„Die Fran­zo­sen zah­len in ei­nem Jahr in neu­en Francs“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

Das hat zu­min­dest Flo­ri­an Phil­ip­pot, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei Front Na­tio­nal, ge­sagt. Es ist ei­ne Gr­und­for­de­rung der fran­zö­si­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Ma­ri­ne Le Pen; sie hält die Ein­füh­rung ei­nes neu­en Franc ein Jahr nach Amts­an­tritt für mög­lich – so­fern sie die Wahl ge­winnt. Fakt ist, dass sich Frank­reich als EU-Mit­glied ver­trag­lich ver­pflich­tet hat, den Eu­ro als Zah­lungs­mit­tel zu ha­ben. Ganz ab­schaf­fen will Le Pen ihn auch nicht, viel­mehr schwebt ihr ei­ne Dop­pel­lö­sung vor: ei­ne na­tio­na­le Wäh­rung für die Ver­brau­cher in Frank­reich, da­ne­ben ei­ne ge­mein­sa­me Wäh­rung, die nur für Staa­ten, Zen­tral­ban­ken und gro­ße Un­ter­neh­men, die in­ter­na­tio­na­len Han­del be­trei­ben, Be­deu­tung ha­ben soll. Letz­te­re soll nach dem Bei­spiel der eu­ro­päi­schen Wäh­rungs­ein­heit ECU funk­tio­nie­ren, ei­ner Art vir­tu­el­ler Ge­mein­schafts­wäh­rung, die es be­reits vor der Ein­füh­rung des Eu­ro gab. Sie dien­te als Re­chen­ein­heit für die Zen­tral­ban­ken. Wie Le Pens Plan kon­kret um­ge­setzt wer­den soll, ist je­doch völ­lig of­fen. Ex­per­ten hal­ten ih­re Idee gar für un­durch­führ­bar, weil die dop­pel­te Wäh­rung Un­si­cher­heit bei In­ves­to­ren er­zeu­gen und für Spa­rer ei­ne Ka­ta­stro­phe sein wür­de. Und vor al­lem müss­ten al­le EU-Part­ner­län­der ei­nem solch ra­di­ka­len Schritt zu­stim­men, was un­rea­lis­tisch ist. Auch prak­tisch ist die Er­set­zung des Eu­ro durch ei­nen neu­en Franc bin­nen ei­nes Jah­res un­mög­lich. Die Wäh­rung um­zu­stel­len näh­me mehr Zeit in An­spruch; al­lein das Dru­cken neu­er Bank­no­ten wür­de min­des­tens ein hal­bes Jahr dau­ern.

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