Mu­sik aus der gol­de­nen Ära des Li­ba­non

Das Mor­gen­land Fes­ti­val stellt sein Pro­gramm vor – Auf das Fes­ti­val vom 16. bis 25. Ju­ni folgt ein Ab­ste­cher nach Beirut

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Mor­gen­land Fes­ti­val 2017: 16.–25. Ju­ni. www.mor­gen­land-fes­ti­val.com

Von Ralf Dö­ring

Der Li­ba­non steht die­ses Jahr im Fo­kus des Mor­gen­land Fes­ti­vals Osnabrück. Da­bei tref­fen Mu­si­ker aus dem Ori­ent auf Mu­si­ker aus dem Wes­ten: Be­reits im Er­öff­nungs­kon­zert am 16. Ju­ni in St. Ma­ri­en be­glei­tet ein vier­köp­fi­ges Jazz-En­sem­ble aus den Nie­der­lan­den die Sän­ge­rin Ri­ma Khcheich. Au­ßer­dem ge­hen der li­ba­ne­si­sche Sän­ger Ra­bih Laoud so­wie Mos­lem Rahal an der Rohr­flö­te Ney ei­ne mu­si­ka­li­sche Ko­ope­ra­ti­on mit der Sa­xo­fo­nis­tin An­na-Le­na Schna­bel und dem Jazz­pia­nis­ten Flo­ri­an We­ber ein.

Bis 25. Ju­ni hat Fes­ti­val­lei­ter Micha­el Drey­er neun Kon­zer­te aufs Pro­gramm ge­setzt. Au­ßer­dem ge­stal­ten die Stu­die­ren­den und die Do­zen­ten des Mor­gen­land Cam­pus ei­ne Jam-Ses­si­on und ein Ab­schluss­kon­zert im Blue No­te, das gleich­zei­tig das Mor­gen­land Fes­ti­val be­schließt. Die Meis­ter­kur­se als Ko­ope­ra­ti­on mit dem In­sti­tut für Mu­sik (IfM) ha­ben sich eta­bliert.

Das gilt auch für „The Art of Duo“: Beim letz­ten Fes­ti­val hat Drey­er erst­mals zwei Künst­ler auf der Büh­ne in­ter­agie­ren las­sen. Das pas­siert auch dies­mal: Den An­fang ma­chen Kon­tra­bass-Le­gen­de Ren­aud Gar­cía-Fons und der Ke­mençe-Spie­ler De­ry Tür­kan aus Istanbul. Ei­ne zwei­te For­ma­ti­on be­steht aus dem Dar­bou­ka- und Per­kus­si­ons­wun­der – und Pu­bli­kums­lieb­ling – Ro­ny Bar­rak und Elie Khou­ry an den bei­den Lau­ten-In­stru­men­ten Oud und Bou­zouk. Die bei­den ver­spre­chen tie­fe Ein­bli­cke in die li­ba­ne­si­sche Mu­sik.

Ei­ner gol­de­nen Ära des li­ba­ne­si­schen Kul­tur­le­bens spürt ein Pro­jekt der Gei­ge­rin La­ya­le Cha­ker nach. Nach dem die fran­zö­si­schen Be­sat­zer das Land 1943 ver­las­sen hat­ten, präg­ten für an­dert­halb Jahr­zehn­te Hoff­nun­gen und Uto­pi­en das Land. Das hat sich in der Mu­sik nie­der­ge­schla­gen, die Cha­ker für die­ses Kon­zert am 18. Ju­ni neu ar­ran­giert hat. Mit da­bei: Mi­chel Go­dard, der Ser­pen­t­und Tu­ba­vir­tuo­se.

In St. Ma­ri­en brin­gen die Ca­pel­la de la Tor­re und das Trio He­war Mu­sik der frü­hen Neu­zeit und tra­di­tio­nel­le sy­ri­sche Mu­sik und Im­pro­vi­sa­ti­on in ei­nen Dia­log – beim ers­ten Zu­sam­men­tref­fen der bei­den For­ma­tio­nen beim Fes­ti­val 2014 funk­tio­nier­te das her­vor­ra­gend. Und schließ­lich wird Pia­nist Sa­leem Ash­kar sei­nen Beet­ho­ven-Zy­klus be­en­den, der beim letz­ten Mor­gen­land Fes­ti­val star­te­te. Da­nach das Fes­ti­val nach dem Fes­ti­val – al­ler­dings im Li­ba­non: Dort gas­tie­ren vom 28. bis 30. Ju­ni der Os­na­brü­cker Ju­gend­chor und die Mor­gen­land All Star Band.

Er­in­nert an die Mu­sik aus ei­ner gol­de­nen Ära des Li­ba­non: La­ya­le Cha­ker. Fo­to: An­na Rakhval­o­va

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