Bun­des­wehr-Mu­ni­ti­on bei Kom­pli­ze ge­fun­den

Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin Brug­ger: Un­ge­heu­er­lich

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik -

BERLIN. In der Af­fä­re um den ter­ror­ver­däch­ti­gen Sol­da­ten Fran­co A. kom­men im­mer mehr kri­ti­sche De­tails ans Licht. Der 28-jäh­ri­ge Ober­leut­nant hat­te of­fen­bar bei Schieß­übun­gen gro­ße Men­gen Bun­des­wehr-Mu­ni­ti­on ent­wen­det. Die rund 1000 Schuss, die bei ei­nem mut­maß­li­chen Kom­pli­zen von A. ge­fun­den wor­den sei­en, stamm­ten zu 90 Pro­zent aus Bun­des­wehr­de­pots.

Bei dem Kom­pli­zen, ei­nem Stu­den­ten, la­ger­ten dem­nach schar­fe Mu­ni­ti­on al­ler Ka­li­ber für Sturm­ge­weh­re und Pis­to­len, da­zu Si­gnal- und Leucht­mu­ni­ti­on und Hand­gra­na­ten­tei­le. Fran­co A. könn­te die Pa­tro­nen un­ter an­de­rem bei Übun­gen bei­sei­te­ge­schafft ha­ben, hieß es.

Die Grü­nen-Ver­tei­di­gungs­ex­per­tin Agnies­z­ka Brug­ger äu­ßer­te sich ent­setzt über die Ent­wen­dung der Mu­ni­ti­on: „Es ist un­ge­heu­er­lich, wenn Mu­ni­ti­on der Bun­des­wehr in die­sen rie­si­gen Men­gen un­be­merkt ge­stoh­len wer­den kann“, er­klär­te sie in Berlin.

Fran­co A. hat­te sich mo­na­te­lang als sy­ri­scher Flücht­ling aus­ge­ge­ben und plan­te of­fen­bar ei­nen An­schlag. Am Wo­che­n­en­de wur­de dann be­kannt, dass der Bun­des­wehr schon seit 2014 Hin­wei­se auf ei­ne rechts­ex­tre­me Ge­sin­nung des Of­fi­ziers vor­la­gen, oh­ne dass Kon­se­quen­zen folg­ten.

Ein Spre­cher des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums be­stä­tig­te un­ter­des­sen ei­nen Be­richt der „Bild“-Zei­tung, wo­nach in ei­nem an­de­ren Fall ein Bun­des­wehr-Of­fi­zier we­gen rechts­las­ti­ger Äu­ße­run­gen zum Welt­kriegs-Ge­den­ken ge­rügt wur­de. Ver­wal­tungs­er­mitt­lun­gen wur­den auch ge­gen ei­nen Ver­ant­wort­li­chen im Streit­kräf­teamt ein­ge­lei­tet, der ge­gen Fran­co A. trotz er­kenn­bar rechts­ex­tre­mer For­mu­lie­run­gen in des­sen Mas­ter­ar­beit nichts un­ter­nom­men hat­te.

Ka­ri­ka­tur: Klaus Stutt­mann

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