Ro­nal­dos neue Be­schei­den­heit

Spa­ni­sche Pres­se fei­ert Re­al-Star nach sei­nem 42. Drei­er­pack in der Cham­pi­ons Le­ague

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Nach sei­nem gran­dio­sen Auf­tritt mach­te Cris­tia­no Ro­nal­do sei­nem Image kei­ne Eh­re. „Ich war dies­mal als Tor­schüt­ze dran, aber das Team hat enorm ge­spielt“, be­ton­te der Welt­fuß­bal­ler von Re­al Ma­drid nach sei­nem ful­mi­nan­ten Drei­er­pack beim 3:0 im Halb­fi­nalHin­spiel der Cham­pi­ons Le­ague ge­gen Stadt­ri­va­le At­lé­ti­co. Be­schei­den­heit leg­te der oft als ar­ro­gant kri­ti­sier­te Por­tu­gie­se auch in den so­zia­len Netz­wer­ken an den Tag. „To­ge­ther“(zu­sam­men) und drei­mal das Emo­ji ei­nes Arms mit an­ge­spann­tem Bi­zeps pos­te­te er mit ei­nem Bild sei­ner ju­beln­den Mit­spie­ler. „CR7“wird mit 32 of­fen­bar et­was ru­hi­ger – da­für flipp­ten Fans und Me­di­en to­tal aus.

Die Sport­zei­tung „Mar­ca“schrieb, der Stür­mer­star sei nach sei­nem Auf­tritt im San­tia­go Bern­abéu „un­sterb­lich ge­wor­den“. In An­spie­lung auf den sit­zen­den Ju­bel Ro­nal­dos nach dem drit­ten Tor tauf­te ihn das Blatt auf Sei­te eins auch nach dem le­gen­dä­ren US-In­dia­ner­häupt­ling „Sit­ting Bull“. Und auch Ver­tei­di­ger Ser­gio Ra­mos lob­te den Match­win­ner, der be­reits die Bay­ern im Vier­tel­fi­na­le mit fünf To­ren im Al­lein­gang aus­ge­schal­tet hat­te: „Cris­tia­no ist ei­ne Le­gen­de des Ver­eins, er ist ein­zig­ar­tig.“

Bis weit nach Mit­ter­nacht zo­gen Hun­der­te Fans der „Kö­nig­li­chen“um Ro­nal­do und Welt­meis­ter To­ni Kroos sin­gend und tan­zend durch Ma­drid. „Rooo­naaal­dooooo“, war über­all zu hö­ren. Es gab Grund zur Freu­de. Re­al ist bis­her bei kei­nem K.-o.-Du­ell nach ei­nem 3:0 im Hin­spiel aus­ge­schie­den. Die Pla­nun­gen fürs Fi­na­le dür­fen al­so auf­ge­nom­men wer­den. Falls beim Rück­spiel am kom­men­den Mitt­woch im Vi­cen­te Cal­derón nichts schief­geht, könn­ten Ro­nal­do & Co. am 3. Ju­ni in Car­diff die Ers­ten sein, die ei­nen Ti­tel in der Kö­nigs­klas­se er­folg­reich ver­tei­di­gen.

Trai­ner Zi­ne­di­ne Zi­da­ne warn­te al­ler­dings sei­ne Schütz­lin­ge und auch die Fans vor vor­zei­ti­ger Eu­pho­rie. „Wir ha­ben noch nichts ge­won­nen“, sag­te der fran­zö­si­sche Welt­meis­ter von 1998. Man ha­be ei­ne „fan­tas­ti­sche ers­te hal­be St­un­de ge­spielt“und sei dem Geg­ner prak­tisch über die ge­sam­te Par­tie „deut­lich über­le­gen ge­we­sen“. Aber noch ge­be es ja das Rück­spiel.

Re­al hät­te bei der Wie­der­auf­la­ge der Kö­nigs­klas­senFi­nals von 2014 und 2016 so­wie des Vier­tel­fi­nal-Du­ells von 2015, bei de­nen sich der „rei­che Bru­der“stets ge­gen den Ar­bei­ter-Ver­ein durch­setz­te, so­gar noch hö­her ge­win­nen kön­nen. Ne­ben den drei To­ren von Ro­nal­do (10., 73. und 86.) gab es wei­te­re gu­te Chan­cen.

„Ich den­ke, dass wir heu­te vom Trai­ner ei­nen gu­ten Plan mit­be­kom­men und re­la­tiv schlau ge­spielt ha­ben und nichts zu­ge­las­sen ha­ben“, sag­te Kroos. Aber wie Zi­da­ne mahnt auch er zur Vor­sicht. „Je­der weiß, dass ein Aus­wärts­tor noch ein­mal sehr un­an­ge­nehm sein kann.“Zu­mal der Geg­ner das Wei­ter­kom­men noch nicht auf­ge­ge­ben hat. „Wir sind At­lé­ti­co. Wenn je­mand das Un­mög­li­che schaf­fen kann, dann wir“, rief Trai­ner Die­go Si­meo­ne.

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