Bo­tu­lis­mus: Dam­mer auf In­ten­siv­sta­ti­on

Os­ter­cap­pel­ner Groß­händ­ler lie­fer­te knapp ei­ne Ton­ne aus

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land - Zum Bo­tu­lis­mus auf noz.de

Das Os­ter­cap­pel­ner Un­ter­neh­men Oze­an Fisch­groß­han­del hat nach bis­he­ri­gen In­for­ma­tio­nen knapp ei­ne Ton­ne Plöt­zen aus­ge­lie­fert, die das Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um bo­tu­li­num auf­wei­sen könn­ten. Be­hör­den hat­ten am Don­ners­tag vor dem Ver­zehr des Kar­pfen­fi­sches ge­warnt, der töd­lich en­den kann. Ein Mann aus Damme liegt auf der In­ten­siv­sta­ti­on.

Wei­te­re 240 bis 260 Ki­lo­gramm ha­be er noch in sei­nem Be­stand ge­habt, sag­te ein Spre­cher des Nie­der­säch­si­schen Mi­nis­te­ri­ums für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on. Der Rest­be­stand des Groß­händ­lers und noch vor­ge­fun­de­ne Wa­re im Ein­zel­han­del – so­fern be­kannt – wur­den si­cher­ge­stellt, ver­si­cher­te er.

Das Mi­nis­te­ri­um hat­te am Don­ners­tag vor dem Ver­zehr von „Plöt­ze (Ru­ti­lus ru­ti­lus) aus­ge­nom­men, ge­trock­net und ge­sal­zen“mit dem Min­dest­halt­bar­keits­da­tum 21. 12. 2017 des Lie­fe­ran­ten aus Ostercappeln ge­warnt. Es sei mög­lich, dass der Kar­pfen­fisch mit dem Bak­te­ri­um ver­un­rei­nigt ist. Der Ver­zehr des Fi­sches kann töd­li­chen Bo­tu­lis­mus aus­lö­sen. Dem Mi­nis­te­ri­um zu­fol­ge ist noch un­klar, wie der Er­re­ger in den Fisch ge­kom­men war.

Fer­ner sei noch nicht ge­klärt, wo die Wa­re über­all ge­lan­det sei, er­gänz­te der Spre­cher des Mi­nis­te­ri­ums. „Die Er­mitt­lun­gen zum Ver­trieb der Wa­re lau­fen noch.“Je nach Er­geb­nis wer­de das Mi­nis­te­ri­um wei­te­re Le­bens­mit­tel­be­hör­den in­for­mie­ren, da­mit die­se Ein­zel­händ­ler kon­trol­lie­ren und ge­ge­be­nen­falls Wa­re si­cher­stel­len kön­nen. „So­fern ein Ver­trieb in an­de­re Bun­des­län­der er­folg­te, wer­den die­se sei­tens des Mi­nis­te­ri­ums in­for­miert“, sag­te der Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher.

Ein Mann aus Damme liegt nach dem Ver­zehr des Fi­sches im Kran­ken­haus. Er ist dem Mi­nis­te­ri­um zu­fol­ge „schwer er­krankt und wird in­ten­siv­me­di­zi­nisch ver­sorgt“. Das Ro­bert-Koch-In­sti­tut hat­te am Don­ners­tag Bo­tu­li­num­to­xin bei dem Pa­ti­en­ten so­wie in Fi­sch­res­ten aus dem Haus­halt des Man­nes nach­ge­wie­sen. Der Tro­cken­fisch stamm­te nach­weis­lich von dem Groß­händ­ler aus dem Land­kreis Os­na­brück. Ge­kauft hat­te der Er­krank­te den Fisch bei ei­nem Ein­zel­händ­ler in Damme, der nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on vier Ki­lo­gramm Plöt­zen ge­or­dert hat­te. Bis zum Mitt­woch sol­len da­von 1,3 Ki­lo­gramm in 100Gramm-Ein­hei­ten über die La­den­the­ke ge­gan­gen sein.

Bo­tu­lis­mus ist ei­ne Ver­gif­tung, die durch den Ver­zehr von ver­dor­be­nem Fleisch oder Fisch ver­ur­sacht wer­den kann. Aus­lö­ser ist der Gift­stoff Bo­tu­li­num­to­xin, den das Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um bo­tu­li­num pro­du­ziert. Bo­tu­lis­mus muss um­ge­hend be­han­delt wer­den, denn er kann schwe­re Ge­sund­heits­schä­den zur Fol­ge ha­ben oder gar töd­lich en­den.

Der Fisch aus Ostercappeln kann be­reits seit dem 20. Ja­nu­ar im Ein­zel­han­del sein und ist un­ge­kühlt 14 Ta­ge halt­bar. Aus­ge­lie­fert wur­de er in Kar­tons à vier Ki­lo­gramm. Pri­mär rus­si­sche Ein­zel­händ­ler sol­len den lo­sen Fisch ver­kau­fen.

Der Land­kreis Os­na­brück ha­be den Oze­an Fisch­groß­han­del an­ge­wie­sen, al­le be­lie­fer­ten Ein­zel­händ­ler zu in­for­mie­ren, sag­te Burk­hard Rie­pen­hoff, Spre­cher des Land­krei­ses, auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on. Nicht nach­zu­voll­zie­hen sei aber, wer die Fi­sche wo­mög­lich im Ein­zel­han­del ge­kauft ha­be. Die Kun­den könn­ten nicht prü­fen, ob ihr Fisch be­trof­fen sei, da die Plöt­zen lo­se ver­kauft wur­den und ent­spre­chend kei­ne Char­gen­num­mer hät­ten, er­gänz­te er.

Wer den be­trof­fe­nen Fisch wo­mög­lich be­reits ver­zehr­te, soll um­ge­hend ei­nen Arzt auf­su­chen.

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