Mi­mo­sen­haft

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Wirtschaft - Von Micha­el Braun ak­tu­el­les@noz.de

Kurs­sprün­ge von fast 20 Pro­zent kön­nen über­trei­ben, aber nicht lü­gen. Als die „Pen­nyak­tie“von Air-Berlin ges­tern so stark stieg, war klar, dass Luft­han­sa die Air­line über­neh­men wird. Auf der Haupt­ver­samm­lung ließ Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr sei­nen Über­nah­me­wil­len deut­lich er­ken­nen. Die Kar­tell­pro­ble­me sei­en „lös­bar“, der bis­he­ri­ge Groß­ak­tio­när von Air Berlin wis­se, dass er die Alt­schul­den zu tra­gen ha­be. Wo­zu ei­ne Rei­se mit der Kanz­le­rin nach Abu Dha­bi doch nicht al­les gut ist . . .

Sp­ohrs Macht­wil­le macht schon skep­tisch. Den Be­trei­ber des Frank­fur­ter Flug­ha­fens „Fra­port“mi­mo­sen­haft für die „größ­te Ent­täu­schung des Jah­res“ver­ant­wort­lich zu ma­chen, weil die­ser Rya­nair als Neu­kun­den bran­chen- üb­li­che Ra­bat­te ein­räumt, klingt lä­cher­lich.

Und ver­mes­sen wur­de es, als Sp­ohr ver­lang­te, der Bran­che nicht nur die Luft­ver­kehr­steu­er, son­dern zu­sätz­lich die Si­cher­heits­kos­ten ab­zu­neh­men. An­ders­wo zah­le auch der Staat für die Sicherheit. Luft­han­sa kann das ja an ih­re Kun­den wei­ter­ge­ben, bei 300 000 Gäs­ten täg­lich kann das nicht viel sein.

Sp­ohrs Dank für die Teil­ha­be an der De­le­ga­ti­ons­rei­se der Kanz­le­rin nach Abu Dha­bi wirkt er­pres­se­risch. Steigt ihm die Grö­ße schon zu Kopf, be­vor sie um­ge­setzt ist?

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