Streit um Sonn­tags­öff­nung geht wohl 2018 wei­ter

Ge­setz erst nach der Wahl in Nie­der­sach­sen?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Dirk Fis­ser

Kein ver­kaufs­of­fe­ner Sonn­tag in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten, ge­gen den Ver­di nicht vor Ge­richt zog. Ein ums an­de­re Mal mach­te die Ge­werk­schaft da­mit den Plä­nen von Kom­mu­nen und Ein­zel­händ­lern in fast letz­ter Mi­nu­te ei­nen Strich durch die Rech­nung. Die­se Wo­che wird sich ver­mut­lich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Lüneburg in zwei­ter In­stanz mit den ge­plan­ten Sonn­tags­öff­nun­gen in Mep­pen, Lin­gen und Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te be­fas­sen.

Nach wie vor um­strit­ten

Mit ih­rem Re­form­ent­wurf für das La­den­öff­nungs­ge­setz woll­te So­zi­al­mi­nis­te­rin Cor­ne­lia Rundt ei­gent­lich für Klar­heit sor­gen. Ver­gan­ge­ne Wo­che ver­ab­schie­de­te die rot-grü­ne Re­gie­rung den Ent­wurf im Ka­bi­nett. Um­strit­ten ist er aber nach wie vor. Und über­haupt: In Kraft tritt er erst dann, wenn der Land­tag zu­ge­stimmt hat.

Das aber könn­te vor der Land­tags­wahl gar nicht mehr ge­sche­hen. SPD-Par­la­men­ta­ri­er und So­zi­al­aus­schuss­mit­glied Uwe Schwarz sagt: „Das ist ein wirk­lich kom­pli­zier­tes Ge­setz. Ob es in der ver­blei­ben­den Zeit bis zur Wahl noch et­was wird, weiß ich nicht.“Ver­mut­lich wer­de ein An­hö­rungs­ver­fah­ren ge­star­tet. In des­sen Zu­ge kön­nen dann In­ter­es­sen­ver­tre­ter von Kom­mu­nen, Wirt­schaft und Ge­werk­schaft ih­re Mei­nung sa­gen.

Weil das aber dau­ert und noch di­ver­se an­de­re Ge­set­zes­vor­ha­ben durch den Aus­schuss müs­sen, wird es vor der Wahl eng fürs La­den­öff­nungs­ge­setz. „Ich kann nicht sa­gen, wel­ches Ge­setz die­ses Jahr noch das Licht der Welt er­blickt“, um­schreibt es Schwarz. Mög­li­cher­wei­se ver­zö­gert sich das In­kraft­tre­ten al­so noch um Mo­na­te.

Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass so­wohl SPD als auch CDU noch ein­mal an den Ge­set­zes­text ran­wol­len. Schwarz et­wa will ein An­hö­rungs­recht für Ge­werk­schaf­ten vor­schrei­ben: Ver­di soll al­so ge­fragt wer­den, be­vor Kom­mu­nen ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge pla­nen.

Rein­hold Hil­bers, Vi­zeFrak­ti­ons­chef der CDU im Land­tag, spricht von Ver­sa­gen, soll­te die Ge­set­zes­än­de­rung nicht vor der Wahl ver­ab­schie­det wer­den. „Wir brau­chen mög­lichst schnell ei­ne si­che­re Rechts­grund­la­ge für Kom­mu­nen und Un­ter­neh­men.“Die SPD agie­re kraft­los und wer­de zwi­schen den In­ter­es­sen der Ge­werk­schaft und der So­zi­al­de­mo­kra­ten in den Rat­häu­sern zer­rie­ben, so Hil­bers.

De­fi­nier­te An­läs­se

Wie Schwarz will auch Hil­bers den Ge­set­zes­text mo­di­fi­zie­ren: Sei­ner Auf­fas­sung nach soll in je­der Kom­mu­ne bei vier Sonn­tags­öff­nun­gen im Jahr Schluss sein. Nach der­zei­ti­gem Stand dürf­ten in Han­no­ver und Braun­schweig aber häu­fi­ger Ge­schäf­te öff­nen, weil de­ren Stadt­be­zir­ke ei­ne zu­sätz­li­che Sonn­tags­öff­nung per Ge­setz zu­ge­si­chert be­kom­men sol­len. Sol­che Be­zir­ke gibt es nur in den bei­den Städ­ten.

Zu­dem will Hil­bers, dass der ge­setz­lich ge­for­der­te An­lass­be­zug für ei­ne Sonn­tags­öff­nung kla­rer de­fi­niert oder gleich ganz aus dem Ge­setz ge­stri­chen wird.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.