Mas­sen strö­men auf die Mai­wo­che

Vol­le Stra­ßen am Auf­takt­wo­chen­en­de

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrück -

OS­NA­BRÜCK. „Am Sams­tag­abend ist in un­se­rer Stra­ße im­mer was los“, sang Pe­ter Maf­fay in ei­nem blau­en Le­der­an­zug vor 43 Jah­ren in der ZDF-Hit­pa­ra­de. Sein Schla­ger be­schreibt tref­fend den Sams­tag­abend auf der Mai­wo­che. Bei strah­len­dem Son­nen­schein war so­gar tie­risch was los auf den Amü­sier­mei­len – und auch am Sonn­tag­nach­mit­tag dräng­ten sich die Be­su­cher­mas­sen von der Gro­ßen Stra­ße bis zum Markt­platz.

Nicht im blau­en Le­der­an­zug, son­dern in Uni­form wa­ren die Po­li­zei­be­am­ten Tan­ja De­pen­dahl und Uwe Mus­sen­brock am Sams­tag­abend in der Fuß­gän­ger­zo­ne un­ter­wegs. Sie wa­ren im Di­enst. „Für so ein gro­ßes Fest ist es sehr ru­hig“, sag­ten sie. Är­ger ge­be es zwar mal, vor al­lem wenn je­mand zu viel ge­trun­ken ha­be. Zu­dem sei nur ein Ta­schen­dieb­stahl ge­mel­det wor­den. Da­her ge­stal­te­te sich der Di­enst am Sams­tag­abend an­ge­nehm. „Wir schau­en uns auch ein paar Bands an. Wenn uns die Mu­sik ge­fällt, blei­ben wir ste­hen“, so die Po­li­zis­ten.

Zum Abend­brot auf die Mai­wo­che wa­ren Eva (34) und Wieb­ke (33) ge­kom­men. Sie kauf­ten sich am Stand von Hand­brot ei­ne Stul­le mit Fe­ta, To­ma­te und Pa­pri­ka. Da­mit lös­ten sie ein Ver­spre­chen ein, das sie sich zu Weih­nach­ten ge­schenkt hat­ten. Sie woll­ten aber nicht nur ih­ren Hun­ger auf der Mai­wo­che stil­len, son­dern sich auch ein paar Bands an­se­hen. „Das mu­si­ka­li­sche An­ge­bot auf der Mai­wo­che ist schlech­ter ge­wor­den“, wa­ren sie sich ei­nig. Sie ver­mis­sen die Ti­me­zo­ne-Büh­ne, wo im ver­gan­ge­nen Jahr auch al­ter­na­ti­ve Bands ge­spielt ha­ben.

Ih­re ei­ge­ne Büh­ne hat sich die Os­na­brü­cker Punk-Band Hirn­säu­le an der Al­ten Mün­ze ge­schaf­fen. Zum zehn­ten Mal or­ga­ni­sier­ten sie im Durch­gang zum Kamp den „Mai­doom“. An­fangs sei es ei­ne An­ti-Ver­an­stal­tung ge­we­sen, mitt­ler­wei­le ist es ei­ne Par­ty und ei­ne Art Fa­mi­li­en­tref­fen, er­zähl­te Schlag­zeu­ger Ar­no. „Für un­se­re Kul­tur gibt es auf der Mai­wo­che nichts.“Al­so ha­ben die Mu­si­ker nach dem Mot­to „Nicht me­ckern, son­dern sel­ber ma­chen“den „Mai­doom“or­ga­ni­siert. Zwar ka­men zum Ju­bi­lä­um

auch ein paar Po­li­zis­ten. Sie wur­den je­doch fried­lich dar­an ge­hin­dert, die Ver­an­stal­tung auf­zu­lö­sen. Und Ar­no ver­sprach: „Wir hin­ter­las­sen die Al­te Mün­ze be­sen­rein.“

In Drei­er­rei­hen

Im Lau­fe des Abends wur­de die Fei­er­mei­le im­mer vol­ler und die Stim­mung im­mer fröh­li­cher. Die Ers­ten, die zu tan­zen be­gan­nen, wa­ren die Be­su­cher des spa­ni­schen

Stands in der Gro­ßen Stra­ße. Nur ein jun­ger Mann mit ei­nem VfL-Schal schau­te nach der Nie­der­la­ge ge­gen Kiel et­was be­dröp­pelt aus der Wä­sche. Schon ge­gen 20 Uhr war vie­ler­orts kein Durch­kom­men mehr. Auch die Gas­sen hin­ter den Bu­den wa­ren bald dicht. Die Son­ne lock­te wohl die vie­len Be­su­cher zur Mai­wo­che.

Und vie­le wa­ren durs­tig. Im Epi­zen­trum der Mai­wo­che, am Bier­brun­nen auf

dem Markt­platz, stand die Kund­schaft in Drei­er­rei­hen vor der The­ke. Da­hin­ter wa­ren et­wa 15 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt. „Zwi­schen 19.30 und 0 Uhr kön­nen sie an nichts an­de­res den­ken, als Bier zu zap­fen“, sag­te Heinz Dier­ker, der die Fä­den am Bier­brun­nen zu­sam­men­hält. Die Zap­fer und Ver­käu­fer sei­en auch auf die Hil­fe der Kun­den an­ge­wie­sen, um ei­nen schnel­len Ablauf beim Ver­kauf zu ge­währ­leis­ten. „Wer

pas­send be­zahlt, wird am schnells­ten be­dient“, brach­te er es auf ei­ne kur­ze For­mel.

Am Sonn­tag lock­te die Mai­wo­che et­was an­de­re Ziel­grup­pen an. Das Alan­do-Mai­dorf ge­hör­te am Nach­mit­tag den Freun­den der Volks­mu­sik. Das Mot­to: Das Zil­ler­tal ist zu Gast mit Mu­si­kan­ten aus dem Al­pen­tal. Auf dem Ni­ko­lai­ort hat­ten El­tern und Kin­der ih­ren Spaß mit ei­nem Bal­lon­künst­ler und „Frank und sei­nen Freun­den“.

Dich­tes Ge­drän­ge gab es am Sams­tag­abend in der Gro­ßen Stra­ße. Wer schnell durch­kom­men woll­te, brauch­te Durch­set­zungs­ver­mö­gen. Spaß hat­ten die Be­su­cher trotz­dem, wie das Bild be­weist. Fo­to: Da­vid Ebe­ner

The­men­sei­te: Auf noz.de/mai­wo­che fin­den Sie wei­te­re Vor­schau­be­rich­te, vie­le Bil­der und das gan­ze Pro­gramm.

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