Kri­tik an Ho­mann

KAB: Un­ver­ant­wort­lich – NGG ver­han­delt En­de Mai

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land -

Der Diö­ze­san­ver­band Os­na­brück der Ka­tho­li­schen Ar­beit­neh­mer-Be­we­gung (KAB) und der Christ­li­chen Ar­bei­ter­ju­gend (CAJ) ver­ur­tei­len Ho­mann für die ge­plan­te Schlie­ßung der bei­den Wer­ke im Os­na­brü­cker Land scharf. Die Ge­werk­schaft NGG will En­de Mai mit der Mül­ler-Grup­pe ver­han­deln.

Von Je­an-Charles Fays

KAB-Se­kre­tär Fre­de­rick Hei­den­reich kri­ti­siert: „Es ist un­ver­ant­wort­lich, wenn ei­nem Un­ter­neh­men ge­rin­ge­re Pro­duk­ti­ons­kos­ten und Sub­ven­tio­nen wich­ti­ger sind als die Zu­kunft von 1200 Ar­bei­tern und ih­ren Fa­mi­li­en.“Ar­beit­neh­mer­rech­te, so­zia­le Ab­si­che­rung und Um­welt­schutz sei­en wich­ti­ger als die Ren­di­ten und Di­vi­den­den von Ak­tio­nä­ren und Vor­stands­mit­glie­dern.

Fre­de­rick Hei­den­reich be­tont: „Un­ser Wohl­stand darf nicht auf die Aus­beu­tung von Men­schen und Na­tur auf­bau­en. Als Chris­ten ha­ben wir ei­ne glo­ba­le Ver­ant­wor­tung, egal ob wir Un­ter­neh­mer, Ar­beit­neh­mer, Po­li­ti­ker oder Kon­su­ment sind.“Die Be­we­gun­gen KAB und CAJ wol­len sich laut ei­ner Mit­tei­lung da­für en­ga­gie­ren, dass die Wor­te der Po­li­ti­ker, ins­be­son­de­re im Wahl­kampf vor der nie­der­säch­si­schen Land­tags­wahl im Ja­nu­ar 2018, nicht nur ein Lip­pen­be­kennt­nis sind, son­dern als fes­ter Be­stand­teil der Par­tei­pro­gram­me auch um­ge­setzt wer­den.

Un­ter­des­sen ver­langt die wirt­schafts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der FDP im Nie­der­säch­si­schen Land­tag, Ga­b­rie­le Kö­nig, mehr En­ga­ge­ment von der Lan­des­re­gie­rung im Fall Ho­mann und für die nie­der­säch­si­sche Er­näh­rungs­wirt­schaft ins­ge­samt. „Es reicht nicht aus, dass der Wirt­schafts­mi­nis­ter sich mit den Ho­mann-Mit­ar­bei­tern so­li­da­risch er­klärt und pres­se­wirk­sam an ei­ner ge­mein­sa­men De­mons­tra­ti­on teil­nimmt.“

Erst nichts mit­zu­be­kom­men und sich dann ein­fach nur zu är­gern, sei zu we­nig. Stand­ort­ab­wan­de­run­gen sol­chen Aus­ma­ßes müss­ten viel eher auf dem po­li­ti­schen Ra­dar wahr­ge­nom­men wer­den. Die Lan­des­re­gie­rung ha­be ein­ge­räumt, von den Plä­nen zum Um­zug ins säch­si­sche Lep­pers­dorf über­rascht wor­den zu sein. Die FDP-Frak­ti­on stell­te ei­ne par­la­men­ta­ri­sche An­fra­ge, um die Rol­le der Lan­des­re­gie­rung im Fall Ho­mann zu be­leuch­ten.

Bis­lang ge­hen Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) Land­rat Michael Lüb­bers­mann da­von aus, dass sie Mit­te Mai ein Ge­spräch mit Mül­ler-Ma­na­ger Hei­ner Kamps füh­ren kön­nen.

Der Chef der Ge­werk­schaft Nah­rung Ge­nuss Gast­stät­ten (NGG) für die Re­gi­on Os­na­brück, Uwe Hil­de­brand, plant ak­tu­ell, dass die Ver­hand­lun­gen mit Ver­ant­wort­li­chen wie Hei­ner Kamps En­de Mai be­gin­nen. Er will prü­fen, ob der be­ste­hen­de Ta­rif­ver­trag noch Gül­tig­keit hat.

Fo­to: KAB

Die Ka­tho­li­sche Ar­beit­neh­mer-Be­we­gung kri­ti­siert Ho­mann für die Werks­schlie­ßun­gen scharf.

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