Aus dem Le­ben ei­ner Cha­os-Queen

„Vic­to­ria – Män­ner und an­de­re Miss­ge­schi­cke“: Tra­gi­ko­mö­die um chao­ti­sche An­wäl­tin

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Film -

Von Uta Biest­mann-Kot­te

In der Tra­gi­ko­mö­die „Vic­to­ria – Män­ner und an­de­re Miss­ge­schi­cke“stol­pert Frank­reichs Film­dar­ling Vir­gi­nie Efi­ra („Bir­nen­ku­chen mit La­ven­del“) als neu­ro­ti­sche An­wäl­tin durch Paris.

Vic­to­ria hängt ziem­lich durch. Im Haus­halt der al­lein­er­zie­hen­den An­wäl­tin herrscht eben­so viel Cha­os wie in ih­rem Be­zie­hungs­le­ben. Da­zu plagt sie sich mit der Verteidigung ih­res al­ten Freun­des Vin­cent her­um, der be­schul­digt wird, sei­ne Part­ne­rin Eve mit dem Mes­ser an­ge­grif­fen zu ha­ben.

Lie­be, Cri­me und ganz vie­le Neu­ro­sen – so lie­ße sich der In­halt der fran­zö­si­schen Tra­gi­ko­mö­die „Vic­to­ria – Män­ner und an­de­re Miss­ge­schi­cke“zu­sam­men­fas­sen. In ih­rem Por­trät ei­ner char­mant-toll­pat­schi­gen Stadt­neu­ro­ti­ke­rin packt Re­gis­seu­rin Jus­ti­ne Triet vie­le The­men an, die vom stres­si­gen All­tag ei­ner be­rufs­tä­ti­gen Mut­ter bis zum Ge­richts­plä­doy­er rei­chen. Haupt­dar­stel­le­rin Vir­gi­nie Efi­ra spielt die­se Vic­to­ria als ei­ne Art Pa­ri­ser Bridget Jo­nes, die von ei­ner Män­ner­be­kannt­schaft zur nächs­ten stol­pert und ih­ren All­tag nur mit­hil­fe von Ta­blet­ten, Psy­cho­the­ra­peut und Hell­se­he­rin be­wäl­tigt. Als Ba­by­sit­ter stellt sie zu­dem mit Sam (Vin­cent La­cos­te) ei­nen ehe­ma­li­gen Klein­dea­ler ein, der sich bald als un­ent­behr­li­cher See­len­trös­ter er­weist. Aber auch an­de­re Cha­rak­te­re han­deln ent­ge­gen ih­rem äu­ße­ren Schein. So ent­puppt sich der se­ri­ös wir­ken­de Vin­cent (Mel­vil Pou­paud) als ei­fer­süch­ti­ger Psy­cho­path, wäh­rend sich Nym­pho­ma­nin Eve (Ali­ce Daquet) vor Ge­richt als un­schul­di­ger Gret­chen-Ver­schnitt prä­sen­tiert.

Ins­ge­samt wirkt der Film wie ei­ne et­was un­ent­schlos­se­ne Me­lan­ge aus Ge­richts­dra­ma, Psy­chostu­die und Be­zie­hungs­ko­mö­die. Das wird vor al­lem in Sze­nen deut­lich, in de­nen sich die Gen­res über­schnei­den. So fun­giert Vic­to­ria vor Ge­richt nicht nur als Ver­tei­di­ge­rin, die mit­hil­fe von Eves Dal­ma­ti­ner und den Fo­to­küns­ten ei­nes Schim­pan­sen punk­ten kann. Par­al­lel da­zu tritt sie auch als Klä­ge­rin ge­gen Ex-Mann Da­vid (Lau­rent Poi­t­renaux) auf, der ihr Lie­bes­le­ben in ei­nem Blog zur Schau stellt. Da­zu kommt die un­kla­re Be­zie­hung zu Sam. Bei all dem Stress wünscht man Vic­to­ria ir­gend­wann nur noch ei­nes: Ru­he.

„Vic­to­ria – Män­ner und an­de­re Miss­ge­schi­cke“. F 2017. R: Jus­ti­ne Triet. D: Vir­gi­nie Efi­ra, Vin­cent La­cos­te, Me­vil Pou­paud u. a., 96 Min., ab 12. Ci­ne­ma-Ar­thouse.

In der fran­zö­si­schen Ko­mö­die wir­beln die Ker­le das Le­ben von Vic­to­ria (Vir­gi­nie Efi­ra) ge­hö­rig durch­ein­an­der. Foto: Ala­mo­de Film

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