Latein­thea­ter-AG des Ca­ro­li­nums spielt für Grund­schul­kin­der

Zwei­spra­chi­ge Auf­füh­rung rund um ei­nen gol­de­nen Zank­ap­fel

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Wie ent­steht Streit – und wie geht man ihm von vorn­her­ein aus dem Weg? Dar­um ging es jetzt im deutsch-la­tei­ni­schen Thea­ter­stück „Das Pa­ris-Ur­teil“, das die Latein­thea­ter­AG des Ca­ro­li­nums für Grund­schul­kin­der aus Osnabrück auf­führ­te.

Gleich drei­mal hin­ter­ein­an­der tra­ten die ins­ge­samt 16 Jung­s­chau­spie­ler des Ca­ro­li­nums auf. So groß war die Nach­fra­ge bei den Grund­schu­len. Fast je­de Rol­le im Stück war da­bei zwei­fach be­setzt: ein Schau­spie­ler für die deut­sche Ver­si­on, ei­ner für die la­tei­ni­sche.

„Die Hand­lung des Stücks ist aus der an­ti­ken Sa­gen­welt ent­lehnt“, be­rich­te­te Latein­leh­re­rin El­ke Mül­ler, die die AG lei­tet. Es be­gann mit der ver­häng­nis­vol­len Hoch­zeit des Men­schen Pe­leus mit der Göt­tin The­tis. Zu die­ser

Hoch­zeit wa­ren al­le Göt­ter ein­ge­la­den – bis auf Di­s­cor­dia, die Göt­tin der Zwie­tracht. Schäu­mend vor Wut kam sie den­noch und warf un­ter dia­bo­li­schem La­chen ei­nen gol­de­nen Ap­fel un­ter die Gäs­te, der die Auf­schrift „Der Schöns­ten“trug.

Zwi­schen Ve­nus, Mi­ner­va und Ju­no ent­flamm­te dar­auf­hin ein Streit, wer die

recht­mä­ßi­ge Trä­ge­rin die­ses Ti­tels sein soll­te. Da sie sich nicht ei­ni­gen konn­ten, soll­te Pa­ris die Schöns­te aus­wäh­len. Er ent­schied sich für Ve­nus, was zum Raub der He­le­na und letzt­lich zum Tro­ja­ni­schen Krieg füh­ren soll­te.

Be­tont und deut­lich spra­chen die Latein­schü­ler die la­tei­ni­schen Sät­ze. Ein­zel­ne For­mu­lie­run­gen ver­stan­den die Grund­schü­ler aus der Alt­städ­ter Schu­le und der DreiRe­li­gio­nen-Schu­le auf An­hieb, et­wa, dass „te amo“auf Deutsch „ich lie­be dich“heißt.

„In der Latein­thea­ter-AG geht es dar­um, Spaß am Spre­chen der la­tei­ni­schen Spra­che zu ha­ben“, er­klär­te Mül­ler. Schü­ler aus fast al­len Jahr­gangs­stu­fen mach­ten mit, so­gar ei­ni­ge Fünft­kläss­ler, die selbst noch gar kei­nen re­gu­lä­ren Latein­un­ter­richt ha­ben.

Zum Ab­schluss des kurz­wei­li­gen Auf­tritts ging Mül­ler mit dem Pu­bli­kum noch in die Analyse des Ge­se­he­nen: Was hät­ten die Göt­ter tun kön­nen, um den ver­hee­ren­den Streit zu ver­mei­den? Ein Mäd­chen hat­te ei­ne über­zeu­gen­de Lö­sung pa­rat: Die Gäs­te hät­ten den gol­de­nen Ap­fel ein­fach der Braut schen­ken kön­nen.

Fo­to: Micha­el Grün­del

Ju­no, Mi­ner­va und Ve­nus ge­ra­ten in Streit um ei­nen gol­de­nen Ap­fel – und am En­de steht ein Krieg.

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