Was ist ver­nünf­tig?

Em­ma-Thea­ter zeigt mit „Plötz­lich . . . auf der Er­de“kind­ge­rech­tes Stück zum The­ma

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional -

Von Uta Biest­mann-Kot­te

Das Ali­en mit der grü­nen Müt­ze und den grü­nen Stie­feln fragt ver­wun­dert: „Ver­nünf­tig . . . Was ist denn ver­nünf­tig?“– „Das er­klä­ren wir dir beim Abend­es­sen“, ant­wor­ten So­phia und Co­co. Es folgt als­bald ein Sze­nen­wech­sel, in dem Müt­ze, Stie­fel, blaue Ja­cke und ro­tes Shirt an die nächs­ten Spie­ler wei­ter­ge­ge­ben wer­den.

Un­ter der Re­gie von Mu­sik­thea­ter­päd­ago­gin Ma­rieLoui­se Tral­le (Re­gie­as­sis­tenz: Lau­ra Ba­ron) ging am Sonn­tag die Urauf­füh­rung der von der Frie­del & Gi­se­la Boh­nen­kamp-Stif­tung un­ter­stütz­ten Pro­duk­ti­on „Plötz­lich . . . auf der Er­de“von und mit den Thea­ter­mäu­sen im Em­ma-Thea­ter über die Büh­ne. Im Rah­men des Stadt­pro­jek­tes „Nat­han“ent­wi­ckel­ten die Kin­der im Al­ter zwi­schen acht und zwölf Jah­ren mit Re­gis­seu­rin Tral­le und Dra­ma­turg Sven Klei­ne ei­ne 45mi­nü­ti­ge

Sci­ence-Fic­tionS­to­ry rund um das The­ma „Ver­nunft“für ein Pu­bli­kum ab fünf Jah­ren. An­ge­rei­chert mit lus­ti­gen Ge­sangs- und Tanz­ein­la­gen, wur­de das abs­trak­te The­ma in meh­re­ren Sze­nen span­nend und kind­ge­recht in­sze­niert.

So will das Ali­en durch Ver­nunft sei­nen Hei­mat­pla­ne­ten vor dem Un­ter­gang be­wah­ren. Auf der Er­de freun­det

es sich mit den Kin­dern Co­co und So­phia an, lernt mensch­li­che Tisch­ma­nie­ren, wird für ei­nen Film ge­cas­tet oder soll für ein Por­trät „ver­nünf­tig po­sie­ren“. Qua­si ne­ben­bei flos­sen die viel­fäl­ti­gen Be­deu­tun­gen des Be­grif­fes „ver­nünf­tig“in die Hand­lung ein und wur­den hu­mor­voll hin­ter­fragt.

War­um et­wa darf das Ali­en oh­ne Füh­rer­schein kein Au­to fah­ren, ob­wohl es doch sein Raum­schiff steu­ern kann? War­um isst man die Sup­pe nicht mit der Ga­bel? Und war­um ist es nicht im­mer ver­nünf­tig, das Ver­hal­ten an­de­rer nach­zu­ma­chen?

Kind­ge­recht wa­ren auch die auf Lein­wand pro­ji­zier­ten Büh­nen­bil­der, für die bun­te Zeich­nun­gen eben­so ver­wen­det wur­den wie ei­ne aus Pa­pier ge­stal­te­te Am­pel mit ver­schieb­ba­ren Männ­chen. Als wich­ti­ge Re­qui­si­te kam zu­dem ein „Pflau­menTher­mo­me­ter“zum Ein­satz, mit des­sen Hil­fe sich das Ali­en auf der Er­de ver­stän­di­gen kann. Ori­gi­nell wa­ren auch die text­lich um­ge­deu­te­ten Schla­ger­songs. Mu­si­ka­lisch aus­to­ben konn­ten sich die Thea­ter­mäu­se mit Ka­zoos auch beim Fi­na­le, als das Ali­en nach er­folg­rei­cher Mis­si­on sei­nen Pla­ne­ten ge­ret­tet hat.

„Plötz­lich . . . auf der Er­de“, wei­te­re Vor­stel­lung am 7. Mai um 16 Uhr im Em­ma-Thea­ter

Das Ali­en mit grü­ner Müt­ze will sei­nen Hei­mat­pla­ne­ten vor dem Un­ter­gang be­wah­ren und freun­det sich auf der Er­de mit meh­re­ren Kin­dern an. Fo­to: Uwe Le­wan­dow­ski

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