Nicht-Ma­nage­ment

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Vorderseite - K.rit­zer@noz.de

Der Skan­dal in der Bun­des­wehr und der Um­gang der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin da­mit sor­gen für ein Déjà-vu: Nicht die ei­gent­li­che Kri­se führt zum po­li­ti­schen Knock-out, son­dern erst der stüm­per­haf­te Um­gang mit die­ser Kri­se in der Öf­fent­lich­keit – schö­ne Grü­ße auch von Chris­ti­an Wul­ff und Kar­lTheo­dor zu Gut­ten­berg. Ur­su­la von der Ley­en hat ein mas­si­ves Pro­blem in ih­rer Trup­pe, sie hat die­ses Pro­blem er­kannt und als obers­te Di­enst­her­rin auch klar be­nannt. Das ist gut so, jetzt kann die Ar­beit an Lö­sun­gen be­gin­nen.

Aber von we­gen. Denn was pas­siert? Die uni­for­mier­te Lob­by (auch so et­was gibt es) jault re­flex­ar­tig auf, und die Mi­nis­te­rin be­eilt sich, ih­re Kri­tik zu re­la­ti­vie­ren. Na­tür­lich leis­te­ten al­le Män­ner und Frau­en beim Bund ei­nen un­ver- Von Kat­ha­ri­na Rit­zer

zicht­ba­ren Di­enst für un­ser Land, und na­tür­lich ge­büh­re ih­nen al­len da­für Dank und An­er­ken­nung und so wei­ter. Von ih­rer ei­gent­li­chen Kri­tik aber nimmt sie kein ein­zi­ges Wort zu­rück. Was al­so soll dann die­se völ­lig un­nö­ti­ge Ne­bel­ker­ze, wo die Mi­nis­te­rin doch selbst ge­ra­de end­lich für ei­nen kla­ren Blick auf die Pro­ble­me ge­sorgt hat?

Wenn die­ser Skan­dal spä­ter ein­mal als der An­fang vom En­de der ers­ten deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin be­wer­tet wer­den soll­te, dann lag es wie­der ein­mal nicht an der Kri­se selbst, son­dern an de­ren Nicht-Ma­nage­ment.

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