Frost­schä­den: Erd­bee­ren aus der Re­gi­on wer­den teu­rer

War­mer März, kal­ter April: Tei­le der Ern­te zer­stört

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land - Von Vin­cent Buß Bil­der­ga­le­rie auf noz.de/os

Weil der März zu warm war und der April noch ein­mal fros­tig, wur­den deutsch­land­weit Tei­le der Erd­beer­ern­te zer­stört. Auch Pro­du­zen­ten aus dem Os­na­brü­cker Land rech­nen des­halb mit ei­nem Preis­an­stieg.

Zu den Be­trof­fe­nen zählt auch die Fir­ma Böck­mann aus Os­ter­cap­peln-Sch­wags­torf, der die Ver­kaufs­häus­chen in Erd­beer­form ge­hö­ren. Über 20 Pro­zent der Blü­ten, die zu Früch­ten wer­den, sind dort ver­fro­ren. Für In­ha­ber Heinz Böck­mann ist der war­me März Schuld: „In mei­nen 40 Be­rufs­jah­ren ha­be ich noch nie ei­ne so weit vor­an­ge­schrit­te­ne Ve­ge­ta­ti­on er­lebt.“Je mehr Erd­beer­pflan­zen schon blü­hen, des­to mehr Schä­den kann der April­frost ver­ur­sa­chen.

„Das be­rei­tet uns schlaf­lo­se Näch­te“, sagt der Erd­beer­pro­du­zent. Je­den Abend de­cken sei­ne Mit­ar­bei­ter des­halb die Pflan­zen mit wär­men­dem Vlies ab, der die­se vor Frost schüt­zen soll. Böck­manns wich­tigs­te Auf­ga­be im Mo­ment: Wet­ter­be­rich­te und Wol­ken­ra­dar an­se­hen.

Trotz­dem sieht er das Ge­schäft nicht ge­fähr­det. In die­sen Ta­gen be­gin­nen plan­mä­ßig die Ern­te und der Ver­kauf. Das ist laut Böck­mann mög­lich, weil ein Teil der Erd­bee­ren in Fo­li­en­tun­neln an­ge­baut wird, die sie bes­ser vor Frost schüt­zen. „Da­mit kön­nen wir das Os­na­brü­cker Land über den Mai ver­sor­gen“, er­klärt Böck­mann. Er rech­net da­mit, dass sich die Er­trä­ge ab Ju­ni wie­der nor­ma­li­sie­ren und Kun­den auch selbst pflü­cken kön­nen. „Aber die Eis­hei­li­gen kom­men ja noch“, gibt der Fir­men­in­ha­ber zu be­den­ken, und zwar vom 11. bis zum 15. Mai.

Ten­den­zi­ell grö­ße­ren Schä­den als Böck­mann be­fürch­tet Pro­du­zent Ste­phan Schmidt aus An­kum, der auch in Belm und Bram­sche Erd­beer­fel­der be­sitzt. Zwar schützt auch er sei­ne Pflan­zen mit Vlies, doch nutzt er kei­ne Fo­li­en­tun­nel. „Es gibt Erd­bee­ren, aber im Mai wird es schwie­rig“, sagt Schmidt. Der Ver­kauf wer­de wahr­schein­lich nicht wie ge­plant am 10. Mai be­gin­nen, au­ßer­dem wür­den auch bei ihm die Prei­se stei­gen. Im Vor­jahr kos­te­te laut Schmidt ein Ki­lo sei­ner ers­ten Erd­bee­ren zwi­schen 2,50 und 2,80 Eu­ro.

Ins­ge­samt va­ri­ier­ten die Frost­schä­den in der Re­gi­on We­ser-Ems recht stark, er­klärt Al­bert Nord­mann: „Von nicht so schlim­men bis zu mas­si­ven Schä­den.“Der Bee­ren­obst­be­ra­ter ist beim Obst­bau­ver­suchs­ring des Al­ten Lan­des zu­stän­dig für die­ses Ge­biet. Här­ter ge­trof­fen ha­be es Han­no­ver, wo bis zu 90 Pro­zent der Blü­ten ver­fro­ren, und süd­li­che­re Re­gio­nen. Dort sei der März noch wär­mer und der April noch käl­ter ge­we­sen.

Die Ern­te­aus­fäl­le ha­ben nach Nord­manns An­sicht aber auch mit der Tech­nik des Ver­frü­hens zu tun. Wenn die Erd­bee­ren in Fo­li­en­tun­neln oder un­ter Vlies wach­sen, wird die Blü­te­zeit vor­ge­zo­gen, um eher zu ern­ten. Dann sind die Pflan­zen aber auch an­fäl­li­ger für Frost­schä­den. Erd­be­er­lieb­ha­ber kann Nord­mann aber be­ru­hi­gen: „Es wird deutsch­land­weit kein Rie­sen­an­ge­bot ge­ben, aber ei­ne gu­te Ver­sor­gung ist si­cher­ge­stellt.“

Fo­tos: Eg­mont Sei­ler

Die Frost­schä­den an Erd­beer­blü­ten (hier bei Pflan­zen des Os­ter­cap­pel­ner Un­ter­neh­mens Böck­mann) sor­gen da­für, dass Erd­bee­ren in die­sem Jahr et­was teu­rer wer­den.

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