Er­folg für den Zoo, Frust für die Nach­barn

Bür­ger­fo­rum: Stadt kün­digt Un­ter­su­chung für den Schö­ler­berg an – Kon­zept für Nah­er­ho­lung ge­plant

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Von Jann We­ber

Der Er­folg des Zoos er­freut nicht al­le Nach­barn. Im Bür­ger­fo­rum für die Stadt­tei­le Fled­der und Schö­ler­berg äu­ßer­ten sie ih­re Sor­ge um das Nah­er­ho­lungs­ge­biet. Auch die Idee für ei­ne neue Bus­li­nie stand auf der Ta­ges­ord­nung.

Der Zoo ent­wi­ckelt sich ste­tig wei­ter, und je­des Jahr lockt er ei­ne Mil­li­on Be­su­cher zum Schö­ler­berg. Doch man­che Nach­barn se­hen die Ent­wick­lung kri­tisch. An­woh­ner des Schö­ler­bergs se­hen so­wohl den Um­fang als auch die Qua­li­tät des Nah­er­ho­lungs­ge­bie­tes schwin­den. Ei­ne alt­ein­ge­ses­se­ne Nach­ba­rin sprach von „Ent­täu­schung“dar­über, dass „die Stadt dem Zoo al­les groß­zü­gig über­lässt“, und von „Frus­tra­ti­on“dar­über, dass sich Spa­zier­gän­ger mit We­gen „an Zäu­nen ent­lang und an der Au­to­bahn“be­gnü­gen müss­ten. Aus ih­rer Sicht als An­woh­ne­rin sei „vom Schö­ler­berg nur noch ein Rest da“.

Mo­ni­ka Bud­ke vom Run­den Tisch des Stadt­teils sieht es ähn­lich: „Es wird an al­len Ecken ge­knab­bert.“Vor al­lem das „Wald­ge­fühl“sei ver­lo­ren ge­gan­gen. Das Block­heiz­kraft­werk ge­be ein häss­li­ches Bild ab, und in der Um­ge­bung wer­de ge­baut – un­ter an­de­rem für die Ver­wal­tung des Land­krei­ses. Sie wünscht sich ein Nah­er­ho­lungs­kon­zept für den Schö­ler­berg – und of­fen­bar geht die­ser Wunsch in Er­fül­lung: Hans Schrö­der vom

Os­na­brü­cker Ser­vice­be­trieb kün­dig­te ei­nen Plan für ein Frei­raum-Kon­zept an – für das ge­sam­te Stadt­ge­biet. Der Rat müs­se es je­doch noch be­schlie­ßen. Au­ßer­dem er­läu­ter­te Schrö­der ein wei­te­res Vor­ha­ben der Stadt in Zu­sam­men­ar­beit mit der Hoch­schu­le un­ter dem Ti­tel „Pro­duk­tiv. Nach­hal­tig. Le­ben­dig – Grü­ne Fin­ger für ei­ne kli­ma­re­sis­ten­te Stadt“. Der städ­ti­sche Fach­be­reich „Umwelt und Kli­ma­schutz“ver­spricht sich da­von auch Lö­sungs­an­sät­ze für den

Schö­ler­berg. Schrö­der kün­dig­te an: „Wir wol­len den Schö­ler­berg kom­plett un­ter­su­chen.“Er plä­dier­te für ei­ne Ex­kur­si­on mit Bür­gern, von de­nen er sich An­re­gun­gen wünscht.

Rats­herr und CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Fritz Brick­wed­de, der das Bür­ger­fo­rum lei­te­te und au­ßer­dem Vor­sit­zen­der des Zoo­bei­ra­tes ist, setzt eben­falls auf ei­nen Orts­ter­min mit be­trof­fe­nen An­woh­nern, denn: „Es hat mich sehr be­trof­fen ge­macht,

was Sie ge­sagt ha­ben.“Er hof­fe auf ei­ne „gu­te Nach­bar­schaft“rund um den Zoo.

Wie wä­re es mit ei­ner di­rek­ten Bus­ver­bin­dung zwi­schen den Stadt­tei­len Schö­ler­berg und Schin­kel? Die­sen Vor­schlag äu­ßer­te die An­woh­ne­rin Leo­no­re Hei­de­mann. Da­für kön­ne ei­ne an­de­re Li­nie ge­stri­chen wer­den: „Der Bus von der Bernings­hö­he zum Ne­u­markt ist Un­sinn!“Statt­des­sen könn­te doch ei­ne neue Li­nie über die Amel­dung­stra­ße zur Schel­len­berg­brü­cke,

durch den Schin­kel zur Bre­mer Stra­ße und schließ­lich so­gar von dort nach Has­te füh­ren – im stünd­li­chen Takt. Die­ter Ot­te von den Stadt­wer­ken ant­wor­te­te so: „Wir wol­len die­sen Vor­schlag prü­fen.“Ähn­li­che Wün­sche wür­den auch in an­de­ren Stadt­tei­len ge­äu­ßert. Mög­li­che Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Stadt­tei­len wür­den als „Haus­auf­ga­be für 2018“be­trach­tet.

Die An­woh­ner der Wörth­stra­ße wür­den sich freu­en, wenn sie wirk­lich an ei­ner Fahr­rad­stra­ße le­ben könn­ten – tat­säch­lich ist der Ab­schnitt zwi­schen der Ibur­ger Stra­ße und der Mel­ler Stra­ße als sol­che ein­ge­stuft. Aber zu mer­ken sei da­von nichts, wie An­woh­ner be­rich­te­ten: Au­to­fah­rer nutz­ten die Wörth­stra­ße als Ab­kür­zung und Al­ter­na­ti­ve zum Ro­sen­platz. Ein An­woh­ner sag­te: „Es wird zu schnell und zu viel ge­fah­ren.“Ei­ne Lö­sung ist nicht in Sicht. Da­her dürf­te sich die­se Stra­ße auch im nächs­ten Bür­ger­fo­rum auf der Ta­ges­ord­nung be­fin­den.

In der ver­gan­ge­nen Sit­zung hat­te ein An­woh­ner der Amel­dung­stra­ße von der Stadt ge­for­dert, das dort noch ver­blie­be­ne Tem­po-30Schild zu ent­fer­nen. Schließ­lich sei der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung nach der Grund für Tem­po 30 ent­fal­len, weil die Kä­the-Koll­witz-Schu­le kei­ne Schu­le mehr ist. Dass Au­to­fah­rer dort nun 50 St­un­den­ki­lo­me­ter fah­ren dür­fen, ver­setzt vie­le An­woh­ner in Sor­ge vor al­lem um ih­re Kin­der, für die sie nun Que­rungs­hil­fen for­dern. Aber da­für be­darf es noch Er­he­bun­gen der Ver­wal­tung, be­vor die Po­li­ti­ker ent­schei­den kön­nen.

Mehr Ru­he am Hux­müh­len­bach: Nach­barn der Fir­ma Eger­land dür­fen sich auf ei­ne Lärm­schutz­wand freu­en. Das teil­te die Ver­wal­tung mit. Was die An­woh­ner aber wei­ter är­gert, sind par­ken­de Last­wa­gen auf dem Bür­ger­steig.

Fo­to: Da­vid Ebe­ner

Der Zoo wird im­mer at­trak­ti­ver, bei­spiels­wei­se durch das neue Men­schen­af­fen­haus (hier ei­ne Luft­auf­nah­me der Bau­stel­le vom März). Aber was ist mit dem an­gren­zen­den Er­ho­lungs­ge­biet?

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