Ty­pisch Bis­sen­dorf: Hand­ball als Lei­den­schaft

Wie Ste­phen Mi­li­us nach ei­ner Ver­let­zung zum Trai­ner wur­de – Sport­ler des Jah­res beim TVB

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Ja­cob Al­sch­ner

Ste­phen Mi­li­us ist Sport­ler des Jah­res des TV Bis­sen­dorf-Hol­te. Der 26-Jäh­ri­ge lebt für den Hand­ball­sport – als Trai­ner, Be­treu­er und Or­ga­ni­sa­tor. Ein Glücks­griff für den Hand­ball­ver­ein Num­mer 1 in der Re­gi­on, der das En­ga­ge­ment des Stu­den­ten mit der Aus­zeich­nung wür­digt.

Sei­ne ers­ten Er­fah­run­gen mit dem Hand­ball mach­te Mi­li­us mit sechs Jah­ren. Kurz nach­dem sei­ne Fa­mi­lie nach Bis­sen­dorf ge­zo­gen war, ver­fiel er dem Hand­ball: „Das war’ s ab Tag eins.“

Im Ge­spräch merkt man Mi­li­us sei­ne Be­geis­te­rung so­fort an. „Der Sport wird nie lang­wei­lig“, sagt er. Bis er 20 Jah­re alt war, spiel­te er für den TVB, doch nach zwei Schul­ter­ver­let­zun­gen nahm sei­ne ak­ti­ve Kar­rie­re ein jä­hes En­de.

Sei­ne Lei­den­schaft für den

Hand­ball lebt er seit­dem als Ju­gend­trai­ner aus. Ab 2009 trai­nier­te er nach­ein­an­der die D-, C- und B-Ju­nio­ren des TVB und be­treut Letz­te­re ak­tu­ell wie­der in der Ober­li­ga. Mi­li­us steckt viel Zeit in die­se Auf­ga­be: „Wenn es hoch­kommt, ste­he ich auch mal

40 bis 50 St­un­den pro Wo­che in der Hal­le.“Der Ter­min­ka­len­der ist voll, ein Tag oh­ne Hand­ball ist sel­ten. „Ich ma­che das aber ger­ne“, be­tont er, „ich füh­le mich gut, wenn ich an­de­ren den Sport ver­mit­teln und sie be­geis­tern kann.“

Sein Stu­di­um der so­zia­len Ar­beit in Os­na­brück be­zeich­net Mi­li­us mit ei­nem Au­gen­zwin­kern als „Ne­ben­be­ruf “, weil er es sich un­ter an­de­rem mit dem Hand­ball fi­nan­ziert. Wenn er Sport­pro­fil­klas­sen wie an der Ober­schu­le in Bis­sen­dorf be­treut oder Grund­schü­lern in der Re­gi­on die Fas­zi­na­ti­on am Hand­ball nä­her­bringt, be­kommt er ei­ne fi­nan­zi­el­le Ent­schä­di­gung.

Die Ak­ti­vi­tät im Ver­ein ist er­folg­reich. „Das mes­sen wir nicht dar­an, wel­che Plät­ze wir be­le­gen. Für uns be­deu­tet ein er­folg­rei­ches Ar­bei­ten eher, dass wir so vie­len Spie­lern wie mög­lich den Weg in un­se­re Män­nermann­schaft oder dar­über hin­aus be­rei­ten. Ich will die Jungs bes­ser ma­chen.“Und die Ar­beit zahlt sich aus: Das Män­ner­team ist in der Ober­li­ga eins der jüngs­ten.

Das bes­te Bei­spiel für den Er­folg in Bis­sen­dorf ist Yan­nick Fraatz, der zwei Jah­re sei­ner jun­gen Kar­rie­re un­ter Mi­li­us’ Lei­tung dort ver­brach­te. Fraatz, der Sohn von Ex-Na­tio­nal­spie­ler Jo­chen Fraatz, spielt jetzt für den Zweit­li­gis­ten HSG Nord­horn-Lin­gen. „Sol­che Ent­wick­lun­gen freu­en mich na­tür­lich“, sagt Mi­li­us stolz.

Für die Zu­kunft hat sich Mi­li­us als Ziel ge­setzt, den Be­ruf und den Sport nach dem Stu­di­um ver­ei­nen zu kön­nen. Er hat schon jetzt Ver­trags­an­ge­bo­te von Ver­ei­nen für die Be­treu­ung ih­rer Ju­gend­mann­schaf­ten vor­lie­gen: „Es fra­gen auch Bun­des­li­gis­ten an.“

Sei­ne Eh­rung als Sport­ler des Jah­res ist ihm per­sön­lich nicht so wich­tig. „Die­se Aus­zeich­nung ist na­tür­lich schön, aber ich kann auch oh­ne den Rum­mel le­ben. Der hat mich ein biss­chen er­schla­gen. Viel wich­ti­ger fin­de ich die Wert­schät­zung des Eh­ren­amts. Das ist es, wor­auf es an­kommt.“

Fo­to: El­vi­ra Par­ton

Ver­dien­te An­er­ken­nung: Ste­phen Mi­li­us (Mit­te) ist Sport­ler des Jah­res des TV Bis­sen­dorf-Hol­te. Ha­rald Bo­wen­kamp (1. Vor­sit­zen­der) und Mar­lies End­li­cher (2. Vor­sit­zen­de) über­reich­ten Tro­phäe und Ge­schenk.

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