War­nung vor Fisch aus Os­ter­cap­peln

Mann aus Dam­me nach Ver­zehr von Plöt­zen im Kran­ken­haus – Bo­tu­lis­mus kann le­bens­be­droh­lich sein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - Von Jörg San­ders und Ka­rin Kem­per

Das nie­der­säch­si­sche Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­ri­um warnt vor dem Ver­zehr von Plöt­ze des Lie­fe­ran­ten Oze­an Fisch­groß­han­del aus Os­ter­cap­peln. Der Ver­zehr kön­ne in un­be­han­del­ten Fäl­len schwe­re Ge­sund­heits­schä­den zur Fol­ge ha­ben oder töd­lich en­den, denn es be­ste­he der Ver­dacht, dass die Kar­pfen­fi­sche mit dem Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um bo­tu­li­num ver­un­rei­nigt sind. Be­trof­fen ist die Wa­re in lo­sen Kar­tons mit dem Min­dest­halt­bar­keits­da­tum 21. 12. 2017. Es kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass der Fisch im Han­del be­reits lo­se ver­kauft wur­de. Er soll ins­be­son­de­re in rus­si­schen Ein­kaufs­märk­ten an­ge­bo­ten wer­den. En­de April kam ein Mann in Dam­me im Land­kreis Vech­ta mit Ver­dacht auf Bo­tu­lis­mus ins Kran­ken­haus, nach­dem er den Fisch ge­ges­sen hat­te.

Das Nie­der­säch­si­sche Mi­nis­te­ri­um für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz warnt vor dem Ver­zehr von „Plöt­ze aus­ge­nom­men, ge­trock­net und ge­sal­zen“des Lie­fe­ran­ten Oze­an Fisch­groß­han­del aus Os­ter­cap­peln. Der Ver­zehr kann schwe­re Ge­sund­heits­schä­den zur Fol­ge ha­ben oder töd­lich en­den.

OS­TER­CAP­PELN. Der War­nung zu­fol­ge be­ste­he der Ver­dacht, dass die Kar­pfen­fi­sche (Ru­ti­lus ru­ti­lus) mit dem Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um bo­tu­li­num ver­un­rei­nigt sind.

Be­reits seit dem 20. Ja­nu­ar kann der Ein­zel­han­del in Nie­der­sach­sen mit dem mög­li­cher­wei­se ge­sund­heits­ge­fähr­den­den Pro­dukt be­lie­fert wor­den sein. Be­trof­fen ist die Wa­re in lo­sen Kar­tons mit dem Min­dest­halt­bar­keits­da­tum 21.12.2017. Es kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass der Fisch im Han­del be­reits lo­se ver­kauft wor­den sei, warnt die Kreis­ver­wal­tung Osnabrück. Er soll ins­be­son­de­re in rus­si­schen Ein­kaufs­märk­ten an­ge­bo­ten wer­den.

Bo­tu­lis­mus ist ei­ne le­bens­be­droh­li­che Ver­gif­tung, die durch den Ver­zehr von ver­dor­be­nem Fleisch oder Fisch ver­ur­sacht wer­den kann. Aus­lö­ser ist der Gift­stoff Bo­tu­li­num­to­xin, der vom Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um bo­tu­li­num pro­du­ziert wird. Bo­tu­lis­mus muss in je­dem Fall um­ge­hend be­han­delt wer­den, da er an­sons­ten zum To­de füh­ren kann.

Die Be­hör­den wa­ren auf den Fall auf­merk­sam ge­wor­den, weil ein Mann in Dam­me im Land­kreis Vech­ta En­de April mit Ver­dacht auf Bo­tu­lis­mus er­krankt ins Kran­ken­haus ge­kom­men war, wie das dor­ti­ge Ge­sund­heits­amt er­fuhr. Bei dem Pa­ti­en­ten so­wie in Fi­sch­res­ten wur­de

schließ­lich Bo­tu­li­num­to­xin nach­ge­wie­sen, wie das Ro­bert-Koch-In­sti­tut (RKI) den In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on zu­fol­ge am Don­ners­tag be­stä­tig­te. Der Land­kreis hat­te Pro­ben an das RKI ge­schickt.

Mit­ar­bei­ter des Ge­sund­heits­am­tes des Land­krei­ses

Vech­ta such­ten den Dam­mer Ein­zel­händ­ler am Mitt­woch auf, bei dem der Er­krank­te den Fisch ge­kauft hat­te. Die Mit­ar­bei­ter nah­men Pro­ben von der Wa­re mit, die von dem Be­trieb aus Os­ter­cap­peln ge­kom­men war. Nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on hat­te der Ein­zel­händ­ler in Dam­me bis zur ers­ten Kon­trol­le durch den Land­kreis Vech­ta am Mitt­woch be­reits 1,3 Ki­lo­gramm Plöt­ze in 100-Gramm-Ein­hei­ten ver­kauft. Da­her ist da­von aus­zu­ge­hen, dass wei­te­re Kun­den im Be­sitz von wo­mög­lich ver­un­rei­nig­ter Wa­re sein könn­ten.

Die Be­hör­den prü­fen der­zeit, ob ein mög­li­cher Ver­kauf auch über an­de­re Ge­schäf­te er­folg­te. Zu den wei­te­ren Maß­nah­men ge­hört, die Ver­triebs­we­ge zu er­mit­teln, wei­te­re Pro­ben zu ent­neh­men (Ei­gen­kon­trol­le und amt­li­che Kon­trol­le) und noch vor­han­de­ne Wa­re im Be­trieb si­cher­zu­stel­len.

Wer den be­trof­fe­nen Fisch be­reits ver­zehrt hat, soll auf mög­li­che Sym­pto­me ach­ten: un­ge­wöhn­li­che Kopf­schmer­zen, Übel­keit, Er­bre­chen, Bauch­krämp­fe, Durch­fall und Läh­mungs­er­schei­nun­gen. Läh­mun­gen be­tref­fen pri­mär die Au­gen und das Seh­ver­mö­gen. Wei­te­re Sym­pto­me kön­nen Sprech­stö­run­gen, ein tro­cke­ner Mund so­wie Schluck­läh­mun­gen oder Atem­not sein.

Wer die­se Sym­pto­me nach dem Ver­zehr des Fi­sches ha­be, sol­le um­ge­hend ei­nen Arzt auf­su­chen.

Das Rot­au­ge (Ru­ti­lus ru­ti­lus), auch die Plöt­ze, Unech­te Rot­fe­der oder der Sch­wal ge­nannt, ist ein Fisch aus der Fa­mi­lie der Kar­pfen­fi­sche (Cy­pri­ni­dae). Rot­au­gen sind vor al­lem in Ost­eu­ro­pa als Spei­se­fisch be­deu­tend.

Sie schme­cken sehr de­li­kat, le­dig­lich we­gen sei­ner fei­nen Grä­ten ist der Fisch in der Kü­che nicht so be­liebt. Um den Fisch ge­nieß­bar zu ma­chen, kann man das Fi­let vor dem Frit­tie­ren mehr­mals ein­schnei­den (zi­se­lie­ren). Sehr gut sol­len auch po­chier­te Fisch­klö­ße oder Fri­ka­del­len schme­cken.

Ei­ne wei­te­re Me­tho­de, der fei­nen Grä­ten Herr zu wer­den, ist, das Rot­au­ge über meh­re­re Ta­ge in Es­sig ein­zu­le­gen und da­mit die Grä­ten auf­zu­lö­sen.

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