„Bye Bye“mit Hal­lo-Ef­fekt

Deut­schpop-Band Me­le ge­winnt IfM Stu­dy-Up-Award

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Mat­thi­as Liedt­ke

Gan­ze neun Bands tra­ten in der La­ger­hal­le zum Wett­streit um den dies­jäh­ri­gen, vom In­sti­tut für Mu­sik (IfM) aus­ge­lob­ten Stu­dy-Up-Award für den Be­reich Po­pu­lar­mu­sik an, der am En­de an die Deutsch­popFor­ma­ti­on Me­le ging.

Mit un­ver­kopft grad­li­ni­gen und tanz­ba­ren mu­si­ka­li­schen Ar­ran­ge­ments, de­ren An­lei­hen an Neue-Deut­scheWel­le-Bands wie Ide­al un­ver­kenn­bar wa­ren, wit­zig-fre­chen Tex­ten und nicht zu­letzt ei­ner ei­gen­wil­li­gen Per­for­mance hat­te das Quartett die drei­köp­fi­ge, in­ter­na­tio­na­le Ex­per­ten­ju­ry über­zeugt, die aus zwei Hoch­schul­do­zen­ten und ei­nem Mu­sik­jour­na­lis­ten be­stand. Als sich Sän­ge­rin Me­le mit durch­drin­gen­der Stimm­ge­walt und ak­zen­tu­ier­ten Key­board-Ein­la­gen in­tui­ti­ve „Ge­dan­ken in Blau“mach­te, sorg­te ein Tän­zer im farb­lich ent­spre­chen­den Ganz­kör­per­tütü für de­ren pan­to­mi­mi­sche Un­ter­ma­lung. Auch ein star­kes „Bye Bye“in Song­form sorg­te am En­de für ei­nen nach­hal­ti­gen Hal­lo-Ef­fekt.

Da­bei war Me­les Kon­kur­renz nicht min­der über­zeu­gend. Hand­werk­lich na­he­zu per­fekt glänz­te et­wa der nicht nur stimm­lich agi­le Sän­ger Lu­cas New­man samt ei­ner Hand­voll aus­ge­wähl­ter Mu­si­ker mit schnei­di­gen Groo­ves und fun­ki­gem Soul­Pop. Die Grup­pe We Spre­ad Shiny Shit ver­sprüh­te mal ent­spannt klir­ren­den Am­bi­ent-Pop und mal läs­si­ge Hip-Hop-Beats mit aus der Woll­müt­ze ge­schüt­tel­ten Rap-Ein­la­gen. Ge­konn­te Stil­übun­gen bo­ten Cha­sing The Ser­pent im Hea­vy- und Zo­e­la im ge­fäl­li­gen deutsch­spra­chi­gen Standard-Rock­popBe­reich. Das durch ein sich har­mo­nisch du­el­lie­ren­des Ge­s­angs­duo auf­fal­len­de Sex­tett Ele­phant bot ver­gleichs­wei­se schwe­ren Gi­tar­ren-las­ti­gen Rock, wäh­rend Ano­ther Kind Of Bloom mit der­sel­ben aus­druck­star­ken und va­ria­blen Sän­ge­rin poin­tier­ten und mit­un­ter pa­the­ti­schen Breit­wand-Pop prä­sen­tier­ten. Als es auf Mit­ter­nacht zu­ging, sorg­ten die Bla­zin Vi­bes mit trei­ben­den Ska- und Reg­gae-Rhyth­men und ge­konn­tem dua­len Blä­serein­satz für ein fu­rio­ses Fi­na­le.

Das Sa­xo­fon- und Trom­pe­ten­duo stand auch im Zen­trum der For­ma­ti­on Mo­re Is Mo­re, die mit dem un­ge­wöhn­li­chen mu­si­ka­li­schen Kon­zept, Ge­s­angs­sam­ples zu ei­ge­nen krea­ti­ven und ex­trem par­ty­taug­li­chen Li­ve-Re­mi­xes be­kann­ter Songs ein­zu­spie­len, buch­stäb­lich aus der Rei­he tanz­te. Da­für wur­de sie am En­de von der Ju­ry mit dem zwei­ten Platz be­lohnt. Die letz­te Über­ra­schung ei­nes kurz­wei­li­gen Pop-Abends, der ein­mal mehr das breit ge­fä­cher­te Spek­trum des ent­spre­chen­den Stu­di­en­pro­fils prä­sen­tiert hat.

Ei­gen­wil­lig war die Per­for­mance der Deut­schpop-For­ma­ti­on Me­le. Fo­to: Heh­mann

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