Mit lo­cke­ren Sprü­chen nach Eu­ro­pa?

Köln und Wer­der hof­fen bei­de nach jah­re­lan­ger Ab­sti­nenz auf die Rück­kehr auf die in­ter­na­tio­na­le Büh­ne

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Mit Hu­mor und Ent­schlos­sen­heit zu­rück nach Eu­ro­pa: Die Über­ra­schungs­clubs 1. FC Köln und Wer­der Bre­men ver­spü­ren im Sai­son­fi­na­le plötz­lich po­si­ti­ven Druck, doch vor dem di­rek­ten Du­ell am Frei­tag ha­ben die Trai­ner ih­re Lo­cker­heit nicht ver­lo­ren. „Platz acht wä­re ei­ne rie­si­ge Ent­täu­schung“, sag­te FC-Trai­ner Pe­ter Stö­ger zu den Jour­na­lis­ten. Und er­gänz­te mit ei­nem Schmun­zeln: „Für euch!“Wer­derCoach Alex­an­der Nou­ri be­ant­wor­te­te der­weil die Fra­ge, wie er zu Eu­ro­pa ste­he, eben­falls mit ei­nem Spruch. „Ich ha­be nichts ge­gen das Wort Eu­ro­pa“, sag­te Nou­ri, „ich bin ja nicht die AfD.“

Doch trotz al­ler Spä­ße: Die Sehn­sucht nach pri­ckeln­den Eu­ro­pa­cup-Aben­den ist auf bei­den Sei­ten groß. Denn bei­de ha­ben ei­ne gro­ße Eu­ro­pa­cup-His­to­rie, doch bei­de wa­ren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nur Zu­schau­er. Bre­men ab­sol­vier­te das letz­te sei­ner 177 Spie­le im De­zem­ber 2010, Kölns letz­ter von bis­her 160 Ein­sät­zen stieg gar im Sep­tem­ber 1992. Heu­ti­ge Leis­tungs­trä­ger wie Ti­mo Horn, Do­mi­ni­que Heintz oder Leo­nar­do Bit­ten­court wa­ren da­mals noch gar nicht ge­bo­ren.

Vor dem Du­ell des Ach­ten Köln, der mit ei­nem Sieg am Sechs­ten Bre­men vor­bei­zie­hen könn­te, steht der Be­griff „Eu­ro­pa Le­ague“aber nicht mehr auf dem In­dex. Im Ge­gen­teil: Ver­tre­ter bei­der Ver­ei­ne ga­ben ih­re lan­ge zur Schau ge­tra­ge­ne Zu­rück­hal­tung

auf. „Es ist der rich­ti­ge Zeit­punkt, um über die­se Din­ge zu re­den“, sag­te Stö­ger vor sei­nem 100. Bun­des­li­ga­Spiel als FC-Trai­ner: „Die Ziel­set­zung ist jetzt nicht mehr, Ach­ter oder Ne­un­ter zu wer­den. Jetzt geht es dar­um zu schau­en, ob wir Eu­ro­pa schaf­fen oder nicht. Die kom­men­den zwei Wo­chen kön­nen das Le­ben ei­nes Sport­lers ver­än­dern.“

Für den FC spricht ge­gen Bre­men die Heim­bi­lanz, er hat nur ge­gen die Bay­ern und im Der­by ge­gen Mön­chen­glad­bach zu Hau­se ver­lo­ren. Für Wer­der spricht der star­ke Lauf von elf Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge bei neun Sie­gen. Mit­te Fe­bru­ar hat­te Wer­der noch den Re­le­ga­ti­ons­platz 16 be­legt – mit 16 Zäh­lern Rück­stand auf den FC.

„Wir wol­len un­se­re Se­rie wei­ter aus­bau­en“, sag­te Sport­chef Frank Bau­mann: „Wenn uns das bis zum Sai­son­en­de ge­lingt, ste­hen die Chan­cen gut, dass wir nach dem letz­ten Spiel­tag mit ei­nem Lä­cheln aus Dort­mund zu­rück­keh­ren wer­den.“Die­sel­be Rech­nung be­müht auch Stö­ger: „Ge­win­nen wir drei­mal, sind wir da­bei.“

Doch die Mo­ti­va­ti­on bei den Köl­nern, die in die­ser Sai­son nicht un­ter­halb von Platz acht stan­den, ist groß. „Frei­tag­abend um 20.30 Uhr heißt es Voll­gas und gib ihm“, be­ton­te Ka­pi­tän Mat­thi­as Leh­mann, „um 22.17 Uhr wol­len wir auf Platz sechs ste­hen. Das ist das Ziel!“Und da­für wä­ren die wie Wer­der auf Kon­ter spe­zia­li­sier­ten Köl­ner be­reit, auch vol­les Ri­si­ko zu ge­hen. „Wenn es in der 85. Mi­nu­te 1:1 ste­hen soll­te, wür­den wir be­stimmt nicht sa­gen: Un­ser Ziel ist Platz neun, und wir wol­len bloß nicht ab­rut­schen“, be­ton­te Leh­mann, „wir wer­den dann al­les nach vor­ne wer­fen, um drei Punk­te zu ho­len.“

Fo­to: Wit­ters

Alex­an­der Nou­ri

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.