Stoppt Er­do­gan!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Kla­re Bot­schaft an Re­cep Tay­yip Er­do­gan: Wenn der Prä­si­dent die Tür­ken über die Wie­der­ein­füh­rung der To­des­stra­fe ab­stim­men lässt, kann er nicht da­mit rech­nen, dass die Bun­des­re­gie­rung mit­spielt. An die­ser Stel­le wür­de ei­ne ro­te Li­nie über­schrit­ten. Ein Re­fe­ren­dum zur To­des­stra­fe wi­der­sprä­che dem Grund­ge­setz. Hier geht es um das Fun­da­ment un­se­res Staa­tes, das nie­mand un­ter­höh­len darf. Es wä­re ein Tri­umph für den rü­den Au­to­kra­ten Er­do­gan, wür­de ihm dies ge­lin­gen.

Nein, es ist an der Zeit, dem macht­be­ses­se­nen Prä­si­den­ten sei­ne Gren­zen auf­zu­zei­gen. Er darf nicht mit dem kleins­ten Ent­ge­gen­kom­men be­lohnt wer­den, so­lan­ge er deut­sche Po­li­ti­ker mit Na­zi-Vor­wür­fen über­zieht, Eu­ro­pa als „ver­rot­ten­den Kon­ti­nent“be­zeich­net, Frei­heits- und Men­schen­rech­te miss­ach­tet und Krieg ge­gen die ei­ge­ne Be­völ­ke­rung führt. Kurz: Nicht die Eu­ro­pä­er müs­sen den Tür­ken ent­ge­gen­kom­men, wie Er­do­gan es am liebs­ten hät­te, son­dern die Füh­rung in An­ka­ra muss ei­nen Kurs der Ver­nunft ein­schla­gen.

Auch der Ab­bruch der EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Tür­kei darf kein Ta­bu sein. Wer die ge­mein­sa­men Re­geln und Wer­te nicht teilt, muss drau­ßen blei­ben. Die Re­gie­rung in An­ka­ra be­haup­tet zwar, die eu­ro­päi­schen Wer­te sei­en auch die ih­ren. Doch bleibt sie den Be­weis da­für schul­dig. War­um stoppt sie nicht ein­fach das Pro­jekt To­des­stra­fe?

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