Wan­dern, Ge­schich­te und Po­li­tik

Im Ge­spräch mit Chris­toph Re­cker, Land­tags­kan­di­dat der AfD

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Westfälische Tagespost - Von Jes­si­ca von den Ben­ken

Die Land­tags­wah­len in Nord­rhein-West­fa­len ste­hen vor der Tür. Bis zum Wahl­tag am 14. Mai stel­len wir die sie­ben Kan­di­da­ten aus dem Kreis St­ein­furt vor, die sich im Wahl­kreis 83 und da­mit auch in Lot­te und Wes­ter­kap­peln um ei­nen Platz im Düs­sel­dor­fer Land­tag be­wer­ben. Den An­fang macht ein Wahl­neu­ling: Chris­toph Re­cker von der Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD).

Chris­toph Re­cker ist 27 Jah­re alt, Di­plom-Fi­nanz­wirt und lebt in Ibbenbüren. Seit 2013 ist er Mit­glied der Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) und Kreis­schatz­meis­ter so­wie Be­zirks­schatz­meis­ter der Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on „Jun­ge Al­ter­na­ti­ve“und Mit­glied des Lan­des­fach­aus­schus­ses Finanzen.

In sei­ner Frei­zeit geht er ger­ne wan­dern und ge­nießt die Na­tur vor sei­ner Haus­tür. Wenn er ge­ra­de nicht po­li­tisch un­ter­wegs ist, in­ter­es­siert er sich für Ge­schich­te. „Ree­nact­ment, die Ins­ze­nie­rung von kon­kre­ten ge­schicht­li­chen Er­eig­nis­sen in mög­lichst rea­lis­ti­scher Art und Wei­se, fas­zi­niert mich“, er­klärt er.

Po­li­tisch in­ter­es­siert ist er seit sei­ner Schul­zeit, doch ha­be ihn nie ei­ne Par­tei wirk­lich über­zeu­gen kön­nen. Ins­be­son­de­re in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­be er das Ge­fühl ge­habt, dass sich die Par­tei­en weit­ge­hend ei­nig sei­en und sich im­mer wei­ter von den In­ter­es­sen der Bür­ger ent­fer­nen. Ein ech­ter po­li­ti­scher Dis­kurs fin­de im­mer we­ni­ger statt, und vom „Main­stream ab­wei­chen­de Mei­nun­gen“wür­den mehr und mehr ver­drängt. „Als dann die AfD als Grund­ge­setz­par­tei mit ih­rem ba­sis­de­mo­kra­ti­schen Grund­ge­dan­ken ge­grün­det wur­de, trat ich um­ge­hend ein“, so Re­cker.

Mehr Mit­be­stim­mung

Er wol­le dem Bür­ger wie­der ei­ne Stim­me ver­schaf­fen und ihm mehr Recht auf Mit­be­stim­mung ein­räu­men. „Po­li­tik soll­te nicht von ei­ner po­li­ti­schen Eli­te, son­dern vom Volk ge­macht wer­den. Mei­nungs­frei­heit ist un­be­dingt zu er­hal­ten.“

Drin­gen­den Hand­lungs­be­darf se­he Re­cker vor al­lem bei fol­gen­den The­men: Er­hö­hung der in­ne­ren Si­cher­heit durch bes­se­re Aus­stat­tung und Auf­sto­ckung der Po­li­zei. „Es kann nicht sein, dass ein Land wie Bay­ern bei we­ni­ger Ein­woh­nern als NRW trotz­dem noch mehr Po­li­zis­ten be­schäf­tigt. NRW darf nicht Schluss­licht bei der Si­cher­heit sei­ner Bür­ger sein“, so Re­cker. Auch soll­ten Bür­ger sei­ner Mei­nung nach ent­las­tet wer­den, in­dem man die Grund­er­werb­steu­er sen­ke. Die­se sei in NRW auf ei­nem Re­kord­ni­veau von 6,5 Pro­zent. Wei­ter wer­de drin­gend ein Maß­nah­men­ka­ta­log für die Ge­sun­dung des Lan­des­haus­halts ge­braucht. Es pas­se nicht zu­ein­an­der, dass man Spit­zen­rei­ter bei den Steu­er­ein­nah­men sei und gleich­zei­tig die höchs­te Ver­schul­dung un­ter den Län­dern auf­wei­se.

Das The­ma, wel­ches Re­cker be­son­ders be­schäf­tigt, ist die Zu­kunft der St­ein­koh­le in Ibbenbüren. „Das Aus für den Berg­bau 2018 ist be­reits be­schlos­sen, doch wie steht es um die Zu­kunft des Kraft­wer­kes? Ist dies wirk­lich kos­ten­güns­tig zu ver­sor­gen und zu er­hal­ten? Und wer über­nimmt die Ver­ant­wor­tung für die dort ge­fähr­de­ten Ar­beits­plät­ze?“Ei­nen Tag in sei­nem Wahl­kreis wür­de er ger­ne mit Ralf Wit­zel von der FDP, Spre­cher für Haus­halt, Finanzen und Per­so­nal, ver­brin­gen. Er ha­be ihn auf ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on zu Fi­nanz­we­sen und Haus­halt er­lebt, und es ha­be ihn be­ein­druckt, dass Wit­zel sich nicht da­vor scheu­te, Pro­ble­me klar an­zu­spre­chen, statt mit Phra­sen zu be­le­gen.

Ko­ali­ti­ons­fra­ge

Auf die Fra­ge nach ei­nem Wunsch­part­ner für ei­ne Ko­ali­ti­on sag­te Re­cker: „Das ist wirk­lich span­nend. So wird die AfD doch kol­lek­tiv von al­len Par­tei­en an­ge­grif­fen, und man über­bie­tet sich ge­gen­sei­tig in Be­grün­dun­gen, war­um ei­ne sol­che Zu­sam­men­ar­beit nicht mög­lich sei. Schlüs­si­ge in­halt­li­che Be­grün­dun­gen ha­be ich je­doch noch kei­ne ge­hört.“

Wei­ter stellt er die Sicht­wei­se der AfD da­zu wie folgt dar: „Als ech­te Volks­par­tei der Mit­te ste­hen für uns die Be­lan­ge der Bür­ger im Fo­kus. Soll­te sich zu­künf­tig ei­ne an­de­re Par­tei dar­an er­in­nern und ih­re Po­si­tio­nen sach­lich und ideo­lo­gie­frei, nach­hal­tig und lang­fris­tig fin­den, kann man ger­ne die Ba­sis für ei­ne ge­mein­sa­me Ar­beit aus­lo­ten. Un­ab­hän­gig da­von ha­ben wir aber auch die un­be­ding­te Be­reit­schaft, die drin­gen­den Lö­sun­gen für un­ser Land auch ei­gen­stän­dig zu fin­den.“

Fo­to: Jes­si­ca von den Ben­ken

Chris­toph Re­cker will für die AfD in das nord­rhein-west­fä­li­sche Lan­des­par­la­ment. In Teck­len­burg fühlt er sich be­son­ders wohl. Dort tra­fen wir ihn.

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