VfL-U-21: „Der Traum ist vor­bei“

Ta­len­te ge­schockt über Rück­zug

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional - Von Pe­ter Vor­berg

Nach der An­kün­di­gung des VfL Osnabrück, die U 21 auf­zu­lö­sen, re­agier­ten die Ta­len­te der U 21 und des äl­te­ren Jahr­gangs der A-Ju­gend ge­schockt. Ei­ne ver­nünf­ti­ge Vor­be­rei­tung auf die Ober­li­ga-Par­tie in Wun­storf (Sams­tag, 16 Uhr) war na­he­zu un­mög­lich.

„Ich hät­te schon er­war­tet, dass ich als Ka­pi­tän ein paar Ta­ge frü­her da­von er­fah­re“, sagt Ka­pi­tän Ma­lik Ur­ner, der über die Auf­lö­sung der U 21 eben­so kaum Ver­ständ­nis zeigt wie Stür­mer Il­jan Ri­dic, der im letz­ten Som­mer aus der A-Ju­gend auf­rück­te und zu­letzt mit vier To­ren auf sich auf­merk­sam mach­te. „Ei­ni­ge hat­ten Trä­nen in den Au­gen“, so Ri­dic, der dar­auf hin­wies, mit Ur­ner im Na­men der gan­zen Mann­schaft zu spre­chen. „Da ist man nur noch frus­triert. Wir ha­ben die­ses Jahr ei­ne so gu­te Sai­son ge­spielt. Im letz­ten Jahr sind wir in die A-Ju­gend-Bun­des­li­ga auf­ge­stie­gen. Dort spielt die U 19 über­ra­gend, und dann be­kommt man die Mit­tei­lung, dass man ge­hen kann.“

Ur­ner kri­ti­siert den Zeit­punkt. „Da wird mit Leip­zig ver­gli­chen, doch die wuss­ten schon im Ja­nu­ar, dass die Mann­schaft auf­ge­löst wird. Wir be­kom­men das drei Wo­chen vor Sai­son­en­de ge­sagt und dür­fen uns nun ei­nen Ver­ein su­chen.“Der Ka­pi­tän, der sich bei der U21 in den letz­ten bei­den Jah­ren nach ei­nem Kreuz­band­riss zu ei­nem der ab­so­lu­ten Füh­rungs­spie­ler ent­wi­ckelt hat und noch lei­se Hoff­nun­gen auf ei­nen Pro­fi-Ver­trag heg­te, ver­steht die Be­grün­dung nicht. „Ti­mo Beer­mann, Si­mon Tü­ting, Da­ni­el Flott­mann oder Marc Hei­der ha­ben al­le in der U 21 ge­spielt und sind dar­über Pro­fis ge­wor­den. Man hat in den letz­ten Jah­ren bei uns ge­se­hen, dass die U-19-Spie­ler al­le noch et­was brau­chen, um sich an den Her­ren­fuß­ball zu ge­wöh­nen.“Ri­dic är­gert sich wie die Mit­spie­ler auch über die Darstel­lungs­wei­se des Rück­zugs in der Öf­fent­lich­keit. „Uns hat man ge­sagt, dass das Fi­nan­zi­el­le das Aus­schlag­ge­ben­de ist. In der Pres­se heißt es dann, dass der Ver­ein die Ju­gend­ar­beit bis zur U 19 op­ti­mie­ren will.“

Bei­de ver­si­chern, man wol­le in Wun­storf, ge­gen Ar­mi­nia Han­no­ver und in Nort­heim noch mal al­les ge­ben. „Es wird schwer ge­gen drei star­ke Geg­ner“, so Ur­ner. Ri­dic er­gänzt: „Der VfL ist un­ser Ver­ein. Je­der hät­te gern mal an der Bre­mer Brü­cke als Pro­fi ge­spielt. Der Traum ist vor­bei. Trotz­dem ge­ben wir auch für un­se­ren Trai­ner, der uns viel bei­ge­bracht hat, noch mal Gas.“

U-21-Trai­ner Mar­ko Tre­dup er­fuhr vom Auf­lö­sungs­plan Mit­te letz­ter Wo­che. Nun soll er wohl U-17-Coach wer­den. „Ich bin ge­spannt aufs Wo­che­n­en­de, wie die Jungs re­agie­ren. Ich ha­be aber su­per Jungs“, sagt er zum Wun­stor­fSpiel. „Die Mann­schaft war ge­ne­rell ei­ne gu­te Ent­wick­lungs­ba­sis für jun­ge Spie­ler. Pro­fis konn­ten nach Ver­let­zun­gen Spiel­pra­xis sam­meln. Spie­le sind im­mer bes­ser als Trai­ning, das fällt jetzt so weg. Wir beim VfL müs­sen un­be­dingt schau­en, dass die Spie­ler gu­te Clubs fin­den und sie nicht ein­fach in die Be­zirks­li­ga ab­ge­scho­ben wer­den.“

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