Kennt RWE die Gut­ach­ten nicht?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Dialog -

Zum Ar­ti­kel „Wen­zel for­dert fle­xi­ble­re Kraft­wer­ke“und dem Kom­men­tar „Ei­ne be­que­me Wahr­heit“von Klaus Wie­sche­mey­er (Aus­ga­be vom 4. Mai).

„So, die RWE kennt al­so das Gut­ach­ten des Ener­gie­for­schungs­zen­trums Nie­der­sach­sen ,schlicht‘ nicht. Of­fen­bar kennt sie auch die zahl­rei­chen an­de­ren Stu­di­en, die zu ähn­li­chen Er­geb­nis­sen kom­men, nicht, au­ßer die­ser ei­nen, nicht na­ment­lich ge­nann­ten, die das Ge­gen­teil be­haup­tet.

Ei­ne ei­ge­ne? Wenn Koh­leund Atom­kraft­wer­ke tat­säch­lich so fle­xi­bel sind, war­um lau­fen sie dann durch? War­um wer­den in strom­rei­chen Zei­ten die Ökostrom­an­la­gen ab­ge­schal­tet und nicht die kon­ven­tio­nel­len Kraft­wer­ke? Beim Wis­sen­schafts­dia­log im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber ap­pel­lier­ten Wis­sen­schaft­ler an die Bun­des­netz­agen­tur, die Ex­per­ti­se der Uni­ver­si­tä­ten und For­schungs­ein­rich­tun­gen bei der Ver­sor­gungs­pla­nung zu be­rück­sich­ti­gen. Ihr ein­dring­li­ches ,Hö­ren Sie auf uns!‘ stößt of­fen­bar im­mer noch auf taube Oh­ren – nicht nur bei der Bun­des­netz­agen­tur, son­dern auch bei den Me­di­en: Wann hat man bei­spiels­wei­se die Stu­die der TU Ber­lin und des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung zu die­sem The­ma öf­fent­lich zur Dis­kus­si­on ge­stellt? Nicht ein­mal, dass ei­ne pro­mi­nen­te Wis­sen­schaft­le­rin wie Clau­dia Kem­fert un­längst in Wal­len­horst ge­spro­chen hat, wur­de über die Ge­mein­de­gren­zen hin­aus be­kannt.

Bür­gern, die sich die Mü­he ma­chen, sorg­fäl­tig zu re­cher­chie­ren und zu in­for­mie­ren, wird po­li­ti­sche Mei­nungs­ma­che vor­ge­wor­fen; sie wer­den igno­riert oder so­gar be­hin­dert. Wenn schon die RWE sich of­fen­sicht­lich nicht über den tech­ni­schen Fort­schritt und die be­triebs- und volks­wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten von er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en (auch oh­ne ei­nen Netz­aus­bau im ge­plan­ten Um­fang!) in­for­miert, soll­te das doch we­nigs­tens der Jour­na­list tun, der sich ei­nen Kom­men­tar er­laubt und ei­ne Mei­nung ver­brei­tet.

Ist das stän­di­ge ,Oh­ne uns (Koh­le- und Atom­kraft) ge­hen al­le Lich­ter aus!‘ et­wa kein ,al­ter Hut‘ ? Ich er­in­ne­re mich da an ei­ne Ka­ri­ka­tur von 1980 . . . Wie kann man nur so blind und un­kri­tisch auf die ,Ex­per­ti­se‘ ei­nes Un­ter­neh­mens ver­trau­en, das jahr­zehn­te­lang ei­nen Rei­bach mit Koh­le und Atom­kraft ge­macht hat? Ist das nicht auch Wahl­kampf? Wer denkt an die Ar­beits­plät­ze im Be­reich der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en (ein Viel­fa­ches der in der Koh­le!), die mit dem stän­di­gen Mies­ma­chen der Ener­gie­wen­de ge­fähr­det wer­den?“Sa­bi­ne Drie­haus Bis­sen­dorf

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