Im Zo­cker-Pa­ra­dies

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Ma­ri­on Trim­born m.trim­born@noz.de

Schei­den tut weh, weiß der Volks­mund. Das be­kom­men die aus­tritts­wü­ti­gen Bri­ten ge­ra­de zu spü­ren. Die EU prä­sen­tiert ih­nen ei­ne ge­sal­ze­ne Rech­nung für den Brex­it. Statt 60 könn­ten es auch 100 Mil­li­ar­den wer­den – Mil­li­ar­den, wohl­ge­merkt, nicht Mil­lio­nen. Lon­don ant­wor­tet kess, man schul­de der EU über­haupt kein Geld.

Aber mal lang­sam. Je­der, der schon ein­mal ums lie­be Geld ge­zockt hat, weiß: Am An­fang legt je­de Sei­te Ma­xi­mal­for­de­run­gen auf den Tisch, Mond­rech­nun­gen eben. Um sich für tak­ti­sche Spiel­chen zu wapp­nen. Auch die EU hat kein In­ter­es­se dar­an, dass Groß­bri­tan­ni­en wirt­schaft­lich zu­rück­ge­wor­fen wird. Auch die Bri­ten kön­nen nicht oh­ne den eu­ro­päi­schen Markt.

Al­ler­dings ist die Br­ex­itRech­nung der Knack­punkt. Ge­ra­de ein­mal zwei Jah­re se­hen die EU-Ver­trä­ge für die Ge­sprä­che vor. Das reicht nicht. Es ist zum Bei­spiel un­mög­lich, in die­ser Zeit ein Frei­han­dels­ab­kom­men ab­zu­schlie­ßen. Oh­ne Über­gangs­re­ge­lun­gen wird es nicht ge­hen. Zwar dro­hen die Bri­ten da­mit, ein­fach zu ver­schwin­den, oh­ne zu zah­len. Ein sol­cher Ver­trags­bruch wä­re aber ei­ne Ka­ta­stro­phe, die bei­den Sei­ten enor­men Scha­den zu­fü­gen wür­de – po­li­tisch und wirt­schaft­lich. Laut Um­fra­gen wächst die Zahl der Br­ex­itGeg­ner, de­nen im­mer mul­mi­ger wird. Was, wenn es sich im­mer mehr Bri­ten an­ders über­le­gen und doch in der EU blei­ben wol­len?

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