Trump fei­ert Teil­sieg bei „Oba­ma­ca­re“

US-Kam­mer stimmt für Kor­rek­tur der Ge­sund­heits­re­form – Se­nat bleibt ei­ne Hür­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Politik - Mehr Be­rich­te auf noz.de/trump

Es ist ei­ne wich­ti­ge Weg­mar­ke für US-Prä­si­dent Do­nald Trump. Das Re­prä­sen­tan­ten­haus hat grü­nes Licht für die teil­wei­se Ab­schaf­fung von „Oba­ma­ca­re“ge­ge­ben. Doch die Kri­tik ist ge­wal­tig.

WASHINGTON. US-Prä­si­dent Do­nald Trump und die Re­pu­bli­ka­ner ha­ben ei­ne wich­ti­ge Etap­pe bei der Ab­schaf­fung von „Oba­ma­ca­re“ge­schafft – und das trotz blei­ben­der Hür­den ent­spre­chend ge­fei­ert. Zwar stimm­te das Re­prä­sen­tan­ten­haus am Don­ners­tag für ei­nen Ge­setz­ent­wurf, der die his­to­ri­sche Kran­ken­ver­si­che­rung in Tei­len ab­schaf­fen soll. Und auch Trump sprach schon von ei­nem „un­glaub­li­chen Sieg“. Das En­de von „Oba­ma­ca­re“ist mit dem Schritt aber noch nicht be­sie­gelt. Zu­nächst müss­te noch der Se­nat dem Ent­wurf zu­stim­men – und das gilt in der jet­zi­gen Form als un­wahr­schein­lich. In der zwei­ten Kam­mer im US-Kon­gress gibt es viel Kri­tik, die Mehr­heits­ver­hält­nis­se sind dort knap­per.

Im Re­prä­sen­tan­ten­haus stimm­ten die Re­pu­bli­ka­ner mit ei­ner hauch­dün­nen Mehr­heit von 217 zu 213 Ab­ge­ord­ne­ten für das Ge­setz. Kri­ti­ker sa­gen, es brin­ge Kran­ken in den USA gra­vie­ren­de Nach­tei­le und ha­be mit ei­ner Ver­si­che­rung nichts mehr zu tun.

Mit dem ers­ten Vor­stoß ei­ner Ge­sund­heits­re­form hat­te Trump En­de März ei­ne schwe­re Nie­der­la­ge er­lit­ten. Der Ge­setz­ent­wurf schei­ter­te in den ei­ge­nen Rei­hen be­reits an der ers­ten par­la­men­ta­ri­schen Hür­de und wur­de un­ter bei­ßen­dem Spott sei­ner Geg­ner zu­rück­ge­zo­gen.

Die Ab­schaf­fung von „Oba­ma­ca­re“ist ei­nes der zen­tra­len Wahl­kampf­ver­spre­chen Trumps. Seit sie­ben Jah­ren lau­fen die Re­pu­bli­ka­ner Sturm ge­gen die­se Ver­si­che­rung, die nach Trumps Vor­gän­ger Ba­rack Oba­ma be­nannt ist. Das po­si­ti­ve Vo­tum ist ein Er­folg für Trump: Es ist das ers­te be­deu­ten­de Ge­set­zes­werk, auf das sei­ne Par­tei sich ei­ni­gen konn­te. Trump sag­te zu dem Er­geb­nis: Do­nald Trump lässt sich nach der Ab­stim­mung von den Re­pu­bli­ka­nern be­ju­beln.

„Dies hat die Re­pu­bli­ka­ner wirk­lich zu­sam­men­ge­bracht.“Al­le in In­ter­views be­frag­ten Ab­ge­ord­ne­ten sag­ten al­ler­dings , sie hät­ten den Text we­gen des Zeit­drucks gar nicht le­sen kön­nen. Auch die ge­nau­en fi­nan­zi­el­len Fol­gen sind nicht be­kannt, das könn­te sich für die Re­pu­bli­ka­ner noch als ver­häng­nis­voll er­wei­sen. Nach frü­he­ren

Schät­zun­gen könn­ten bis 2026 rund 24 Mil­lio­nen Ame­ri­ka­ner mehr kei­ne Ver­si­che­rung mehr ha­ben.

Ein zen­tra­ler Kri­tik­punkt ist die Ver­si­che­rung von Men­schen mit Vo­r­er­kran­kun­gen, die mög­li­cher­wei­se nicht wei­ter ver­si­chert wer­den. Die neue Ver­si­on sieht auch vor, dass Ver­si­che­rer un­ter be­stimm­ten Um­stän­den

hö­he­re Sät­ze für schwer kran­ke Kun­den be­rech­nen dür­fen. Im Ge­gen­zug wer­de für Men­schen mit Vo­r­er­kran­kun­gen fi­nan­zi­el­le Hil­fe in Hö­he von 8 Mil­li­ar­den Dol­lar zur Ver­fü­gung ge­stellt. Es wird aber kri­ti­siert, dass die­se Sum­me bei Wei­tem zu ge­ring sei.

Ge­gen den neu­en Ent­wurf gibt es ge­har­nisch­ten Pro­test von Ärz­te­ver­bän­den, So­zi­al­ver­bän­den, Pa­ti­en­ten­schüt­zern und den De­mo­kra­ten. Al­le ver­wei­sen dar­auf, dass Kran­ken schwe­re Ein­bu­ßen dro­hen wür­den. Füh­ren­de De­mo­kra­ten nann­ten das Ge­setz ei­nen töd­li­chen Witz.

Was Trump sonst noch so treibt:

In Sie­ger­po­se: Foto: imago/ZUMA Press

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