Das En­de des Thea­ters?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - R.doering@noz.de

Man muss nicht je­de Per­so­nal­ent­schei­dung im Kul­tur­be­trieb gut­hei­ßen. Aber man muss auch nicht das En­de al­ler Büh­nen­kunst aus­ru­fen, wie es Claus Pey­mann nun ge­tan hat. Was er da von der Auf­lö­sung des En­semble­ge­dan­kens im deut­schen Thea­ter fan­ta­siert, geht nicht ein­mal als Kas­san­dra­ruf durch: Pey­manns al­ters­mür­be Zu­kunfts­vi­si­on klingt, als er­lei­de er prä­ven­tiv den Phan­tom­schmerz über den Ver­lust der „zwei­ten Haut“, zu der ihm das Thea­ter ge­wor­den ist.

Da­bei hat das Thea­ter tat­säch­lich Pro­ble­me – es spricht nur nie­mand dar­über: über die mi­se­ra­blen Kon­di­tio­nen, un­ter de­nen das künst­le­ri­sche Per­so­nal Von Ralf Dö­ring

am Thea­ter ar­bei­tet: Es wä­re doch süß und eh­ren­voll, dar­über mal mit Kul­tur­po­li­ti­kern und kauf­män­ni­schen Di­rek­to­ren und auch mit dem Pu­bli­kum zu re­den. Oder die hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren hin­ter den Ku­lis­sen: Was hat ein al­ter Thea­ter­ha­se da­zu zu sa­gen?

Statt­des­sen pol­tert Pey­mann ge­gen ei­nen „Ju­gend­wahn“, den es ers­tens so nicht gibt, und zwei­tens: Wer soll denn das Thea­ter der Zu­kunft ge­stal­ten, wenn nicht die Ju­gend?

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