Wun­der­li­che Ge­schöp­fe in ei­ner sur­rea­len Welt

Bil­der von Ste­pha­nus Heid­a­cker in der Aus­stel­lung „Der ver­zau­ber­te Jä­ger“ge­ben Rät­sel auf

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Tom Bull­mann

Wenn der Pfei­fen­rau­cher wüss­te, was hin­ter ihm hockt, er wür­de nicht ent­spannt in die Fer­ne schau­en, das ei­ne Bein läs­sig an­ge­win­kelt auf ei­ner gro­ßen Kis­te ab­ge­stützt. Ein Mons­ter, ein Au­ßer­ir­di­scher oder ein Mu­tant könn­te das blaue We­sen mit dem Co­mic-Fi­gur-Kopf sein, das sich ihm nä­hert und von dem man nicht weiß, was es im Schil­de führt. „Stan Well“nann­te Ste­pha­nus Heid­a­cker sein Bild, das jetzt in der Ga­le­rie Letsah zu se­hen ist und das mit vie­len an­de­ren Ar­bei­ten in ei­ne ab­sur­de Welt ent­führt. Dort wim­melt es von wun­der­li­chen Ge­schöp­fen, die merk­wür­di­gen Tä­tig­kei­ten nach­ge­hen. Kommt die jun­ge Frau im blau­en Kleid ge­ra­de von ei­nem Bank­raub? Oder be­fin­den sich in den bei­den prall ge­füll­ten Beu­teln gar kei­ne Mün­zen, son­dern viel­leicht Fut­ter für Wald­be­woh­ner, de­nen sie et­was Gu­tes tun will?

Sie ge­ben Rät­sel auf, die Bil­der von Heid­a­cker, die er un­ter dem Ti­tel „Der ver­zau­ber­te Jä­ger“aus­stellt. War­um ist die jun­ge Frau, die wie ei­ne Mi­schung aus Rot­käpp­chen und Lo­li­ta aus­sieht, nackt, der­weil ei­ne lüs­ter­ne Hand aus ei­nem Vo­gel­häus­chen nach ihr greift? Mit schnel­lem Strich malt der aus Os­ter­cap­peln stam­men­de Künst­ler die­se Vi­sio­nen und ent­wirft Land­schaf­ten, fast oh­ne jeg­li­che Tie­fen­wir­kung. So kom­men auch sei­ne Fi­gu­ren, die die Bil­der do­mi­nie­ren, äu­ßerst flach da­her. Bis­wei­len po­si­tio­niert Heid­a­cker dann als Kon­tra­punkt kon­struk­ti­vis­tisch wir­ken­de, geo­me­tri­sche Ge­bil­de in den Land­schaf­ten. Oder in den Hän­den ei­nes Clowns, dem ei­ne Frau mit ei­ner Axt ei­nen ver­füh­re­ri­schen Blick zu­wirft. Folgt er ihr?

Stil­ele­men­te des Co­mics, des Sur­rea­lis­mus und der Pop-Art fin­den in den Bil­dern des in Ber­lin le­ben­den und ar­bei­ten­den Künst­lers Heid­a­cker zu­sam­men, die den Be­trach­ter in der Schwe­be zwi­schen Traum, Fik­ti­on und Rea­li­tät hal­ten. Ero­ti­sche Auf­la­dun­gen ver­wir­ren den Be­su­cher eben­so wie of­fe­ne Ag­gres­sio­nen und ver­deck­te Ge­walt.

„Der ver­zau­ber­te Jä­ger“, Ma­le­rei von Ste­pha­nus Heid­a­cker in der Ga­le­rie Letsah (Sün­tel­stra­ße 49): bis 21. Mai, Sa. und So. 14–19 Uhr und nach te­le­fo­ni­scher Ver­ein­ba­rung un­ter 05 41/ 6 00 12 55 oder 4 99 11.

Mehr Bil­der des Künst­lers so­wie wei­te­re Aus­stel­lungs­kri­ti­ken auf noz.de/kul­tur-re­gio­nal

Fo­to: Ebener

Ele­men­te des Co­mics, des Sur­rea­lis­mus und der Pop-Art fin­den sich in den Bil­dern von Ste­pha­nus Heid­a­cker.

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