier­zu­lan­de eher we­nig be­kannt. In Sch­le­de­hau­sen traf sich nun die Eli­te aus ganz Nord­deutsch­land, et­wa 300 JuJuts­u­kas aus Bre­men, Ham­burg, Schles­wig-Hol­stein, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Nie­der­sach­sen.

Seit rund 25 Jah­ren gibt es in der Selbst­ver­tei­di­gungs­form ja­pa­ni­schen Ur­sprungs, die Ju­do mit Ka­ra­te-Ele­men­ten kom­bi­niert, Wett­kämp­fe in mitt­ler­wei­le drei Dis­zi­pli­nen: Fight­ing, Ne-Wa­za (Bo­den­kampf) und Duo, ei­ner mit Punk­ten be­wer­te­ten durch­cho­reo­gra­fier­ten Kampf­kür zwi­schen ei­nem An­grei­fer und Ab­weh­rer.

„Bei uns wird nicht blind drauf­ge­hau­en, wie man­cher viel­leicht denkt. Es geht beim Fight­ing um gu­te Tech­ni­ken. Beim Tre­ten und Schla­gen gibt es nur Leicht­kon­takt“, er­klärt Cro­co­di­les-Trai­ner Björn Ebert die Grund­la­gen des Wett­kampf-Ju-Jutsus. Im Fight­ing be­trug die Kampf­zeit ein­mal sechs Mi­nu­ten, bei den Nach­wuchs­klas­sen fünf. Die Ju-Juts­u­kas be­weg­ten sich flink, zu­wei­len leicht tän­zelnd, um plötz­lich mit ei­ner

Ak­ti­on blitz­schnell zu­zu­schla­gen. „Kopf­schwer­punkt run­ter, erst mal hal­ten, Ru­he rein­brin­gen, Bein run­ter“– die Trai­ner un­ter­stütz­ten ih­re Kämp­fer da­bei laut­stark.

Mit­ten­drin im Ge­tüm­mel auf den vier Mat­ten wa­ren vier Kämp­fer der Cro­co­di­les Osnabrück, die die Meis­ter­schaft mit den be­freun­de­ten Ju-Juts­u­kas vom TV Sch­le­de­hau­sen mit Un­ter­stüt­zung des TSV West­er­hau­sen-Fö­cking­hau­sen or­ga­ni­sier­ten.

Her­aus­ra­gen­der Lo­kal­ma­ta­dor war Phil­ipp Keil (Cro­co­di­les) aus Mel­le, der im Fight­ing (Se­nio­ren bis 85 kg) sieg­te und im Bo­den­kampf „Ne-Wa­za“Drit­ter wur­de. Der 23Jäh­ri­ge ist so­mit für die Deut­sche Meis­ter­schaft im Ju­ni qua­li­fi­ziert. „Phil­ipp war über­ra­gend. Er hat im Fight­ing al­le Kämp­fe vor­zei­tig be­en­det und gilt jetzt als Fa­vo­rit fürs DM-Trepp­chen“, sag­te der stol­ze Cro­co­di­lesCoach Mar­tin Men­ge.

Der 51-jäh­ri­ge Va­le­rie Em­mich, der im Fight­ing bei den Se­nio­ren bis 94 kg auf­grund glei­cher Punkt­zahl den drei­ge­teil­ten ers­ten Platz be­leg­te, sah die Meis­ter­schaft ge­las­sen: „Ich muss se­hen, was ich ge­gen die jun­gen Leu­te noch aus­rich­ten kann.“Am En­de rech­te es für Em­mich so­gar zu Ti­tel und DM-Qua­li.

Span­nend ging es in der U-21-Klas­se bis 77 kg zu, in der die Cro­co­di­les Jo­nas Keil (18) und To­bi­as Klein-Helm­kamp

(18) auf den ehe­ma­li­gen U-21-Welt­meis­ter Le­on Wehow­ski (Nor­der­stedt) tra­fen. Keil wur­de Drit­ter (im Ne-Wa­za Zwei­ter), KleinHelm­kamp zwang den haus­ho­hen Fa­vo­ri­ten im Fi­na­le im­mer­hin über die vol­le Dis­tanz, zog dann aber den Kür­ze­ren. „Im letz­ten Jahr hat­te ich im Fi­na­le ge­gen ihn nach kur­zer Zeit ver­lo­ren, des­halb bin ich schon sehr zu­frie­den“, zog To­bi­as Klein-Helm­kamp sein Fa­zit.

Ein Zu­schau­er­ma­gnet wa­ren die pa­cken­den Kämp­fe in Sch­le­de­hau­sen – in die­ser Sze­ne tref­fen Ali Hen­ze (ro­ter Gür­tel) vom JJC Pei­ne und Marc Behm vom TuS Fin­ken­wer­der auf­ein­an­der. Fo­to: Mo­ritz Fran­ken­berg

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