Dan­ke, dan­ke, vie­len Dank!

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Im Leben - Von Joa­chim Schmitz

Deut­sche Film­schaf­fen­de sind ein fa­bel­haf­tes Völk­chen, das mit zahl­rei­chen Aus­nah­me­fä­hig­kei­ten ge­seg­net ist. Da gibt es be­gna­de­te Schau­spie­ler, groß­ar­ti­ge Re­gis­seu­re, wun­der­ba­re Dreh­buch­au­to­ren, bril­lan­te Ka­me­ra­leu­te, per­fek­te Ton­tech­ni­ker, fas­zi­nie­ren­de Kom­po­nis­ten von Film­mu­sik und vie­le mehr. Nur als das Ta­lent für Dan­kes­re­den ver­teilt wur­de, wa­ren sie wohl al­le ge­ra­de bei Dreh­ar­bei­ten oder an­ders ver­hin­dert.

Glau­ben Sie nicht? Dann ha­ben Sie wohl die Ver­lei­hung des Deut­schen Film­prei­ses ver­passt, die vom ZDF am letz­ten Wo­che­n­en­de über mehr als zwei quä­len­de St­un­den aus­ge­strahlt wur­de. Kaum hat­te man ei­nem der vie­len Stars die be­gehr­te Lo­la in die Hand ge­drückt, rat­ter­ten sie end­lo­se Li­ta­nei­en von Dank­sa­gun­gen her­un­ter. Na­tür­lich wä­re kei­ner das was er ist – gä­be es nicht die zahl­lo­sen Be­leuch­ter, Fah­rer von Be­leuch­tern, Auf­nah­me­lei­ter, Re­qui­si­teu­re, Vi­sa­gis­tin­nen, Ca­te­rer, Ka­bel­trä­ger, Agen­ten, Vä­ter, Müt­ter und Ehe­part­ner. Aber muss man de­nen bei ei­ner sol­chen Ver­an­stal­tung al­len na­ment­lich dan­ken?

Ge­gen halb eins in der Nacht auf Sams­tag keim­te in mir die Ge­wiss­heit, dass mir si­cher auch noch je­mand dankt. Ob’ s so war, weiß ich al­ler­dings nicht, weil ich kurz dar­auf weg­ge­däm­mert bin. Macht aber nichts, bald gibt’ s ja wie­der Gol­de­ne Ka­me­ras und Bam­bis. Und je­de Men­ge Dank­sa­gun­gen. Dann bin ich be­stimmt da­bei, und des­we­gen sa­ge ich jetzt schon mal: Dan­ke. Dan­ke. Vie­len Dank. Na­tür­lich auch mei­nem Fri­seur.

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