Floh­markt lie­ber wie­der tags­über

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Leserbriefe -

Zum Ar­ti­kel „Ist die Floh­markt­ord­nung noch zeit­ge­mäß? – Stand-Auf­bau erst ab 20 Uhr er­laubt – Kaum ei­ner hält sich dar­an – Sonn­tags herrscht gäh­nen­de Lee­re“(Aus­ga­be vom 3. Mai).

„Was ist nur los mit der Os­na­brü­cker Floh­markt­kul­tur? So merk­wür­dig, wie der Nacht­floh­markt am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de ab­lief, kann es doch wohl in Os­na­brück nicht wei­ter­ge­hen.

Da sieht man schon in den frü­hen Nach­mit­tags­stun­den an­schei­nend gut vor­be­rei­te­te au­gen­schein­li­che Floh­markt­be­schi­cker die Stän­de re­ser­vie­ren, und das, ob­wohl noch lan­ge nicht La­den­schluss ist. Hier wer­den Li­ni­en ge­zo­gen, dort schon mal et­was ab­ge­stellt. Es heißt doch Nacht­floh­markt und nicht Nach­mit­tags­floh­markt. Be­ginn al­so in den Abend­stun­den.

Dass sich an die­se Ord­nung vie­le nicht mehr hal­ten, zeugt doch da­von, dass das bis­he­ri­ge Mo­dell nicht mehr über­zeugt. Der ehe­ma­li­ge Charme des nächt­li­chen Trei­bens ist gänz­lich da­hin. Es geht nur noch dar­um, mög­lichst früh mög­lichst schnell gro­ße Ge­schäf­te zu ma­chen. Da kann man ja ge­trost sei­nen Stand schon um 22 Uhr schlie­ßen, dann kann man (und frau) auch im ei­ge­nen Bett über­nach­ten. Wer dann am Sonn­tag­vor­mit­tag noch mal die Stän­de ab­ge­hen woll­te, wur­de gänz­lich ent­täuscht, denn es gab kei­ne mehr. En­de – Aus!

Wenn die­se Ein­stel­lung mehr­heits­fä­hig ist, soll­ten sich die Ver­ant­wort­li­chen ein­mal über­le­gen, aus der Nacht­ak­ti­on wie­der ei­nen Ta­ges­floh­markt zu ma­chen, das kä­me vie­len An­bie­tern si­cher ent­ge­gen. Wie schön war doch die Zeit, als man an ei­nem Sonn­tag in der ge­sam­ten Alt­stadt durch die Gas­sen schlen­dern [. . .] und oh­ne Ta­schen­lam­pe im war­men Son­nen­licht sei­ne Schnäpp­chen ma­chen konn­te. War­um soll das ei­gent­lich in Zu­kunft nicht mehr mög­lich sein? Das wä­re doch ein neu­es High­light für Os­na­brücks wun­der­schö­ne Alt­stadt.

Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass nur Si­cher­heits­be­den­ken die­se Idee nicht wirk­lich wer­den las­sen. Ein Kran­ken­wa­gen hat es auch in der Red­lin­ger­stra­ße oder in der Stu­ben­stra­ße im Ernst­fall nicht ein­fach durch­zu­kom­men. Ich den­ke, man soll­te hier die Er­fah­run­gen frü­he­rer Jah­re in die Waag­scha­le wer­fen und ei­nen Neu­an­fang oh­ne Nacht­floh­markt an ur­sprüng­li­cher Stel­le ein­mal durch­spie­len. Viel­leicht geht da ja noch was. Ich wür­de mich rie­sig freu­en.“

Gre­gor Braß Wal­len­horst

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