Neue Per­spek­ti­ve für Ho­mann-Mit­ar­bei­ter

Bis 2018 schafft Cop­pen­rath & Wie­se 500 neue Stel­len – Per­so­nal­lei­te­rin: „Gro­ße Auf­nah­me­be­reit­schaft“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Hun­der­te Ho­mann-Mit­ar­bei­ter könn­ten beim Tief­kühl­tor­ten­her­stel­ler Cop­pen­rath & Wie­se ei­ne neue Per­spek­ti­ve be­kom­men. Nach An­ga­ben der Per­so­nal­lei­te­rin von Cop­pen­rath & Wie­se, Ca­ro­lin Berg, wer­den in die­sem Jahr rund 150 und im kom­men­den Jahr rund 350 Stel­len ge­schaf­fen, der Groß­teil da­von am neu­en Stand­ort in Met­tin­gen.

Von Je­an-Charles Fays Berg sag­te auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on, dass al­lein in der Pro­duk­ti­on in die­sem Jahr 120 Mit­ar­bei­ter in Met­tin­gen ein­ge­stellt wer­den sol­len. „Von Ju­li bis De­zem­ber wer­den wir mo­nat­lich 20 Mit­ar­bei­ter als Kon­di­to­rei­hel­fer ein­stel­len“, kün­dig­te Berg an. Zu­dem wür­den ab Ju­li ins­ge­samt zehn Fach­kräf­te für Le­bens­mit­tel­tech­nik, Bä­cker, Kon­di­to­ren oder Kö­che ge­sucht. Dar­über hin­aus ge­be es Be­darf für fünf Elek­tri­ker und zwei In­dus­trie­me­cha­ni­ker. Ab so­fort wür­den bei der haus­ei­ge­nen Spe­di­ti­on Over­night in Osnabrück-At­ter zehn Kraft­fah­rer im Fern­ver­kehr in Deutsch­land ge­sucht. In die­sem Be­reich ge­be es auch ei­nen ekla­tan­ten Man­gel an Aus­zu­bil­den­den.

Im kom­men­den Jahr wer­den wei­te­re 350 Stel­len ge­schaf­fen, der Groß­teil da­von als Kon­di­to­rei­hel­fer in der Pro­duk­ti­on. Berg kün­dig­te an: „Ho­mann und Cop­pen­rath & Wie­se sind Le­bens­mit­tel­un­ter­neh­men in der­sel­ben Re­gi­on. Dissen und Met­tin­gen sind 40 Ki­lo­me­ter von­ein­an­der ent­fernt. Die Auf­nah­me­be­reit­schaft bei uns ist groß.“Berg will noch Kon­takt mit dem Ho­mann-Be­triebs­rat auf­neh­men, um auf den Ar­beits­kräf­te­be­darf in Met­tin­gen hin­zu­wei­sen. Sie be­ton­te, dass ei­ne Ent­schei­dung zum Wech­sel ak­tu­ell sinn­vol­ler sei als erst 2020: „Denn die neu­en Mit­ar­bei­ter su­chen wir jetzt.“

Hin­ter­grund der Neu­ein­stel­lun­gen ist der star­ke Aus­bau des in­ter­na­tio­na­len Ge­schäfts. Da­für soll der Pro­duk­ti­ons­stand­ort des Un­ter­neh­mens in Met­tin­gen mit Mil­lio­nen aus­ge­baut wer­den. Auch der Stand­ort in Os­na­brückAt­ter, der rei­ner Lo­gis­ti­kStand­ort wird, soll vom Ex­pan­si­ons­kurs pro­fi­tie­ren. Laut Berg wer­den in den kom­men­den sechs bis acht Wo­chen rund 60 Mit­ar­bei­ter aus Osnabrück an den Sitz der Haupt­ver­wal­tung nach Met­tin­gen um­zie­hen.

Durch die Schlie­ßung der Ho­mann-Wer­ke in Dissen und Bad Es­sen bis 2020 sind im Land­kreis Osnabrück 1200 Jobs be­droht. Der Be­triebs­rats­chef des Dis­se­ner Ho­mann-Werks, Andre­as Stra­ede, kün­dig­te be­reits an, dass es für 600 der 1200 Ho­man­nMit­ar­bei­ter schwie­rig wird, ei­nen neu­en Job in der Re­gi­on zu fin­den. Stra­ede zu­fol­ge be­steht der größ­te Teil der Mit­ar­bei­ter aus Fach­kräf­ten für Le­bens­mit­tel­tech­nik und La­ger­lo­gis­tik. Zu­dem ge­be es et­wa 150 In­dus­trie­kauf­leu­te so­wie 100 Mecha­tro­ni­ker und Elek­tri­ker. Hin­zu kä­men Kraft­fah­rer und an­de­re Be­rufs­grup­pen wie Pro­dukt­ent­wick­ler. Stra­ede sag­te: „Wir ge­ben nicht auf, denn wer auf­gibt, der hat schon ver­lo­ren. Al­ler­dings kann ich es auch kei­nem ver­den­ken, wenn er jetzt schon wo­an­ders hin­geht.“Laut Stra­ede wä­re es für das Dis­se­ner Ho­man­nWerk „nur schwer zu kom­pen­sie­ren“, wenn be­reits in den kom­men­den Mo­na­ten mehr als 100 Mit­ar­bei­ter das Werk ver­las­sen.

Der Ge­schäfts­füh­rer der Wirt­schafts­för­de­rung des Land­krei­ses Osnabrück Wi­gos, Sieg­fried Aver­ha­ge, macht die Chan­cen von Ho­mann-Be­schäf­tig­ten auf dem Ar­beits­markt nach der an­ge­kün­dig­ten Schlie­ßung der Wer­ke in Dissen und Bad Es­sen „stark von der Qua­li­fi­ka­ti­on der Per­so­nen ab­hän­gig“. Da es im Land­kreis ei­ne Ar­beits­lo­sen­quo­te von un­ter vier Pro­zent ge­be, stün­den die Chan­cen auf ei­ne Neu­be­schäf­ti­gung ge­ra­de für die qua­li­fi­zier­ten Per­so­nen durch­aus gut. „Doch wenn es wirk­lich zum Schlimms­ten in Dissen kom­men wür­de, wä­re die mög­li­che Stand­ort­schlie­ßung trotz gu­ter Rah­men­be­din­gun­gen ei­ne rie­si­ge Her­aus­for­de­rung für den re­gio­na­len Ar­beits­markt“, er­klär­te Aver­ha­ge. Der Spre­cher der Agen­tur für Ar­beit Osnabrück, Volk­mar Len­zen, teil­te mit, dass es in der Le­bens­mit­tel­her­stel­lung im März 137 of­fe­ne Stel­len in der Re­gi­on Osnabrück gab.

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