Vor­bre­cher am Pies­berg oh­ne Staub und Lärm

Cemex-Kon­zern hat 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert – Er­öff­nung im St­ein­bruch mit 180 Gäs­ten

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

Sa­xo­fon­klän­ge und Zan­der­fi­let­düf­te im Pies­ber­ger St­ein­bruch: 180 ge­la­de­ne Gäs­te wa­ren da­bei, als die Cemex Kies & Splitt Gm­bH am Frei­tag ih­re neue Vor­brech­an­la­ge in Be­trieb nahm. Un­ter ih­nen auch der Vor­stands­vor­sit­zen­de Rü­di­ger Kuhn und Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert.

Von Rai­ner Lah­mann-Lam­mert

Me­ter­di­cke Bro­cken wer­den kra­chend in „hand­li­che“For­ma­te mit 50 cm Kan­ten­län­ge ge­bracht. Das ist laut und stau­big, aber da­von dringt kaum et­was nach au­ßen. 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro hat der in­ter­na­tio­nal agie­ren­de Bau­stoff­kon­zern mit Sitz in Me­xi­ko in­ves­tiert, um den 160 Ton­nen schwe­ren Bre­cher in die Mit­te des St­ein­bruchs zu ver­le­gen. Cemex-Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Graf von Spee äu­ßer­te sich „dank­bar, er­leich­tert, stolz 5,5 Mil­lio­nen Eu­ro Mit bra­chia­ler Ge­walt wer­den die gro­ben Fels­klöt­ze hier in hand­li­che For­ma­te ge­bro­chen: Cemex-Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Graf von Spee (links) er­klär­te Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert die neue Vor­brech­an­la­ge.

und froh“, dass die An­la­ge nach ein­jäh­ri­ger Bau­zeit oh­ne Ar­beits­un­fall fer­tig ge­wor­den ist – und die er­war­te­te Leis­tung bringt.

Mit der Stand­ort­ver­le­gung will das Un­ter­neh­men den Weg frei ma­chen, um das Pla­teau im west­li­chen St­ein­bruch um wei­te­re zehn Me­ter ab­zu­tra­gen und zu­gleich am vor­de­ren Teil der Fels­rip­pe Ma­te­ri­al zu ge­win­nen. Da­mit ver­grö­ßert sich die Ab­bau­flä­che um sechs Hekt­ar, und der St­ein­bruch be­kommt ei­ne Per­spek­ti­ve für die nächs­ten 15 bis 20 Jah­re.

Erst in der ver­gan­ge­nen Wo­che hat­te das Ge­wer­be­auf­sichts­amt Ol­den­burg das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen. Um­fang­rei­che Un­ter­su­chun­gen von Flo­ra und Fau­na sei­en er­for­der­lich ge­we­sen, er­klär­te von Spee, eben­so Mes­sun­gen von Staub, Lärm und Er­schüt­te­run­gen. Dass es im ge­sam­ten

Ver­fah­ren nur ei­ne Ein­wen­dung gab, emp­fin­de er „als Lohn für un­se­re Leis­tung“und als Be­stä­ti­gung, „dass wir im gu­ten Ein­ver­neh­men

mit al­len Be­tei­lig­ten zu­sam­men­ar­bei­ten“.

Am Pies­berg sei­en Ha­bi­ta­te von sel­te­ner Viel­falt ent­stan­den, ver­merk­te von Spee, Ein 655 Me­ter lan­ges För­der­band Uhu, Kreuz­krö­te und Fle­der­maus fühl­ten sich in die­sem Re­vier hei­misch. Und das wer­de auch so blei­ben. Die­ser Na­tur­bei­trag wie­ge den Ver­lust der west­li­chen Wind­kraft­an­la­ge auf dem Pies­berg auf. Der äl­te­re Drei­flüg­ler muss wei­chen, weil die St­ein­bre­cher dem­nächst sei­nen Stand­ort an­knab­bern wol­len.

Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Grie­sert er­klär­te in sei­ner Re­de, Koh­le- und St­ein­ab­bau hät­ten nicht nur Wun­den ge­schaf­fen, son­dern auch ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Land­schaft hin­ter­las­sen. Der Pies­berg wer­de mit der Aus­sichts­platt­form auf der Fels­rip­pe, der Feld­bahn und sei­nen Wan­der­we­gen mehr und mehr zu ei­nem über­re­gio­na­len Ziel im Na­tur­park Ter­raVi­ta. Die­se Ent­wick­lung sei nur durch die in vie­len Jah­ren ent­stan­de­ne ver­trau­ens­vol­le Zu­sam­men­ar­beit mög­lich ge­wor­den, be­kun­de­te der OB.

Der Cemex-Vor­stands­vor­sit­zen­de Rü­di­ger Kuhn mach­te deut­lich, dass der Pies­ber­ger St­ein­bruch für sein Un­ter­neh­men zu den wich­tigs­ten Stand­or­ten in Deutsch­land ge­hö­re. Im­mer­hin wer­de hier je­des Jahr deut­lich mehr als ei­ne Mil­li­on Ton­nen Ma­te­ri­al ge­bro­chen. Mit 35 ver­schie­de­nen Pro­duk­ten be­lie­fe­re die Cemex-Nie­der­las­sung Os­na­brück den Markt – vom fei­nen Gesteins­mehl bis zum gro­ben Was­ser­bau­stein.

Koh­le­ze­che, Müll­kip­pe, Bun­des­gar­ten­schau: Al­les über den Pies­berg le­sen Sie im In­ter­net auf www.noz.de

hat Cemex in­ves­tiert. Das Foto zeigt (v. l.) Wal­len­horsts Bür­ger­meis­ter Otto St­ein­kamp, OB Wolf­gang Grie­sert, Cemex-Vor­stand Rü­di­ger Kuhn, Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Graf von Spee und Vice Pre­si­dent Micha­el Schul­te.

trans­por­tiert das Ma­te­ri­al von der Vor­brech­an­la­ge zur nächs­ten Ver­ar­bei­tungs­sta­ti­on. Durch die Ein­hau­sung blei­ben Lärm und Staub un­ter Ver­schluss.

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