AfD will Hoch­schul-In­sti­tu­te schlie­ßen

Lan­des­ver­band ent­schei­det über Wahl­pro­gramm – „Bes­se­rungs­an­stal­ten“ge­for­dert

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Der nie­der­säch­si­sche AfD-Lan­des­ver­band will am kom­men­den Wo­che­n­en­de bei ei­nem Par­tei­tag in Han­no­ver sein Pro­gramm für die Land­tags­wahl 2018 ver­ab­schie­den. Der un­se­rer Re­dak­ti­on vor­lie­gen­de 95-sei­ti­ge Ent­wurf ist durch­zo­gen von Kri­tik an der „der­zeit noch ton­an­ge­ben­den Klas­se aus Po­li­tik, Me­di­en, Kir­chen und Ge­werk­schaf­ten“, wie es in der Prä­am­bel heißt.

Das Pa­pier warnt vor zu viel Ein- und Aus­wan­de­rung, die die „jahr­hun­der­te­al­te Iden­ti­tät“Nie­der­sach­sens ge­fähr­de: „Ei­ne Ver­drän­gung der ein­hei­mi­schen deut­schen Be­völ­ke­rung durch Mi­gran­ten“ste­he be­vor, heißt es in dem un­ter Fe­der­füh­rung von Uwe Wapp­ler er­ar­bei­te­ten Ent­wurf. Wapp­ler ist we­gen ei­ner er­fun­de­nen Ver­ge­wal­ti­gung und der Auf­for­de­rung zur „Trap­pen­jagd“auf par­tei­in­ter­ne Kri­ti­ker um­strit­ten. Der eben­falls um­strit­te­ne Par­tei­chef Paul-Ar­min Ham­pel stärk­te Wapp­ler aber den Rü­cken.

Dem Leit­an­trag zu­fol­ge will die AfD ein ge­ne­rel­les De­mons­tra­ti­ons­ver­bot für Aus­län­der. Die Ver­samm­lungs­frei­heit gel­te nur für Deut­sche.

Scharf geht der Ent­wurf mit der Schul- und Hoch­schul­po­li­tik im Land ins Ge­richt: An den Hoch­schu­len sol­le nur noch in deut­scher Spra­che ge­lehrt wer­den. Frau­en­quo­ten und Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te will die Par­tei „er­satz­los strei­chen“. Zu­dem for­dert die AfD die Schlie­ßung „ideo­lo­gisch oder po­li­tisch ein­sei­tig aus­ge­rich­te­ter Fa­kul­tä­ten“wie des Os­na­brü­cker In­sti­tuts für Mi­gra­ti­ons­for­schung und In­ter­kul­tu­rel­le Stu­di­en, des Ol­den­bur­ger Zen­trums für Frau­en- und Ge­schlech­ter­for­schung oder des Zen­trums für Gen­der­stu­dies in Braun­schweig. Die „pseu­do­wis­sen­schaft­li­che“Gen­der­theo­rie ist der AfD ein Dorn im Au­ge. Gen­der Main­strea­m­in­gG­rup­pen sol­len eben­so wie Is­lam­ver­bän­de, Schwu­len­und Les­ben­or­ga­ni­sa­tio­nen, der „Tä­ter-Op­fer-Aus­gleich“oder „lin­ke Pa­zi­fis­mus­for­schung“künf­tig kein Staats­geld mehr er­hal­ten. Statt­des­sen sol­len jun­ge Paa­re Be­ra­tungs­an­ge­bo­te be­kom­men, da­mit sie „ih­re Auf­ga­ben und ih­re Ver­ant­wor­tung als El­tern ken­nen­ler­nen und sie er­fül­len kön­nen“.

Bei Straf­tä­tern ver­spricht die AfD ge­ne­rell mehr Här­te: „Ver­wahr­los­te und kri­mi­nel­le“Ju­gend­li­che sol­len in ge­schlos­se­nen Ein­rich­tun­gen re­so­zia­li­siert wer­den, straf­fäl­li­ge jun­ge Men­schen sol­len ih­re schär­fe­ren Stra­fen auch in „Bes­se­rungs­an­stal­ten“ver­bü­ßen dür­fen.

Fo­to: dpa

Un­ter­stützt den Leit­an­trag: Paul Ham­pel.

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