Sub­til

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Medien / Fernsehen -

Die ro­te Spin­ne 22.25 Uhr

Von To­bi­as Sun­der­diek

Im pol­ni­schen Kra­kau geht 1967 die Angst um. Ein Mör­der ist un­ter­wegs, sei­ne Op­fer er­schlägt er mit ei­nem Ham­mer. Und wäh­rend die Be­hör­den fie­ber­haft nach dem Se­ri­en­tä­ter fahn­den, kommt durch Zu­fall der 20-jäh­ri­ge Sport­schwim­mer Ka­rol Kre­mer auf die Iden­ti­tät des Ge­such­ten. Des­sen Ta­ten üben je­doch ei­ne ei­gen­ar­ti­ge Fas­zi­na­ti­on auf den jun­gen Mann aus. Spä­tes­tens von die­sem Mo­ment an ent­wi­ckelt sich die Hand­lung an­ders als ge­dacht: Re­gis­seur und Ka­me­ra­mann Mar­cin Kos­zal­ka ver­lässt in sei­nem Spiel­film­de­büt früh die Gen­re­kon­ven­tio­nen des Kri­mis, treibt sei­ne Er­zäh­lung schließ­lich zur mensch­li­chen Tra­gö­die, aber auch zur po­li­ti­schen Pa­ra­bel.

Der pol­nisch-tsche­chisch-slo­wa­ki­sche Film „Die ro­te Spin­ne“, letz­tes Jahr auf dem Wies­ba­de­ner „Go East“-Fes­ti­val des ost­eu­ro­päi­schen Films“mehr­fach aus­ge­zeich­net, ent­wirft das buch­stäb­lich düs­te­re Bild von ei­ner so­zia­lis­ti­schen Dik­ta­tur. Und zwar mit­tels ent­sät­tig­ter Far­ben, ins Zwie­licht ge­tauch­ter In­nen­räu­me und grau-tris­ter Win­ter­land­schaf­ten. Ei­ne un­heim­li­che, frös­teln­de Be­klem­mung be­herrscht so die Hand­lung. Das En­de mag ir­ri­tie­ren, ist aber durch­aus kon­se­quent. Ein sub­til-span­nen­der Qu­er­trei­ber in der üb­li­chen Kri­mi­kost im Fernsehen.

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