Deutsch­fran­zo­sen klar für Ma­cron

Os­na­brü­cker hofft auf deut­li­chen Sieg

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - Auf noz.de

Mor­gen ent­schei­det sich, wer neu­er fran­zö­si­scher Prä­si­dent wird. Auch Os­na­brü­cker Fran­zo­sen fah­ren zur Stimm­ab­ga­be in die fran­zö­si­schen Kon­su­la­te. Kla­rer Fa­vo­rit der Aus­lands­fran­zo­sen ist der so­zi­al­li­be­ra­le Em­ma­nu­el Ma­cron.

Die Wahl gilt als Schick­sals­wahl für Eu­ro­pa. Soll­te die Rechts­po­pu­lis­tin und Che­fin des rechts­ex­tre­men Front Na­tio­nal (FN) Ma­ri­ne Le Pen mit ih­ren An­ti-EU-Po­si­tio­nen ge­win­nen, wür­den das die in Deutsch­land le­ben­den Fran­zo­sen di­rekt be­tref­fen. Kein Wun­der al­so, dass kaum ei­ner von ih­nen im ers­ten Wahl­gang für Le Pen ge­stimmt hat. Sie kam in Deutsch­land ge­ra­de ein­mal auf 3,4 Pro­zent – Ma­cron hin­ge­gen auf 55,9 Pro­zent.

Auch Je­an-Pier­re Le­comte, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der deutsch-fran­zö­si­schen Ge­sell­schaft in Os­na­brück, stimm­te am 23. April für Ma­cron und hofft, dass der 39-Jäh­ri­ge die Stich­wahl am Sonn­tag mit deut­lich über 60 Pro­zent ge­winnt. „Er ist jung, hat Ta­lent, ist sehr mo­ti­viert, rea­lis­tisch und prag­ma­tisch“, ur­teilt Le­comte über den EU-freund­li­chen Wirt­schafts­ex­per­ten. Ma­cron hat es mit sei­ner Be­we­gung „En Mar­che“in­ner­halb ei­nes Jah­res ge­schafft, so vie­le Wäh­ler zu mo­bi­li­sie­ren, dass er nun bes­te Chan­cen auf das höchs­te Amt im Staat hat. Die ak­tu­el­len Um­fra­gen se­hen ihn bei 62 Pro­zent, Le Pen bei 38 Pro­zent.

Le­comte gab sei­ne Stim­me beim ers­ten Wahl­gang vor zwei Wo­chen im Kon­su­lat in Bre­men ab. Er ha­be dort nie­man­den ge­trof­fen, der der Rechts­po­pu­lis­tin Ma­ri­ne Le Pen sei­ne Stim­me ge­ben woll­te, be­rich­tet er. Kein Wun­der: Im Bre­mer Kon­su­lat hat­te Ma­cron im ers­ten Wahl­gang 59,8 Pro­zent der Stim­men be­kom­men, Le Pen nur 3,5 Pro­zent. Zum Ver­gleich das fran­zö­si­sche Ge­samt­er­geb­nis: In die Stich­wahl rück­te Ma­cron mit 24 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men ein, Le Pen mit 21,3 Pro­zent.

Wie wählt An­gers?

In Os­na­brücks Part­ner­stadt An­gers hat die Le Pen nicht so vie­le An­hän­ger wie frank­reich­weit. In der bür­ger­lich ge­präg­ten Stadt in West­frank­reich lag Ma­cron mit 30 Pro­zent der Stim­men am 23. April klar vor­ne, ge­folgt von dem kon­ser­va­ti­ven François Fil­lon mit 22,4 Pro­zent, der es auf na­tio­na­ler Ebe­ne je­doch nur auf 20 Pro­zent schaff­te und da­mit den Ein­zug in die Stich­wahl ver­pass­te. Ein eben­falls gu­tes Er­geb­nis er­reich­te in An­gers der links­ra­di­ka­le Je­an-Luc Mé­len­chon mit 21,3 Pro­zent (na­tio­nal: 19,6 Pro­zent). Le Pen kam in An­gers erst auf Platz vier (zehn Pro­zent).

Ak­tu­el­le In­fos zur Wahl

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