Ge­neh­mi­gung für Ab­bau am Pies­berg

Ge­wer­be­auf­sichts­amt ge­neh­migt Ab­bau an der Fels­rip­pe – Cemex er­öff­net Vor­bre­cher­an­la­ge

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Rai­ner Lah­mann-Lam­mert

Das Ge­wer­be­auf­sichts­amt Ol­den­burg hat den Gesteins­ab­bau am Os­na­brü­cker Pies­berg für vor­aus­sicht­lich wei­te­re 15 bis 20 Jah­re ge­neh­migt. Un­ter an­de­rem soll die Sohle im west­li­chen St­ein­bruch um zehn Me­ter ab­ge­senkt wer­den. Im Vor­griff auf die Ent­schei­dung hat­te das me­xi­ka­ni­sche Bau­stoff­un­ter­neh­men Cemex 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert, um ei­ne so­ge­nann­te Vor­bre­cher­an­la­ge in­ner­halb des St­ein­bruchs zu ver­set­zen. Bei Cemex sind rund 50 Mit­ar­bei­ter di­rekt und wei­te­re 50 in­di­rekt mit dem Gesteins­ab­bau in Os­na­brück be­schäf­tigt.

Der St­ein­bruch wird auch in den nächs­ten 15 oder 20 Jah­ren zum Pies­berg ge­hö­ren. Recht­zei­tig zur Er­öff­nung der Vor­bre­cher­an­la­ge am Frei­tag hat das Ge­wer­be­auf­sichts­amt Ol­den­burg der Cemex Kies & Splitt GmbH ei­ne neue Ab­bau­ge­neh­mi­gung er­teilt.

Rund 1,3 Mil­lio­nen Ton­nen Kar­bon­quar­zit bau­en die St­ein­bre­cher vom Pies­berg je­des Jahr ab. Um auch in Zu­kunft St­ei­ne, Schot­ter und Splitt zu ver­kau­fen, will Cemex die Fels­rip­pe an­knab­bern, das 193 Me­ter ho­he Mas­siv mit den Wind­ge­ne­ra­to­ren und der Aus­sichts­platt­form. Au­ßer­dem soll die Sohle im west­li­chen St­ein­bruch um wei­te­re zehn Me­ter ab­ge­senkt wer­den, auf 60 Me­ter über Nor­mal­null.

Mit die­ser Er­wei­te­rung sei der Weg frei, um noch 20 Jah­re lang Ma­te­ri­al vom Pies­berg zu ge­win­nen, rech­net Cemex-Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Graf von Spee vor. Um das au­ßer­ge­wöhn­lich har­te Gestein zu ver­wer­ten, muss der klei­ne Wind­ge­ne­ra­tor im Wes­ten der Fels­rip­pe de­mon­tiert wer­den. Das soll im Au­gust ge­sche­hen. Die Stadt­wer­ke su­chen der­zeit nach ei­ner neu­en Ver­wen­dung des 20 Jah­re al­ten Drei­flüg­lers.

Mit dem Ma­te­ri­al vom Pies­berg wer­den Stra­ßen ge­baut und Be­ton­wer­ke be­stückt, es wird in Pflas­ter­stei­nen und Win­kel­stüt­zen ver­ar­bei­tet, fin­det im Was­ser­bau und im Bahn­schot­ter Ver­wen­dung. „Es gibt kei­nen ver­gleich­ba­ren St­ein­bruch in der Re­gi­on“, ver­merkt von Spee, und des­halb wer­de es im Ge­biet zwi­schen Os­na­brück und dem Ems­land, dem Raum Clop­pen­burg und Ol­den­burg auch wei­ter­hin ei­ne gro­ße Nach­fra­ge nach Kar­bon­quar­zit ge­ben.

„Sta­tis­tisch ge­se­hen ver­braucht je­der von uns sechs Ton­nen mi­ne­ra­li­sche Roh­stof­fe pro Jahr“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Graf von Spee. 50 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt

das me­xi­ka­ni­sche Bau­stoff­un­ter­neh­men Cemex am Stand­ort Pies­berg, und noch ein­mal so vie­le Ar­beits­plät­ze sei­en in­di­rekt mit dem Gesteins­ab­bau in Os­na­brück ver­bun­den.

Im Vor­griff auf die Ab­bau­ge­neh­mi­gung hat Cemex die Vor­bre­cher­an­la­ge für 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro um 470 Me­ter

nach Nord­os­ten ver­la­gert. Mit­ten im St­ein­bruch ist im ver­gan­ge­nen Jahr ein 20 Me­ter ho­her Be­ton­wür­fel ent­stan­den, in dem die gro­ben Fels­stü­cke auf 50 cm Kan­ten­län­ge ge­bro­chen wer­den. Die 160 Ton­nen schwe­re Tech­nik ist schon 45 Jah­re alt, von der We­ser­hüt­te in Bad Oeyn­hau­sen, ei­nem Un­ter­neh­men, das schon seit 1987 nicht mehr exis­tiert. „So ei­ne Qua­li­tät, die gibt’s heu­te nicht mehr“, ver­merkt Nie­der­las­sungs­lei­ter von Spee. Wirk­sa­mer als bis­her sei aber die Kap­se­lung, die Staub und Lärm zu­rück­hal­ten soll.

Das Ge­wer­be­auf­sichts­amt Ol­den­burg sieht in der Ver­le­gung des Vor­bre­chers ei­ne Ver­bes­se­rung im Sin­ne des Emis­si­ons­schut­zes. Am neu­en Stand­ort sei­en die Wohn­sied­lun­gen der Um­ge­bung deut­lich we­ni­ger be­ein­träch­tigt als bis­her, sagt der für das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren zu­stän­di­ge Ab­tei­lungs­lei­ter Wal­ter Ku­lisch. Des­halb wur­de Cemex schon vor­ab er­laubt, die An­la­ge um­zu­set­zen.

För­der­band statt Lkw

Über ein eben­falls ein­ge­kap­sel­tes 600 Me­ter lan­ges För­der­band ge­lan­gen die Bro­cken zu den nächs­ten Ver­ar­bei­tungs­sta­tio­nen. Da­mit ent­fal­le ein gro­ßer Teil der Lkw-Trans­por­te in­ner­halb des St­ein­bruchs, ver­merkt Ge­schäfts­füh­rer von Spee.

Wenn es nach ihm geht, wird der Gesteins­ab­bau im Pies­berg nicht in 15 oder 20 Jah­ren zu En­de ge­hen. Ma­te­ri­al ge­be es noch für Jahr­zehn­te, sagt er, und an der Nach­fra­ge feh­le es ja nicht.

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Ein Pan­ora­ma wie in ei­nem Can­yon: Beim Blick von der Aus­sichts­platt­form auf dem Pies­berg fällt die neue Vor­bre­cher­an­la­ge ins Au­ge. Fo­to: Swa­ant­je Heh­mann

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