Lin­ke will mit Po­li­tik­wech­sel punk­ten

Spit­zen­duo Wa­genk­necht und Bartsch er­höht bei Klau­sur­ta­gung Druck auf SPD – Schulz bleibt va­ge

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Für Sah­ra Wa­genk­necht sind NRW und der Bund durch­aus ver­gleich­bar – bei bei­den Wah­len geht es für sie um ei­ne Ab­kehr von der bis­he­ri­gen Po­li­tik. Doch wie soll so ein ra­di­ka­ler Wech­sel klap­pen?

Die Lin­ke emp­fiehlt sich bei den be­vor­ste­hen­den Land­tags­wah­len und im Bund als ein­zi­ge Par­tei für ei­nen ech­ten Po­li­tik­wech­sel. Die Frak­ti­ons­chefs Sah­ra Wa­genk­necht und Diet­mar Bartsch ver­such­ten am Don­ners­tag bei ei­ner Lin­ken-Frak­ti­ons­klau­sur in Dort­mund, die SPD mit mar­ki­gen Wor­ten un­ter Druck zu set­zen. Zu­gleich warn­ten sie mög­li­che Lin­ke-Wäh­ler vor Ko­ali­tio­nen oh­ne ei­ne Lin­ke-Be­tei­li­gung.

Wa­genk­necht zog ei­ne Par­al­le­le zwi­schen NRW und dem Bund. „Im Grun­de ist die Wah­l­ent­schei­dung ganz ähn­lich“, sag­te sie. „Die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler kön­nen ein ,Wei­ter so‘ wäh­len [...], oder sie kön­nen die Lin­ke

wäh­len.“Die Lin­ke wür­de sich ja wün­schen, dass nicht al­le an­de­ren Par­tei­en für ein „Wei­ter so“stün­den, doch dies sei der Fall. „Es muss sich et­was än­dern in Deutsch­land.“So tra­ge be­reits in an­de­ren EU-Staa­ten ei­ne „neo­li­be­ra­le Po­li­tik“zum Er­star­ken der Rech­ten bei. Bartsch sag­te: „Wir wol­len im Herbst zwei­stel­lig

wer­den, wir wol­len dritt­stärks­te Kraft wer­den.“In Schles­wig-Hol­stein und NRW woll­te die Lin­ke in die Land­ta­ge ein­zie­hen.

In ei­ner ge­mein­sa­men Er­klä­rung be­ton­ten die bei­den Spit­zen­kan­di­da­ten zur Bun­des­tags­wahl: „We­der bei ei­ner Fort­set­zung der Gro­ßen Ko­ali­ti­on noch in ei­ner Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on (CDU/CSU,

Grü­ne und FDP), ei­ner ers­ten schwarz-grü­nen oder ei­ner Am­pel-Ko­ali­ti­on (SPD, Grü­ne und FDP) wird es ei­nen po­li­ti­schen Rich­tungs­wech­sel ge­ben.“Der SPD war­fen sie vor, die FDP als Wunsch­ko­ali­ti­ons­part­ner be­nannt zu ha­ben.

Hin­ter­grund ist, dass SPD-Kan­di­dat Mar­tin Schulz in jüngs­ter Zeit lie­ber von ei­ner Am­pel mit FDP und Grü­nen oder ei­ner von der SPD an­ge­führ­ten Gro­ßen Ko­ali­ti­on re­det. Im Saar­land hat­te die Aus­sicht auf ein mög­li­ches rot-rot-grü­nes Bünd­nis Wäh­ler aus SPD-Sicht ab­ge­schreckt, die CDU ge­wann die Land­tags­wahl im März mit gro­ßem Vor­sprung.

Ei­nem Bünd­nis mit den Lin­ken will der SPD-Chef aber trotz wach­sen­der Skep­sis in sei­ner Par­tei kei­ne Ab­sa­ge er­tei­len. „Ich will Kanz­ler wer­den“, sag­te er den Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. „Wer mit mir nach der Wahl ko­alie­ren will, muss sich mein Pro­gramm an­gu­cken und das un­ter­schrei­ben.“

Wa­genk­necht und Bartsch un­ter­stri­chen: „Je stär­ker die Lin­ke, des­to grö­ßer der Druck auf die SPD, ih­ren Kurs zu kor­ri­gie­ren. Wir wol­len die Kanz­ler­schaft von An­ge­la Mer­kel nicht ver­län­gern und ein star­kes Ge­wicht auf der Waage des Po­li­tik­wech­sels sein.“

Die Lin­ke be­ton­te, sie stre­be ein brei­tes Bünd­nis für so­zia­le Si­cher­heit, Abrüs­tung und Frie­dens­po­li­tik an. Sie be­ton­ten, nö­tig sei­en „wirk­sa­me Abrüs­tung und ei­ne Be­en­di­gung der Aus­lands­ein­sät­ze der Bun­des­wehr und des Kal­ten Krie­ges ge­gen­über Russ­land“.

Ana­ly­sen zur Bun­des­tags­wahl fin­den Sie auf noz.de/bun­des­tags­wahl

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