Je­der so, wie er mag

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück - w.hin­richs@noz.de Von Wil­fried Hin­richs

Es wirkt schon ein we­nig be­fremd­lich, wenn Rü­di­ger Dahl­ke Schnup­fen und Hei­ser­keit als Fol­ge see­li­scher Blo­cka­den in­ter­pre­tiert. Klar, dass Na­tur­wis­sen­schaft­ler und Schul­me­di­zi­ner sol­chen The­sen we­nig ab­ge­win­nen kön­nen. Aber auch hier gilt, was schon Preu­ßen­kö­nig Fried­rich der Gro­ße sag­te: Je­der soll nach sei­ner Fas­son glück­lich wer­den.

Der Hang, in schlim­men ge­sund­heit­li­chen Not­la­gen Hil­fe und Trost in der Spi­ri­tua­li­tät zu su­chen, ist gläu­bi­gen Men­schen gleich wel­cher Re­li­gi­on oder Kon­fes­si­on seit Jahr­tau­sen­den ver­traut. Dahl­kes The­sen mö­gen ähn­lich wir­ken, wenn Men­schen nur fest ge­nug dar­an glau­ben. Pro­ble­ma­tisch wer­den Dahl­kes Krank­heits­deu­tun­gen al­ler­dings, wenn Pa­ti­en­ten ih­re gan­ze Hoff­nung auf den nie­der­bay­ri­schen See­len­hei­ler mit Wohn­sitz in der Schweiz set­zen, wenn sie die nach­weis­bar er­folg­rei­chen Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten der Schul­me­di­zin ge­ring­schät­zen oder gar igno­rie­ren. Wer will, soll Dahl­kes Rat­schlä­gen fol­gen – aber auch dem Rat sei­nes Haus­arz­tes ver­trau­en.

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