Das Spek­ta­kel be­ginnt

Eis­ho­ckey: Deut­sches Team ner­vös vor dem „Ham­mer-Auf­takt“– Heute ge­gen die USA

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Die Vor­freu­de auf den WM-Start am heu­ti­gen Frei­tag wächst im deut­schen Eis­ho­ckey-Team. Die Spie­ler ha­ben al­ler­dings Re­spekt vor dem schwe­ren Auf­takt­pro­gramm. Und der Ka­pi­tän ist an­ge­schla­gen. Heute Abend (20.15 Uhr/Sport 1) er­öff­net die deut­sche Mann­schaft die Eis­ho­ckey-Welt­meis­ter­schaft ge­gen die USA in Köln – die wich­tigs­ten und in­ter­es­san­tes­ten Fak­ten:

Dar­auf kommt es bei den Deut­schen an: Der Er­folg hängt für Bun­des­trai­ner Mar­co Sturm we­sent­lich von der De­fen­si­ve ab, die in der Vor­be­rei­tung gro­ße Pro­ble­me of­fen­bar­te. Ver­tei­di­ger Den­nis Sei­den­berg und des­sen NHL-Team­kol­le­ge Tho­mas Greiss von den New York Is­lan­ders sind die Hoff­nungs­trä­ger. Bei­de ab­sol­vier­ten al­ler­dings je nur ei­nen WM-Test. Im Tor ist Greiss die un­um­strit­te­ne Num­mer eins, auch wenn der Füs­se­ner bei den Is­lan­ders zum En­de der Vor­run­de sei­nen Pos­ten als Stamm­kee­per ver­lo­ren hat. „Er ist ein­fach cool, egal, was er macht. Und das ist für ei­nen Tor­hü­ter enorm wich­tig“, sagt Sturm.

Das Sor­gen­kind: Ka­pi­tän Chris­ti­an Ehr­hoff hat in der Ein­heit am Don­ners­tag ge­fehlt. Der frü­he­re NHL-Ver­tei­di­ger be­rei­tet Trai­ner Sturm Sor­gen, soll aber ge­gen die USA zum Ein­satz kom­men. „Es war ei­ne Vor­sichts­maß­nah­me. Des­we­gen ge­he ich da­von aus, dass er spielt“, sag­te Sturm und sprach von „klei­nen Weh­weh­chen“bei Ehr­hoff.

So stark ist der Geg­ner: Das US-Team tritt zwar mit ei­nem star­ken Ka­der an, der aber mit den Ka­na­di­ern oder

Schwe­den auf dem Pa­pier nicht mit­hal­ten kann. Das En­sem­ble aus NHL- und ei­ni­gen Col­le­ge­spie­lern ist im Schnitt 22,6 Jah­re alt, die Deut­schen sind im Schnitt fast sechs Jah­re äl­ter. Zu­dem ist das Team nicht gut ein­ge­spielt. „Ich glau­be, es ist ein Plus­punkt, weil sie uns vi­el­leicht zu leicht neh­men“, hofft Stür­mer Fe­lix Schütz.

Der „Ham­mer-Auf­takt“: Ger­ne spre­chen Sport­ler da­von, nur von Spiel zu Spiel zu schau­en. An­ge­sichts der schwe­ren ers­ten drei Par­ti­en ge­gen die USA so­wie die Fa­vo­ri­ten Schwe­den und Russ­land fällt das den Deut­schen schwer. „Das ist schon ein Ham­mer-Auf­takt“, stöhnt

Sturm-Rou­ti­nier Mar­cus Kink. Aber Coach Sturm re­la­ti­viert: „Auch wenn wir ei­nen schlech­ten Start ha­ben, ist noch nichts ver­lo­ren.“Schließ­lich qua­li­fi­zie­ren sich die je­weils bes­ten vier der bei­den Ach­ter-Grup­pen für das Vier­tel­fi­na­le.

Das Zitat vor dem Spiel: Die Er­war­tun­gen an die deut­sche Mann­schaft sind durch­aus ge­wach­sen, das Vier­tel­fi­na­le das Ziel. Fe­lix Schütz ver­sucht je­doch, den Druck vom Team zu neh­men: „Ich ha­be null Angst. Vor was soll ich Angst ha­ben? Wenn wir ver­lie­ren, kom­me ich nicht ins Ge­fäng­nis. Ich ha­be im­mer noch mei­ne Frau und mein Kind.“

Ist Ver­stär­kung im An­flug? Go­a­lie Phil­ipp Gru­bau­er könn­te da­zu­sto­ßen, der in der NHL mit Wa­shing­ton ge­gen Tom Kühn­hackls Pitts­burgh vor dem Aus steht. Ei­ne wei­te­re Ver­stär­kung wä­re Ana­heim-Ver­tei­di­ger Kor­bi­ni­an Hol­zer oder Shoo­ting­star Le­on Drai­saitl aus Ed­mon­ton. „Ei­ne Per­son kann die Mann­schaft de­fi­ni­tiv ver­än­dern, und das ist Le­on Drai­saitl. Er ist der bes­te Spie­ler, den wir in Deutsch­land ha­ben“, sagt Sturm.

Die Mu­sik in der Ka­bi­ne: Seit der Ju­gend spielt Ver­tei­di­ger Mo­ritz Mül­ler in Köln, vor dem WM-Auf­takt hat er des­we­gen auch in der Ka­bi­ne für die pas­sen­de Stim­mung

ge­sorgt. „Es lief auch schon das ei­ne oder an­de­re Köl­sche Lied“, sagt der 30-Jäh­ri­ge. Die Rol­le des Ka­bi­nen-DJs hat aber zu­nächst Mar­cus Kink über­nom­men. „Ei­ner muss Bock ha­ben, dann muss den an­de­ren Jungs die Mu­sik ge­fal­len – und dann bleibt er das“, meint Mül­ler.

So fie­bern an­de­re Sport­stars mit: „Sie spie­len zu Hau­se vor fan­tas­ti­schen Fans, da kann man schon über sich hin­aus­wach­sen“, sagt Fuß­bal­lpro­fi Mar­co Reus. „Eis­ho­ckey ist wirk­lich ein in­ten­si­ves Spiel, da ist im­mer was los. Es ist Ac­tion von vor­ne bis hin­ten“, sagt die Ten­nis-Welt­rang­lis­ten­zwei­te An­ge­li­que Ker­ber.

Fo­to: dpa

Heiß her ging es im Er­öff­nungs­spiel der letz­ten Heim-WM im Jahr 2010 in der Are­na auf Schal­ke. Da­mals ge­wan­nen die Deut­schen 2:1 ge­gen die USA. Vor sie­ben Jah­ren auch schon da­bei: Fe­lix Schütz.

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