Netz­werk für Kin­der­por­nos zer­schla­gen

Hun­der­te Fest­nah­men welt­weit

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Weltspiegel - Die dunk­le Sei­te des In­ter­nets: Be­rich­te auf noz.de/di­gi­ta­les

Im Dar­knet wuchs ein rie­si­ges Netz­werk mit Kin­der­por­nos. Bin­nen Mo­na­ten hat­ten 150 000 Nut­zer Zu­griff. Ir­gend­wann mach­te der kri­mi­nel­le Grün­der den ent­schei­den­den Feh­ler.

DEN HAAG. In­ter­na­tio­na­len Er­mitt­lern ist ein gro­ßer Schlag ge­gen ei­nen welt­wei­ten Kin­der­por­no­ring ge­lun­gen. Rund 900 Men­schen sei­en welt­weit fest­ge­nom­men wor­den, knapp 370 da­von in Eu­ro­pa, teil­te Eu­ro­pol am Frei­tag in Den Haag mit. 296 se­xu­ell miss­brauch­te Kin­der sei­en iden­ti­fi­ziert oder ge­ret­tet wor­den. Die bis­lang ge­heim ge­hal­te­ne Po­li­zei­ope­ra­ti­on dau­er­te mehr als zwei Jah­re. „Das zeigt auch, wie wich­tig in­ter­na­tio­na­le Po­li­zei-Zu­sam­men­ar­beit ist“, hieß es vom FBI.

Es ist der größ­te Fall in ei­ner Rei­he von jüngst be­kannt ge­wor­de­nen Er­mitt­lungs­er­fol­gen ge­gen die Kin­der­por­no-Sze­ne. Erst vor zwei Wo­chen hat­ten Eu­ro­pol und In­ter­pol ge­mein­sam die Fest­nah­me von 38 Per­so­nen, dar­un­ter auch Deut­sche, ge­mel­det. Sie hat­ten über den Mes­sen­ger-Di­enst Whatsapp kin­der­por­no­gra­fi­sche Bil­der aus­ge­tauscht.

An­fang die­ser Wo­che wa­ren die drei Haupt­ver­ant­wort­li­chen der In­ter­net-Platt­form „Play­pen“in den USA zu Ge­fäng­nis­stra­fen von bis zu 30 Jah­ren ver­ur­teilt wor­den, dar­un­ter der 58-jäh­ri­ge Schöp­fer der Web­site aus Flo­ri­da. Play­pen ist nach An­ga­ben von Eu­ro­pol ei­ne der welt­weit größ­ten Kin­der­por­no-Platt­for­men mit mehr als 150 000 Nut­zern.

Nach An­ga­ben der USBun­des­po­li­zei wur­den al­lein in den USA 25 Men­schen an­ge­klagt, die Kin­der­por­no­gra­fie pro­du­ziert, und 51 Men­schen, die Kin­der kör­per­lich miss­braucht ha­ben sol­len. 55 Kin­der sei­en al­lein in den USA iden­ti­fi­ziert und ge­ret­tet wor­den.

Play­pen be­fand sich im ver­bor­ge­nen Teil des In­ter­nets, im Dar­knet. Über die Platt­form konn­ten Nut­zer Zu­gang zu gro­ßen Be­stän­den von Kin­der­por­nos be­kom­men. Es sei die er­folg­reichs­te Ak­ti­on ge­we­sen, die je­mals vom FBI ge­gen Kri­mi­nel­le auf der Dar­knet-Ser­vice­web­site Tor ge­führt wor­den sei.

„Katz-und-Maus-Spiel“

„Play­pen ist ge­schlos­sen, aber an­de­re ma­chen wei­ter“, sag­te FBI-Spe­cial Agent Dan Al­fin. „Wir set­zen un­se­re Be­mü­hun­gen fort, so gut wir nur kön­nen“, be­ton­te er. „Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, mit der Ein­schrän­kung, dass es kein Spiel ist.“

Die Kin­der­por­no-Sei­te war 2014 ge­star­tet. „We­nig spä­ter be­merk­ten wir es, aber wir konn­ten nichts tun“, sag­te Al­fin. Erst im De­zem­ber mach­te der Grün­der ei­nen Feh­ler und er­öff­ne­te den Er­mitt­lern so Zu­gang zur IP-Adres­se, die in den USA re­gis­triert war. „Den Hin­weis be­ka­men wir von Kol­le­gen aus dem Aus­land“, sag­te Al­fin. An­schlie­ßend roll­ten welt­weit die ge­hei­men Er­mitt­lun­gen un­ter dem Na­men „Ope­ra­ti­on Pa­ci­fier“(„Ope­ra­ti­on Schnul­ler“), um die Nut­zer auf­zu­spü­ren.

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