Chi­ne­sen jetzt größ­te Ak­tio­nä­re

HNA-Kon­zern hält 9,9 Pro­zent bei Deut­scher Bank – 1,8 Mil­li­ar­den Eu­ro in­ves­tiert

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft -

Erst An­fang die­ses Jah­res ist der chi­ne­si­sche Kon­zern HNA bei der Deut­schen Bank ein­ge­stie­gen. Jetzt baut die Grup­pe aus Fer­n­ost ih­ren Ein­fluss aus und wird so zum größ­ten Ak­tio­när des Geld­hau­ses.

FRANK­FURT/NEW YORK. Der um­trie­bi­ge chi­ne­si­sche Kon­zern HNA steigt zum größ­ten An­teils­eig­ner der Deut­schen Bank auf. Der An­teil liegt nun bei 9,9 Pro­zent, wie aus ei­ner deut­schen Stimm­rechts­mit­tei­lung vom Mitt­woch her­vor­geht.

Da­mit ist HNA an der Herr­scher­fa­mi­lie von Ka­tar vor­bei­ge­zo­gen, die nach letz­tem Stand gut 6 Pro­zent am größ­ten deut­schen Bank­haus hält. Dritt­größ­ter Ak­tio­när ist der Ver­mö­gens­ver­wal­ter Blackrock mit zu­letzt ver­öf­fent­lich­ten knapp 6 Pro­zent der An­tei­le.

Die 1993 ge­grün­de­te HNA Group war erst An­fang des Jah­res bei der Deut­schen Bank ein­ge­stie­gen und hat­te er­klärt, das Ma­nage­ment als An­ker-Ak­tio­när un­ter­stüt­zen zu wol­len.

Bank­chef John Cryan baut das von Rechts­strei­tig­kei­ten mit­ge­nom­me­ne Tra­di­ti­ons­haus ge­ra­de um und hat da­für ei­ne acht Mil­li­ar­den Eu­ro schwe­re Ka­pi­tal­er­hö­hung durch­ge­zo­gen. Da­bei stock­ten die Chi­ne­sen ih­re An­tei­le im März be­reits von 3,04 auf 4,76 Pro­zent auf.

Die Be­tei­li­gung läuft über den Wie­ner Ver­mö­gens­ver­wal­ter

C-Qua­drat. Die Chi­ne­sen hat­ten beim Ein­stieg be­reits an­ge­deu­tet, ih­ren An­teil auf­sto­cken zu wol­len – al­ler­dings sol­le er un­ter 10 Pro­zent blei­ben, hieß es be­reits da­mals. Mit Alex­an­der Schütz, dem Grün­der und Vor­stand von C-Qua­drat, soll auch ein Ver­tre­ter der In­ves­to­ren in den Auf­sichts­rat der Deut­schen Bank ein­zie­hen.

Die HNA Group ist un­ter an­de­rem in der Luft­fahrt, im Tou­ris­mus und im Im­mo­bi­li­en­ge­schäft ak­tiv. Der Misch­kon­zern kauft mo­men­tan den Flug­ha­fen Hahn im Huns­rück und be­tei­lig­te sich

auch am Schwei­zer Du­ty­F­ree-Kon­zern Duf­ry.

Die Deut­sche Bank hat­te den Ein­stieg der Chi­ne­sen be­grüßt, äu­ßer­te sich am Mitt­woch aber zu­nächst nicht zu der An­teils­auf­sto­ckung. Auch ein Spre­cher von C-Qua­drat lehn­te ei­nen Kom­men­tar zu dem Vor­gang vor­läu­fig ab.

Der Ein­stieg der Chi­ne­sen kam in ei­ner Zeit, in der die Deut­sche Bank ver­lo­re­nes Ver­trau­en am Ka­pi­tal­markt wie­der­ge­win­nen muss­te. Teu­re Rechts­strei­tig­kei­ten nag­ten an der Ka­pi­tal­de­cke, die Bank schrieb zwei Jah­re

in Fol­ge Mil­li­ar­den­ver­lus­te. Die Pro­ble­me lie­ßen den Ak­ti­en­kurs im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res auf ein Re­kord­tief fal­len.

Ein Händ­ler wer­te­te die jet­zi­ge An­teils­er­hö­hung po­si­tiv. Sie könn­te den An­le­gern wei­te­res Ver­trau­en ge­ben, dass der Fi­nanz­kon­zern das Schlimms­te hin­ter sich ha­be. Am Mitt­woch lag die Ak­tie zwar leicht im Mi­nus, seit dem Re­kord­tief im Herbst hat sich der Wert der Pa­pie­re aber bei­na­he ver­dop­pelt.

Der jüngs­te An­teils­kauf kos­te­te knapp 1,8 Mil­li­ar­den Eu­ro, wie aus ei­ner be­reits in der Nacht bei der US-Bör­sen­auf­sicht SEC ver­öf­fent­lich­ten Stimm­rechts­mit­tei­lung her­vor­geht. Dort war von ei­nem An­teil von 9,92 Pro­zent die Re­de, den HNA hält. Die ge­nann­te Ak­ti­en­an­zahl ist gleich. Die Deut­sche Bank ist zu­sätz­lich zu Frank­furt auch in New York bör­sen­no­tiert und muss ent­spre­chend auch dort be­rich­ten. Ins­ge­samt ist der An­teil der Chi­ne­sen an der Bör­se ak­tu­ell gut 3,4 Mil­li­ar­den Eu­ro wert.

Fo­to: dpa

Hat neue Haupt­ak­tio­nä­re: John Cryan, Vor­stands­chef der Deut­schen Bank.

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