Vor­ne tref­fen, hin­ten dicht hal­ten

Spor­freun­de Lot­te müs­sen am Sams­tag zum Ta­bel­len­füh­rer MSV Duis­burg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region/lokalsport - Von Cars­ten Rich­ter

Drei Spiel­ta­ge vor dem Sai­son­en­de wer­den die Sport­freun­de Lot­te noch ein­mal auf Herz und Nie­ren ge­prüft. Am Sams­tag ist die Mann­schaft von Trai­ner Is­mail Atalan zu Gast beim Ta­bel­len­füh­rer MSV Duis­burg (14 Uhr, Schau­ins­land­rei­sen-Are­na).

In Duis­burg ha­ben die Sport­freun­de Lot­te al­ler­dings rein gar nichts zu ver­lie­ren. Das ist die po­si­ti­ve Aus­gangs­la­ge ge­gen ei­ne Mann­schaft, die mut­maß­lich in der kom­men­den Sai­son wie­der in die Zwei­te Bun­des­li­ga auf­stei­gen wird. Für Lot­te be­steht al­so die gro­ße Chan­ce, sich noch ein­mal vor ei­ner gro­ßen Ku­lis­se zu zei­gen und un­ter Be­weis zu stel­len, dass man zu Recht auch in der kom­men­den Sai­son in der Drit­ten Li­ga an­tre­ten darf.

Das gilt auch für Lot­tes In­nen­ver­tei­di­ger Ger­rit Nauber, der sich auf die Auf­ga­be freut. „Das wird noch ein­mal ein ganz ho­hes Ni­veau. Wir wol­len uns dort so teu­er wie mög­lich ver­kau­fen und zei­gen, was uns so stark ge­macht hat“.

Hin­ter den Sport­freun­den lie­gen an­stren­gen­de Wo­chen. Be­son­ders die letz­te Wo­che hat­te es noch ein­mal in sich. Nach dem 120-mi­nü­ti­gen Po­kal­fight und dem an­schlie­ßen­den Elf­me­ter­kri­mi

ge­gen den SV Rö­ding­hau­sen schien der Ak­ku leer. Dass die Mann­schaft dann nur 64 St­un­den spä­ter im Nach­bar­schafts­du­ell ge­gen den VfL Osnabrück wie­der­um ei­ne star­ke Leis­tung ab­ru­fen konn­te, die spie­le­risch an die star­ken Spie­le der Hin­run­de er­in­ner­te, über­rasch­te die meis­ten der vie­len Zu­schau­er po­si­tiv, die es mit den Sport­freun­den hiel­ten. „Un­se­re Phy­sio­the­ra­peu­tin Me­la­nie Hu­bert hat­te da gan­ze Ar­beit ge­leis­tet. Aber auch das Trai­nings­pro­gramm wur­de op­ti­mal

auf die Be­las­tun­gen ab­ge­stimmt, so­dass wir noch ein­mal an un­se­re Leis­tungs­gren­ze ge­hen konn­ten. Aber im­mer geht so was na­tür­lich nicht“, be­rich­tet Lot­tes Mann­schafts­ka­pi­tän wei­ter.

Nicht gie­rig ge­nug ?

Da­mit war un­ter dem Strich er­neut ei­ne gu­te Leis­tung mög­lich. „Ich glau­be schon, dass wir vor al­lem in der ers­ten Halb­zeit mehr Chan­cen hat­ten und auch das ein oder an­de­re Tor hät­ten ma­chen müs­sen. Lei­der ging

uns da aber ein­fach die­se Gier vor­ne ab, die Chan­cen zu ver­wer­ten. Die­se letz­te Ent­schlos­sen­heit war zwar da, und die Chan­cen wa­ren auch hoch­ka­rä­tig, aber ins Netz ging der Ball ja lei­der nicht. Es war wie schon ge­gen Rö­ding­hau­sen ein in­ten­si­ves Spiel, nur da hat­ten wir ja we­nigs­tens das glück­li­che En­de für uns ge­habt“, sagt Nauber.

Dass das Spiel ge­gen Osnabrück im Ge­gen­satz zum Hin­spiel noch in gu­ter Er­in­ne­rung blei­ben wird, ist für Nauber oh­ne­hin klar. „Ge­gen

Osnabrück macht es im­mer Spaß zu spie­len. Das Sta­di­on war voll, die Stim­mung ent­spre­chend fried­lich und gut. Wir ha­ben die Hin­spiel­nie­der­la­ge et­was ver­ges­sen ma­chen kön­nen, auch wenn es kei­nen Sieg gab. Den­noch bin ich froh, dass die eng­li­schen Wo­chen jetzt vor­bei sind und wir in ei­nen nor­ma­len Rhyth­mus wei­ter­ma­chen kön­nen.“

Für den 25-Jäh­ri­gen ist es näm­lich ei­ne be­son­ders stres­si­ge Zeit, die er mo­men­tan durch­lebt. „Es ist al­les sehr an­stren­gend, denn ich ha­be in die­ser Sai­son je­des Spiel mit­ge­macht. Pri­vat hat­te und ha­be ich Prü­fungs­wo­chen, und di­rekt am Mor­gen nach dem Rö­ding­hau­senSpiel war noch ei­ne Klau­sur zu schrei­ben. Für mich ist es im Mo­ment schon sehr hart. Ich ge­he in Osnabrück zur Abend­schu­le und ma­che da ja mei­nen Be­triebs­wirt. Da muss­ten ge­ra­de die Ab­schluss­prü­fun­gen ge­schrie­ben wer­den. Das be­deu­tet, dass ich da noch je­den Mon­tag, Di­ens­tag, Don­ners­tag und Frei­tag zu­sätz­lich zum Fuß­ball noch ein­ge­bun­den bin. Das ist schon ei­ne sehr in­ten­si­ve Zeit, denn ne­ben dem Trai­ning und den Spie­len nut­ze ich je­de freie Mi­nu­te, um noch mal durch die Un­ter­la­gen zu ge­hen.“

Will­kom­me­ne Ablen­kung

Ei­ne will­kom­me­ne Ablen­kung könn­te da der Aus­wärts­auf­tritt in Duis­burg sein. Und bei de­ren An­griffs­stär­ke gilt es, be­son­ders in der Ab­wehr hell­wach zu sein und den La­den hin­ten dicht zu hal­ten. „Wir ha­ben in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit aus­wärts öf­ter mal so dum­me Ge­gen­to­re be­kom­men, die uns dann schnell aus der Bahn ge­wor­fen ha­ben und wo uns da­nach die Ori­en­tie­rung fehl­te. Das wol­len wir in Duis­burg un­be­dingt bes­ser ma­chen und de­nen zei­gen, dass wir dort kein Punk­te­lie­fe­rant sind“, stellt Ger­rit Nauber un­miss­ver­ständ­lich vor dem Gang an die We­dau fest.

Fo­to: Man­fred Mru­gal­la

Klärt per Kopf: Lot­tes Ab­wehr­mann Ger­rit Nauber hofft, dass sich die Sport­freun­de in Duis­burg beim Ta­bel­len­füh­rer mög­lichst teu­er ver­kau­fen.

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