Ley­en ent­schul­digt sich bei Ge­ne­rä­len

Mi­nis­te­rin bleibt aber bei Vor­wür­fen nach Ter­ror-Af­fä­re

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite -

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en lenkt ein – zu­min­dest teil­wei­se: Sie hat sich bei den Ge­ne­rä­len und Ad­mi­ra­len der Bun­des­wehr für ih­re pau­scha­le Kri­tik an der Füh­rungs­ebe­ne der Trup­pe ent­schul­digt.

Von Bea­te Ten­fel­de und Ma­ri­on Trim­born

Die Mi­nis­te­rin hat­te am Don­ners­tag in Berlin rund 100 Füh­rungs­kräf­te der Bun­des­wehr ver­sam­melt. Ih­re Äu­ße­rung, es ge­be bei den Streit­kräf­ten „ein Hal­tungs­pro­blem“und „Füh­rungs­schwä­che auf ver­schie­de­nen Ebe­nen“, nahm die CDU-Po­li­ti­ke­rin bei dem Tref­fen aber nicht zu­rück. Am Abend er­klär­te sie in den ARD„Ta­ges­the­men“, sie rech­ne da­mit, dass nach dem Auf­flie­gen ei­nes mut­maß­lich rechts­ex­tre­men Of­fi­ziers wei­te­re ähn­li­che Fäl­le bei der Bun­des­wehr auf­ge­deckt wür­den.

Wie ges­tern aus Teil­neh­mer­krei­sen ver­lau­te­te, sag­te von der Ley­en über die Sol­da­ten und zi­vi­len Mit­ar­bei­ter der Bun­des­wehr: „Egal wo die­se Män­ner und Frau­en die­nen oder ar­bei­ten – es ist ein un­ver­zicht­ba­rer Di­enst für un­ser Land. Da­für ge­bührt ih­nen Dank und An­er­ken­nung. Ich wünsch­te, ich hät­te die­se Sät­ze am Wo­che­n­en­de in dem Fünf-Mi­nu­ten-In­ter­view über den Rechts­ex­tre­mis­mus vor­weg­ge­sagt. Es tut mir leid, dass ich es nicht ge­tan ha­be.“

Nach dem Auf­flie­gen ei­nes ter­ror­ver­däch­ti­gen, of­fen­bar rechts­ex­tre­men Ober­leut­nants der Bun­des­wehr, der sich als sy­ri­scher Flücht­ling ge­tarnt hat­te, wer­den jetzt 2000 Asyl­ver­fah­ren ge­prüft.

Die SPD macht Kanz­ler­amts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (CDU) für mög­li­che Feh­ler der Si­cher­heits­be­hör­den ver­ant­wort­lich. Beim The­ma Rechts­ex­tre­mis­mus ge­be es „of­fen­bar ein er­schre­cken­des Ver­sa­gen und kei­ner­lei Aus­tausch zwi­schen Bun­des­ver­fas­sungs­schutz und Mi­li­tä­ri­schem Ab­schirm­dienst“, sag­te SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. Die Ver­ant­wor­tung da­für lie­ge auch im Kanz­ler­amt.

Der CDU-Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te El­mar Brok ver­tei­dig­te Kanz­ler­amts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (CDU). In ei­nem Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on sag­te Brok: „Als Ge­heim­dienst­ko­or­di­na­tor konn­te Alt­mai­er nicht al­le Vor­gän­ge ken­nen und die Über­prü­fung über­wa­chen.“Ob die Maß­nah­men ge­gen den rechts­ex­tre­men Bun­des­wehr­of­fi­zier Fran­co A. rich­tig wa­ren, ha­be Alt­mai­er nicht prü­fen kön­nen, da er über den Ein­zel­fall nichts wuss­te. „Das über­steigt sei­ne Mög­lich­kei­ten.“Der Mi­li­tä­ri­sche Ab­schirm­dienst MAD lie­ge zu­dem gar nicht in der Zu­stän­dig­keit des Kanz­ler­am­tes.

Brok warf der SPD „wahl­kampf­tak­ti­sche Spiel­chen“vor: „Die SPD will doch nur vor den Wah­len Stim­mung ma­chen.“Der EU-Ab­ge­ord­ne­te kri­ti­sier­te: „Das ist par­tei­po­li­ti­sches Ge­quas­sel.“Von der Ley­en ha­be rich­tig re­agiert: „Ich bin froh dar­über, dass die Mi­nis­te­rin mit al­ler Här­te re­agiert und den Skan­dal nicht klein­re­det.

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